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Streitfall des Tages Wenn das Ehrenamt im Ausland teuer wird

Ein Jahr berufliche Auszeit – das könnte so schön sein. Doch zweifelhafte Anbieter und arbeitsrechtliche Tricks der Arbeitgeber vergällen häufig das Sabbatical. Wie eine Entwicklungshelferin zur Kasse gebeten wurde.
16.08.2013 - 12:29 Uhr Kommentieren
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Karen P. wollte raus. Aus ihrem Alltag, dem Job – etwas ganz anderes erleben für einige Zeit: Ein Jahr Auszeit wollte sie sich gönnen. Ihr Ziel: Einige Monate in einem afrikanischen Land ehrenamtlich arbeiten.

Am Anfang war der Arbeitgeber zögerlich, doch dann ging es schnell. Er fragte im Herbst, ob sie sich vorstellen könne, ein Jahr früher als geplant die Auszeit zu nehmen. So könne man eine betriebsbedingte Kündigung vermeiden.

Karen P. sagte zu und suchte im Internet ein Unternehmen, das Führungskräfte in Entwicklungshilfeprojekte vermittelt. Sie machte eine Anzahlung in Höhe von rund 500 Euro. Und dann kam alles anders als gedacht.

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    „Das Unternehmen wirbt auf seiner Homepage mit Kostentransparenz und Geld-zurück-Garantie, für den Fall, dass innerhalb von sechs Monaten kein passendes Projekt vermittelt wird“, sagt Karen P. Sie war sich sicher, in guten Händen zu sein – besonders, weil man im persönlichen Gespräch auf ihre Vorstellungen eingegangen war. Das Unternehmen schlug ihr Projekte in mehreren afrikanischen Ländern vor, einige, bevor sie einen Vermittlungsauftrag unterschrieben hatte.

    Karen P. begeisterte sich nicht dafür, weil sie nicht dem entsprachen, was ihr wichtig war. Ein Projekt in Tansania wird konkret. „Um dorthin vermittelt zu werden, musste ich die Vermittlungsbedingungen akzeptieren, dachte aber, das sei nur eine Formalität, weil mündlich anderes besprochen war“, sagt sie.

    Karen P. stellt sich auf das Land ein – und erfährt überraschend, dass sich der afrikanische Kooperationspartner anderweitig entschieden hat. Gleichzeitig zerrinnt ihre freie Zeit zwischen den Händen.

    Im April bekommt sie von privater Seite ein Angebot, sofort in Ghana in ein Projekt einzusteigen. In der Annahme, es seien bereits sechs Monate seit Beginn der Vermittlungen vergangen, löst sie das Verhältnis zum Unternehmen. Zu ihrem Erstaunen bekommt sie jedoch kein Geld zurück, sondern soll weitere 877 Euro zahlen.

    Die Rechte der Auszeitnehmer
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