Stornogebühr Landgericht Köln urteilt gegen Reiseveranstalter

Die Verbraucherzentrale hat sich gegen einen Reiseveranstalter durchgesetzt. Das Landgericht Köln untersagte der DER Touristik GmbH demnach, bei Reisenichtantritt pauschal eine Stornogebührt von 890 Euro zu erheben.
2 Kommentare
Das Landgericht Köln hat nach Angabe der Verbraucherzentrale einem Reiseveranstalter untersagt, Pauschal eine Stornogebühr von 90 Euro zu erheben. Quelle: dpa
Stornogebühr

Das Landgericht Köln hat nach Angabe der Verbraucherzentrale einem Reiseveranstalter untersagt, Pauschal eine Stornogebühr von 90 Euro zu erheben.

(Foto: dpa)

BerlinDas Landgericht Köln hat dem Reiseveranstalter DER Touristik GmbH nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) untersagt, bei Nichtantritt einer Dienstleistung eine pauschale Stornogebühr von 90 Prozent des Preises einzubehalten. Der Verband teilte am Dienstag in Berlin mit, das Urteil sei bereits Ende Januar gefällt worden, aber noch nicht rechtskräftig (Az. 26 O 196/14).

Die Verbraucherschützer hatten nach eigenen Angaben die Gebühr kritisiert, weil sie den zu erwartenden Schaden des Anbieters weit übersteige. So könnten etwa Mietwagen oder Hotelzimmer kurzfristig anderweitig vermietet werden.

Rechte und Pflichten im Urlaub
DLRG-Retter im Einsatz
1 von 14

Tipps und wichtige Adressen

Urlaub soll Spaß machen und Erholung bringen. Für den Fall, dass unterwegs mal etwas schief geht, sollten Reisende jedoch ihre Rechte und wichtige Anlaufstellen kennen. In manchen Ländern sind auch besondere Regeln zu beachten. Die Europäischen Kommission gibt hilfreiche Tipps.

Feuerwehr in Kassel
2 von 14

Wer hilft, wenn ich im Urlaub krank werde oder mich verletze?

Wer innerhalb der Europäischen Union, nach Island, Liechtenstein, Norwegen oder in die Schweiz verreist, sollte sich von seiner Krankenkasse eine Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) ausstellen lassen. Diese bekommen Versicherte kostenlos. Wer krank wird oder sich verletzt, bekommt dringend erforderliche Behandlungen dadurch zu den gleichen Bedingungen wie die Menschen, die in dem betreffenden Land versichert sind. Für detaillierte Informationen unterwegs bietet die Europäische Kommission für das Smartphone eine App „Europäische Krankenversicherung“. Dort findet sich unter anderem eine Liste der Behandlungen und Kosten, die abgedeckt sind.

Deutsche Botschaft im Jemen
3 von 14

Wer hilft in Ländern außerhalb der EU, in denen das eigene Land keine Botschaft hat?

Alle Bürger eines EU-Mitgliedstaats sind automatisch auch Unionsbürger und haben Anspruch auf konsularische Unterstützung, wenn sie sich außerhalb der EU aufhalten. Sie können in jedem Konsulat und jeder Botschaft eines anderen EU-Mitgliedstaats um Hilfe bitten, wenn sie beispielsweise verhaftet wurden, einen schweren Unfall hatten oder wichtige Dokumente verloren haben.
Detaillierte Informationen finden Bürger auf den Seiten der EU-Kommission.

Sonnenwetter an der Ostsee
4 von 14

Wo bekomme ich Hilfe, wenn mein Kind vermisst wird?

Vermisste Kinder können in allen EU-Mitgliedstaaten über eine gemeinsame Notrufnummer 116 000 gemeldet werden. Anrufer werden dort mit einer erfahrenen Organisation verbunden, die Unterstützung und praktische Hilfe psychologischer Art oder in Rechts- und Verwaltungsfragen leisten kann.

Gewerkschaft bestreikt Frankfurter Flughafen
5 von 14

Was tun, wenn der Flug Verspätung hat oder annulliert wurde?

