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Rechtschutzversicherungen Mein Haus, mein Job, mein Auto

Welche Rechtsschutzversicherung bietet was – und zu welchen Kosten? Das Ratinghaus Franke und Bornberg hat mit zwei Musterbeispielen 30 Versicherer unter die Lupe genommen. Die besten Policen für Singles und Familien.
14.06.2017 - 16:57 Uhr 1 Kommentar
Etwas vier von zehn Deutsche besitzen eine Rechtsschutzversicherung, um im Fall der Fälle ihre Ansprüche mit Hilfe eines Anwalts durchsetzen zu können. Quelle: Volkmar Schulz / Keystone Presse

Etwas vier von zehn Deutsche besitzen eine Rechtsschutzversicherung, um im Fall der Fälle ihre Ansprüche mit Hilfe eines Anwalts durchsetzen zu können.

(Foto: Volkmar Schulz / Keystone Presse)

Rechthaben kostet nichts – Recht zu bekommen dagegen kann teuer werden. Deshalb besitzen etwa vier von zehn Deutschen eine Rechtsschutzversicherung, um im Fall der Fälle ihre Ansprüche mit Hilfe eines Anwalts durchsetzen zu können, zeigt eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens Yougov. Zwei Drittel aller Befragten gaben zudem an, dass sie eine Rechtsschutzversicherung für wichtig halten – acht Prozentpunkte mehr als zwei Jahre zuvor. Und knapp die Hälfte der Befragten ohne Rechtsschutzversicherung kann sich vorstellen, innerhalb der nächsten zwölf Monate eine abzuschließen.

Denn die Kosten eines gerichtlichen Streits können sich schnell auf mehrere tausend Euro belaufen. Zum Beispiel, wenn die Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers sich weigert, die Kosten für eine Autoreparatur ganz oder teilweise zu übernehmen. In einem Rechenbeispiel zeigt die Stiftung Warentest: Wer 1.000 Euro für die Behebung eines Blechschadens einklagen will, muss in erster Instanz mit etwa 770 Euro Prozesskosten rechnen, nach der zweiten Instanz sind es etwa 1.560 und nach der dritten sogar 2.600 Euro – plus eventueller Gutachterkosten. Eine Rechtsschutzversicherung kommt dagegen für den eigenen und den gegnerischen Anwalt auf, trägt die Kosten für Gericht und etwaige Gutachten oder auch für eine außergerichtliche Einigung.

Zwar hat die Rechtsschutzversicherung eine niedrigere Priorität als andere Policen. Der Bund der Versicherten etwa empfiehlt, vor dem Abschluss einer Rechtsschutzversicherung erst einmal die Bereiche Unfall-, Risikolebens-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abzudecken. Und: „Nicht jeder braucht eine Rechtsschutzversicherung“, rät die Verbraucherzentrale Niedersachen.

Dennoch kann für bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Rechtsschutzversicherung wichtig sein, sagen die Niedersachsen: „Wenn Sie zum Beispiel in einer wirtschaftlich unsicheren Branche beschäftigt sind, einen schwierigen Vermieter haben oder befürchten, um Leistungen aus einer privaten Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung erst streiten zu müssen.“ Auch Vermieter, Ärzte, Lehrer und Künstler hätten durch ihren Beruf ein überdurchschnittliches hohes Risiko, in gerichtlichen Auseinandersetzungen zu landen.

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    Ein Tipp: Wer über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachdenkt, sollte sich zunächst informieren, ob bereits ein Schutz durch andere Versicherungen oder Mitgliedschaften besteht. Gewerkschaften, Berufsverbände, Mietervereine oder Automobilklubs bieten ihren Mitgliedern oft automatisch einen Teilschutz an oder können für vergünstigte Tarife sorgen.

    Kein Rundum-Schutz für alle Lebenslagen
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    1 Kommentar zu "Rechtschutzversicherungen: Mein Haus, mein Job, mein Auto"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrte Frau Kiefer,

      Ihr Studium der Tarife in allen Ehren. Aber aus meiner Sicht sind Leistungsumfang und Prämie eher nebensächlich. Sie müssen mit ins Kalkül ziehen, dass es sehr viele schlechte Menschen gibt. Ausschlaggebend ist deshalb,, ob die Rechtsschutzversicherung ihre Versprechungen einlöst und den Streitfall tatsächlich übernimmt oder ihn wegen angeblich mangelnder Erfolgsaussichten ablehnt. Es geht somit um das Geschäftsgebaren.

      Aus den Unterlagen der Versicherer ist dies natürlich nicht ersichtlich. Folglich muß man andere Quellen anzapfen. Befragt werden müssen die Anwälte. Sie wissen aus langjähriger Erfahrung, welche Versicherer einen Streitfall in der Regel ohne Diskussionen übernehmen und welche Versicherer nur bei Androhung einer Klage dazu bereit sind.

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