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Retouren Kostenlos war gestern

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Bestellen, anziehen, zurückschicken

Dabei könnten die Onlinehändler mit dem neuen Gesetz einen Riegel vor das sogenannte „Bulimie-Shopping“ schieben. Ein Phänomen, bei dem Kunden massenhaft Waren bestellen und wieder zurücksenden. Darunter leiden in Deutschland sämtliche großen E-Commerce-Anbieter. Die Otto-Tochter Hermes schätzt die durchschnittliche Retourenquote im Onlinehandel auf 50 Prozent.

Allein bei Hermes stranden in Hamburg täglich rund 200.000 Pakte im Rückwärtsgang. Experten gehen davon aus, dass ungefähr zwölf Prozent der online bestellten Produkte mit der klaren Absicht gekauft werden, sie wieder zu retournieren. Bei Kleidung oder Schuhen liegt der Wert sogar oft deutlich höher. Drei von vier Kunden die im Internet einkaufen, so heißt es in einer aktuellen Studie des Branchenverbands Bitkom, haben bereits Pakete zurückgeschickt. Es gibt viele Studien, die von Milliardenschäden für den Handel sprechen.

Bei Zalando heißt es auf Anfrage, dass keine Änderungen am Retourenrecht geplant sind. „Unser Serviceversprechen ist unabhängig von derartigen Gesetzen entstanden und wird auch unabhängig von solchen Bestimmungen bestehen bleiben“, so ein Sprecher gegenüber Handelsblatt Online.

Die Margen im Fashion-Bereich würden das auch hergeben. Seit eh und je betont der Onlinehändler, dass Retouren Teil des Geschäftsmodells sind. „Mehr als 13 Millionen Kunden in Europa lieben Zalando wegen dieses Services. Ein stationärer Händler behält auch seine Umkleidekabinen im Laden, auch wenn er sie nicht anbieten muss.“

Pakete im Rückwärtsgang

Dass sich Kunden Blusen, Hosen oder Schuhe in mehreren Größen und Farben bestellen, um dann nur ein einziges Teil zu behalten, gehöre grundsätzlich zum Versandhandel. „In den Läden können die Menschen schließlich auch die Kleidung anprobieren“, sagte Dieter Urbanke, Chef von Hermes Fulfilment noch kürzlich im Gespräch mit Handelsblatt Online. Wer das als Onlinehändler ignoriere, habe keine guten Karten. „In Sachen Retouren sind die Deutschen Europameister“.

Aber auch wenn ab Juni Geld für den Retourenversand verlangt wird: Nicht jeder Kunde lässt sich davon abschrecken, Dinge zu bestellen, um sie dann wieder zurück zu schicken, wenn etwas nicht stimmt, nicht passt, oder nicht gefällt. So haben 18 Prozent der Kunden in der repräsentativen Bitkom-Studie angegeben, dass es keinen Einfluss auf ihr Kaufverhalten hätte, wenn sie für das Zurückschicken der Ware selbst in die Tasche greifen müssen. Rund ein Drittel will dagegen nur noch in Onlineshops kaufen, die kostenfreie Retouren anbieten.

Die Rücksendung wird komplizierter
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6 Kommentare zu "Retouren: Kostenlos war gestern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die großen Versandhäuser betrifft das nicht,eher die kleinen Händler,aber da kauft man eh öfters die "Katze im Sack".

  • Kostenfrei? Ja, da die Händler, Hersteller nicht gewillt sind, eine Größe S ist eine Größe S zu verkaufen. Die Größen, nehm,en wir z.B. Schuhe, man hat 44 im Geschäft und beim Händler passen 42-46. Oder Kleidergröße 48 sind beim Händler dann von 24 - 56. Solange dies von den Händler, Hersteller bewußt gewollt ist, müssen die Händler "bluten". Auch bei Nachragen beim telefonischen Kundendienst, was sit besser 54 oder 56 erhält man die Antwort nehmen Sie beide Größen und senden 1x dann zurück. Dies ist vorsätzliche Größenverschleierung zu Lasten der Kunden!

  • Das kann man leicht sagen, das man Rücksendungen kostenfrei lässt, wenn die Paketpreise der großen Versender etwa um die 2 Euro liegen. Wir alle zahlen mit unseren Normalpreisen bei DHL & Co diese mit, oder glaubt jemand im Ernst, dass man ein Paket für 2 Euro durch Deutschland senden kann?
    Statt die Kosten auf die zu Verlegen, die Nutznießer sind, haut man wieder einseitig auf die bösen Händler, die 1. nicht so billig verschicken können und 2. die den bezahlen lassen, der die Kosten verursacht.

    Wir sollten also schon überlegen, wem unsere Solidarität gilt und was unserer Gemeinschaft Unverhältnismäßigkeit wirklich kostet.

  • ich bestell im netz immer mehr als ich dann abnehme. letzt habe ich für 2500€ schuhe bestellt und dann 2 paar gekauft. Oder 1100€ Arbeitshandschuhe bis die Leute dann 6 paar heraussuchten. Oder 6 Hemden in je 3 Größen, beim einen passt XL beim anderen muss es XXL sein, es ist nicht mein Problem dass die Größenangaben nicht stimmen,.

  • wenn man läden wir amazon mal zur kasse bittet (Stichwort MwSt, E-Book gemauschel, Steuerverschiebungen) dann wird aus den 60 Millionen Gewinn ganz schnell ein Minus.

    Amazon ist so knall hart die wollen immer der günstigste sein. Wenn man das mal beobachtet ist es der Hammer. Wir sind Hersteller und haben einen Artikel an A und einen anderen Händler verkauft, dieser senkte stets die Preis, Amazon zog knall hart nach.
    Wenn das überall so ist dann gute nacht deutscher Handel, dann gute nacht deutsche distribution und am ende wirds wie bei lidl & Co gute Nacht BRANDS

  • Da es einige Internet-Händler gibt, die ein fast unbegrenztes Sortiment haben, wie z.B. Amazon, und weiterhin kostenlose Rücksendungen zulassen, wird sich nicht viel ändern.

    Lediglich die Versender, die davon abweichen, werden die Leidtragenden sein, denn sie werden Kunden verlieren.

    Gegen Internetgiganten wie Amazon, Zalando und Co. ist ohnehin kein Kraut gewachsen, da kann sich der stationäre Handel mit seinen EU-Lobbyisten auf den Kopf stellen und mit den Füssen wackeln.

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