Für alle Urlauber – egal ob Pauschal- oder Individualreisende – gilt die EU-Fluggastrechte-Verordnung. Demnach muss die Transportgesellschaft ihre Passagiere entschädigen, wenn ihr Flug oder ihre Reise mehrere Stunden verspätet ist. Falls die Reise annulliert wird und eine Übernachtung in einem Hotel, das sich nicht am Bestimmungsort befindet, notwendig ist, muss die Fluglinie oder die Bahngesellschaft die Rechnung bezahlen. Passagiere sollten sich vor Reiseantritt über ihre Rechte informieren.

Abtauchen mit t-info
6 von 14

Reiserechte für unterwegs mit einer App für das Smartphone

Damit sich Reisende auch unterwegs schnell über ihre Rechte informieren können, hat die Europäische Kommission eine kostenlose Anwendung für das Smartphone herausgegeben. Die Anwendung gibt es für Android, Apple iOS, Blackberry und Windows Phone. Nutzer können zwischen 22 Sprachen wählen. Unter dem Stichwort „Your Rights“ können Verbraucher die App auf ihr Smartphone herunterladen. Online führt ein QR-Code zur App, der mit dem Smartphone eingescannt werden kann.

Rente soll sinken
7 von 14

Welche besonderen Rechte habe ich als Reisender mit einer Behinderung?

Die EU-Vorschriften im Bereich der Flug- und Fahrgastrechte schützen Menschen mit Behinderung und Menschen mit eingeschränkter Mobilität vor Diskriminierung auf Flug- und Bahnreisen und ermöglichen ihnen den gleichen Zugang zur Mobilität wie allen anderen Bürgern auch. Sind Menschen mit Behinderung mit dem Pkw unterwegs und haben in ihrem Heimatland Anspruch auf einen Behindertenparkplatz, haben sie in ganz Europa Anspruch darauf. Sie benötigen dafür das Standardmuster für den EU-weit einheitlichen Parkausweis für Behinderte.

  • afp
Startseite

2 Kommentare zu "Stornogebühr: Landgericht Köln urteilt gegen Reiseveranstalter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • LG Köln, Urt. v. 21.01.2015 - 26 O 196/14 - Ein letzter Warnschuß für die Branche? von Ass. jur. Jochen Bauer, Sindelfingen

    A. Das LG Köln hat auf die Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) - insoweit zutreffend - entschieden, es bei Meidung von Ordnungsgeld bzw. Ordnungshaft zu unterlassen diverse Stornopauschalklauseln bei Reiseverträgen zu verwenden, die bei einem Rücktritt durch Nichterscheinen 90 % bei Kreuzfahrten sogar 100 % des bezahlten Reisepreises als pauschalierte Rücktrittskosten vorsahen.

    Die Entscheidung bezieht sich auf entsprechende Klauseln bei Flugpauschal-, Auto- und Schiffsreisen, Mitwagen-, NUR- Hotel- und Kombibuchungen. Letztere als Buchungen mit weiteren Leistungen wie etwa Rundreise-, Tauch-,Wander-,Ski- und Tennispaket. Zudem auf Buchungen von Ferienwohnungen, Hausbooten und Wohnmobilen, NUR- Flug (beachte hier aber § 649 S. 3 BGB)/Bausteinflüge und Kombinierte Bausteinbuchungen sowie Kreuzfahrten.

    B. Begründet hat das LG Köln das Urteil folgendermaßen:

    I. Nach der Inhaltskontrolle des § 307 I i.V.m. II Nr. 1 BGB verstoßen die vorliegend verwendeten Stornopauschalen der Bekl gegen das gesetzliche Leitbild des § 651 i III BGB und sind damit unwirksam.

    II. Zudem sind nach § 309 BGB - Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit - in Allgemeinen Geschäftsbedingungen unwirksam. Dies ergibt sich aus Ziff 5. lit. a) für die Vereinbarung eines pauschalierten Anspruchs des Verwenders auf Schadensersatz oder Ersatz einer Wertminderung, wenn die Pauschale den in den geregelten Fällen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge zu erwartenden Schaden oder die gewöhnlich eintretende Wertminderung übersteigt.

    III. Wiederum wird bestätigt, daß sich die Reiseveranstalter - wie hier die Beklagte - nach wie vor davor "drücken" die Bildung der Pauschallierungen offenzulegen und zu beweisen; etwa durch Vorlage von Vorjahresstatistiken und Verträgen mit den Leistungsträgern.

  • s

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%