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Streitfall des Tages Ein Coach muss tun, was ein Coach tun muss

Viele Führungskräfte lassen sich coachen, um im Beruf Erfolg zu haben. Das Problem: Jeder darf sich Coach nennen und viele Berater fordern viel Geld für heiße Luft. Wie sich Kunden gegen schwarze Schafe wehren.
09.08.2012 - 15:24 Uhr 1 Kommentar
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.


Der Fall

Am Anfang war die Freude groß. Dann kam die Angst. So erfreulich die Beförderung zur Vertriebsleiterin auch war, sie flößte Maren Frey auch gehörigen Respekt ein. Würden die Kollegen, mit denen sie jahrelang zusammengearbeitet haben, sie als Chefin akzeptieren? Ihr Mentor war da sehr zuversichtlich. „Wir verpassen dir ein schickes Coaching, dann wird das schon.“

Die Umsetzung der Idee folgte schnell. Schon im folgenden Monat absolvierte Frey ein sündhaft teures Wochenend-Seminar – und machte sich eilends daran, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Gerade die Lektionen zur „körperlichen Präsenz“ hatten es ihr angetan.

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    Statt sich – wie bisher – mit ihren Kollegen an einen Tisch zu setzen, hielt sie die Team-Meetings nun stehend ab. Das, so hatte ihr der Coach erklärt, untermauere ihre Führungsrolle und verschaffe ihr den nötigen Respekt. Das Problem war nur: Derartig exponiert fühlte Frey sich ausgesprochen unwohl, zumal ihr Team mit der neuen Aufstellung offenbar wenig anfangen konnte. Ebenso wie die frischgebackene Chefin verkrampften auch die Kollegen, redeten nur noch das nötigste und schienen froh, wenn die einst so fröhlichen Meetings endlich vorüber waren.

    Die Relevanz

    Auch wenn nicht jedes Coaching von Erfolg gekrönt ist – die Nachfrage steigt, und damit auch die Zahl derer, die auf diese Weise ihr Geld verdienen wollen. Laut Schätzungen des Deutschen Bundesverband Coaching werben derzeit zirka 35 000 Coaches darum, überforderte oder optimierungswillige Menschen beruflich und persönlich voranzubringen. Der Umsatz der Branche dürfte sich auf Hundert Millionen Euro pro Jahr belaufen. Tendenz: steigend.

    Der Experte

    Coaches können mitunter sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, bestimmte berufliche oder persönliche Probleme zu lösen. Doch nicht überall, wo Coaching draufsteht, ist auch Coaching drin. „Vielfach wird der Begriff Coaching synonym mit dem Terminus ‚Training’ verwendet“, sagt Vivi Dimitriadou, Vorstandsvorsitzende beim Deutschen Verband für Coaching und Training.

    Die beiden Methoden seien aber sehr verschieden. Während es beim Training vor allem darum gehe, dem Klienten ein bestimmtes Wissen zu vermitteln – etwa zehn Tipps zum Zeitmanagement – verfolge das Coaching einen ganz anderen Ansatz. „Hier geht es nicht darum, Verhaltensregeln aufzustellen, sondern dem Coachee neue Perspektiven zu eröffnen, indem man zum Beispiel herauszufinden versucht, warum die Zeit im Büro nie reicht. Der zweite Schritt wäre es dann, das Ziel zu definieren und einen maßgeschneiderten Weg dorthin zu erarbeiten – auch wenn die von den ‚üblichen Methoden’ abweichen.“

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    1 Kommentar zu "Streitfall des Tages: Ein Coach muss tun, was ein Coach tun muss"

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    • Einen Coach sucht man, bis man den richtigen gefunden hat.
      Ein Coach schwatzt auch nichts auf.
      Ein Coach ist für jeden bezahlbar.

      Ein Coach sucht sich seine Klienten aus.

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