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Streitfall des Tages Wenn Erben der Zutritt verboten wird

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Der Erblasser muss klare Anordnungen geben

Doch selbst wenn die Hinterbliebenen rekonstruieren können, auf welchen Seiten der Verstorbene zu Lebzeiten unterwegs war, sind die Probleme damit nicht gelöst. „Das Wissen, wo der Verstorbene in der virtuellen Welt seine Spuren hinterlassen hat, bedeutet noch lange nicht, dass die Hinterbliebenen auf die vorhandenen Daten auch zugreifen können“, so der Experte.

Vor allem bei Informationen, die auf dem Server eines Providers oder Web-Dienstleisters liegen, gebe es regelmäßig Probleme, wenn der Erblasser seinen Hinterbliebenen nicht zu Lebzeiten oder per letztwilliger Verfügung den Zugang zu den gültigen Passwörtern verschafft. „Die deutsche Rechtspraxis ist insoweit noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen“, moniert Martini. „Rechtssicherheit lässt sich derzeit nur mit klaren Anordnungen des Erblassers schaffen.“

Die Rechtslage
Relativ klar ist die Rechtslage bei den sogenannten geldwerten Gütern im Netz, also zum Beispiel die Rechte an einer bestimmten Domain oder Guthaben bei Online-Spielen und Shoppingportalen: Sie gehen mit dem Tod einer Person auf den Erben über.

Komplexer wird es bei den immateriellen Gütern des Verstorbenen, also zum Beispiel privaten Fotos oder Textbeiträgen. Grundsätzlich gilt: Gehören zum Nachlass ein Rechner, eine Festplatte oder andere Datenträger (CDs, USB-Sticks), geht nicht nur das Eigentum an diesen Gegenständen auf den Erben über, sondern auch die Rechte an den darauf gespeicherten Daten. Liegen die Daten dagegen nur auf dem Server eines Providers oder Web-Dienstleisters gehören sie zunächst dem Anbieter dieser Dienste.

Und das bedeutet: Sind die Hinterbliebenen, wie so oft, nicht im Besitz der erforderlichen Passwörter, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, beim Provider Zugang zu den Konten des Verstorbenen zu verlangen. Das allerdings macht bereits bei einem schnöden E-Mail-Account oft erhebliche Probleme. Denn E-Mails unterliegen – jedenfalls solange sie auf dem Server des Providers liegen – dem Fernmeldegeheimnis. Und das ist verfassungsrechtlich geschützt.

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3 Kommentare zu "Streitfall des Tages: Wenn Erben der Zutritt verboten wird"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wäre doch eine Marktlücke für die NSA.

    Alle Informationen aus einer Hand. Dann muss man sich nicht mit zig Konzernen rumärgern.

  • Es geht auch anders:
    sich garnicht erst um so einen Kümmelkram zu kümmern, weil man anderes und Besseres zu tun hat: preiswert und praktischer, als sich mit Idioten herumzuschlagen.

  • Wie immer im Leben. Man sollte sich schon ein bisschen kümmern. Von Passwortmanagern kann ich nur abraten. Auch die sind zu knacken. Man sollte NIE Zugangsdaten auf dem Rechner speichern. Auch diese Testamentsfunktion ist problematisch. Denn damit verfügt Google über Informationen zu Beziehungen, Familienverhältnissen usw.