Streitfall des Tages Wenn der Versicherer die Rente verweigert

Viele Versicherer mauern, wenn es um existentiell bedrohliche Risiken geht. Bei Berufsunfähigkeit werden dann oft junge Mütter zum Opfer. Wie Versicherer abweisen und Versicherte zu ihrem Recht kommen.
10 Kommentare
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall
Claudia R. bei München schloss 1993 eine Kapitallebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung bei der Karlsruher Lebensversicherung ab. Nach der Geburt ihrer Kinder setzte sie ihre Berufstätigkeit kurz aus. 2003 nahm sie ihre Tätigkeit – allerdings wegen der Erziehung ihrer Kinder nur zu 40 Prozent ihrer vorherigen Arbeitszeit (38 Stunden) – wieder auf.

Ende 2010 erkrankte sie an einer schweren Psychose und musste zur Behandlung mehrere Monate in eine Klinik. Zwar besserte sich ihr Zustand aufgrund der Behandlung, doch attestierte der Arzt, dass sie „weit weniger als 50 Prozent“ ihrer ursprünglichen vollbeschäftigten Tätigkeit arbeiten könne.

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10 Kommentare zu "Streitfall des Tages: Wenn der Versicherer die Rente verweigert"

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  • Die Tatsache, dass man sich mit einer Teilzeitstelle die eigene Berufsunfähigkeitsversicherung abschießt, dürfte manchen schockieren - und die Versicherungsbranche hat für dieses Problem KEINE Antwort parat.
    Wenn man das konsequent zu Ende denkt, dann müssten alle Teilzeit-Arbeitnehmer ihre BU-Versicherung kündigen oder erst gar keine abschließen, oder etwa nicht?
    Das wäre weder im Interesse der Versicherten noch im Interesse der Versicherungsunternehmen.
    Der obige Artikel bleibt an dieser Stelle leider auch etwas schwammig.

    Also wo ist die Lösung liebe BU-Versicherer?

    Aber es scheint eine Ausnahme zu geben:
    Nach heutigem VVG scheint entscheidend zu sein, aus welchen Gründen die Arbeitszeit zuvor reduziert wurde. Waren es krankheitsbedingte ("leidensbedingte") Gründe, so scheint für eine gewisse Zeit (2-3 Jahre) nicht die zuletzt ausgeübte Teilzeitstelle, sondern noch die alte Vollzeitstelle "wie sie in gesunden Tagen ausgestaltet war", maßgeblich zu sein, siehe auch diese juristische Stellungnahme:

    http://www.frag-einen-anwalt.de/BU-Versicherungsschutz-geschwaecht-durch-Wechsel-auf-Teilzeitstelle-__f198801.html

    Wer also krankheitsbedingt seine Arbeitszeit reduziert und sich dies auch vom Arzt attestieren lässt, könnte also im BU-Fall etwas besser dastehen. Könnte, wohlgemerkt. Denn wem mit angeschlagenem Gesundheitszustand auch dieser Weg zu unsicher ist, der wird wohl auf einen Teilzeit-Versuch verzichten und stattdessen sofort den BU-Antrag stellen - auch wieder nicht im Interesse der Versicherer.

    Also wo ist die Lösung liebe BU-Versicherer? Nach heutiger Rechtslage verhindert ihr eigentlich eine in Eurem eigenen Interesse liegende Anpassung der Arbeitszeit an krankheitsbedingte Einschränkungen!

    Weitere Meinungen/Kommentare willkommen !

  • An Stefan: das sehe ich auch so. Wer nie einen Schaden hatte, lätert gern darüber, dass man keine Versicherung braucht. Es ist mit Sicherheit nicht alles perfekt und auch die Berater, Makler etc. monieren das sehr, aber wo gibt es das schon. Auch in der katholischen Kirche sind viele gläubige Mitglieder gegen so einige Dinge, die "da oben" beschlossen werden. Aber es ist eine katastrophe, dass die Medien niemals über all die Fälle berichten, wo der Versicherer leistet und der Kunde überglücklich ist, eine solche Absicherung zu haben. Ich warte nur auf den Tag, wann endlich einmal ein Betroffener, der keine Versicherung abgeschlossen hat, weil er so viel SCHLECHTES über Produkte, Berater und Gesellschaften gelesen hat die Medien verklagt. Irrsinn??? Nein, ich denke, die Klage hätte Chance auf Erfolg, weil die Medien ganz klar mit dem ziel der Meinungsbildung sehr einseitig berichten. Versicherungen sind das letzte Überbleibsel an sozialer Gerechtigkeit, die wir vermutlich auf Lange Sicht noch haben werden. Die Masse hilft dem Einzelnen, nach dem der Staat sich sich aus vielen zurückgezogen.

  • An ajk: Mal wieder so ein unsachlicher Kommentar von jemanden, der keine Ahnung hat. Hauptsache irgenwas schreiben und provozieren. Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass Versicherer bei BU meist nicht bezahlen? Ich kann Ihnen aus eigener Praxis sagen, dass Versicherer mit 5-Sterne Bedingungen sellten Probleme machen, immer vorausgesetzt, daß bei Antragsaufnahme keine Vorerkrankungen bei den Gesundheitsfragen verschwiegen wurden. Ich hatte bereits einige Leistungsfälle bei meinen Kunden, bisher
    wurde immer problemlos bezahlt. Die Kunden wären ohne BU-Vertrag nach kürzester Zeit ruiniert gewesen, da die Versorgungslücke durch erspartes, wenn überhaupt, nur kurzfristig überbrückt werden kann. Daher rate ich jedem, sich gegen BU abzusichern und am besten noch eine Rechtsschutzversicherung abzuschliesen, falls es wiedererwarten doch Probleme gibt.

  • Immer wieder liest man über die Versicherungskonzerne. Der deutsche Bürger begreift nicht, dass es keine Sicherheit gibt. Versicherungskonzerne sind große Wirtschaftsunternehmen mit den Beiträgen Ihrer "Kunden" Geschäfte machen, jedoch nur einen kleinen Teil oder sogar nichts davon abgibt. Wer außer den Pflichtversicherungen und einer Haftpflicht eine andere Versicherung abschließt sollte hinterher nicht heulen !

  • Berufsunfähigkeitsversicherungen und zwar alle durch die Bank sind dafür bekannt, das sie meist nicht zahlen. Selbst wenn sie es müßten weigern sie sich.Ohne Konsequenzen zu erwarten. Warum diesen Leuten weiteres Geld in den Rachen schmeißen. Investiert lieber in die Wirtschaft kauft Aktien mit Dividenauschüttungen. Anstatt auf diesen Humbug heirnzufallen.

  • Viele Versicherer mauern. Bei Berufsunfähigkeit werden dann oft junge Mütter zum Opfer.
    Die Vergabe von Erziehungsgeld auch an Väter hat wenig daran geändert, dass in Deutschland nach der Geburt von Kindern vor allem Frauen ihre Arbeitszeit reduzieren. Laut Statistischem Bundesamt lag die Teilzeitquote von Männern in Haushalten mit minderjährigen Kindern im Jahr 2010 bei 5,5 Prozent, bei Frauen dagegen bei 68,5 Prozent.
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    Soweit aus dem Artikel..5,5% gegen 68,5% Erziehungsarbeit
    und mangelndem Schutz bei daheraus resultierender Teilzeit.Da muß ja die Altersarmut auf Seiten der Frau sein.

  • Nebenbei: Hat Ihnen die Krankenversicherungsreform etwas gebracht? Alle gesetzlichen Kassen müssen nun das gleiche leisten. Alle Kassen kosten, mal vom Zusatzbeitrag abgesehen, gleich viel. Hat es Ihnen als Versicherter nur einen Funken gebacht? Nein, im Gegenteil. Es ist nun weniger bei gleichem Beitrag versichert, wie vorher.

  • Dummfug! 1. Gilt immer noch Vertragsfreiheit. 2. Werden die Versicherungen schon relativ streng in der Deckung reglementiert. 3. Was wollen Sie noch regeln? Wollen Sie einem Bäcker sein vorzuhaltendes Warensortiment auch reglementieren? 4. Planwirtschaft hat noch nie etwas gebracht. Vgl. die Beitragserhöhungen wegen Unisex-Tarifen. 5. Die Versicherungsbedingungen unterscheiden sich schon heute kaum. 6. Es gibt gesetzliche (Sozial)Versicherungen und auch frühere Monopolversicherungen (Gebäudebrand). Auch bei diesen Versicherungen gibt es Ablehnungen, Klagen, etc. Schreitet der Staat ein, werden Leistungen demontiert. Das sieht man schön an der früher von der Berufsunfähigkeitsversicherung in der gesetzlichen Rentenkasse. Was ist davon übrig geblieben? Eine lächerliche Erwerbsminderungsrente, die praktisch gesehen nur ein Vollinvalider erhält.

  • also in dem Fall ist es aber Klar: Es kann ja nicht sein, das jemand eine solche Versicherungabschliesst, es tritt der Krankheitsfall ein und danach wird gesagt: Ich möchte wieder Vollzeit arbeiten. Das man da unterstellt das ohne den Krankheitsfall wahrscheinlich gar kein Bedarf für Vollzeit bestanden hat, ist naheliegend.

  • Der Gesetzgeber MUSS den Versicherungsvertrag von A-Z vorgeben. Dann können Kunden entscheiden für welche Versicherungsgesellschaft zu welchen Preisen abgeschlossen werden soll. Und im Versicherungsfall entscheidet eine neutrale Schiedskommission und nicht die Versicherungsgesellschaft. Ansonsten gehts weiter wie bisher >> kein Preisvergleich möglich, Intransparenz wohin man schaut, im Schadensfall muss erst für die versicherte Leistung prozessiert werden. >> An die Politik: diesen Sektor von A-Z regulieren und nicht von Maschmeyer und Co. kaufen lassen!

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