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Streitfall des Tages Wenn nach der Sanierung die Miete steigt

In Zeiten, in denen Inflationsängste kursieren, fließt viel Geld in Immobilien. Die Folge: Renovierungen treiben Mieten in die Höhe. Wann Mieter für Marmorbäder, Kamine oder neue Fußbodenheizungen zahlen müssen.
17.08.2011 - 12:11 Uhr Kommentieren
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.



Der Fall


Und plötzlich kam es ganz anders als erwartet. Ein Mieter wollte eigentlich nur Schäden in seiner Wohnung beseitigen lassen und musste dann eine satte Mieterhöhung hinnehmen. Sein Vermieter sanierte vom Feinsten.

Offener Kamin, größere schlichte Glasfenster, Fußbodenheizung, eine hippe minimalistische Küche, alles ausgesprochen schick und modern.

Weniger schick war dann die Mietererhöhung, die dem Mieter nach Abschluss der Modernisierung ins Haus flatterte. Der Eigentümer hat die bisherige Miete kräftig erhöht. Dem Mieter blieb eigentlich nur noch der Auszug, weil der den Aufpreis nicht mehr finanzieren konnte.

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    Die Gegenseite

    Laut Haus & Grund, der Eigentümerschutzgemeinschaft, handelt es sich hier eher um eine Ausnahme. Nur jeder fünfte Vermieter erhöhe die Miete nach einer Modernisierung. Vielmehr habe man festgestellt, dass private Vermieter in den meisten Fällen an der Realisierung der Mieterhöhung scheitern. Vor allem dann, wenn sie ihre Immobilie energetisch verbessern wollen.

    Es gibt hierzu eine interessante Studie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Danach konnten private Vermieter seit 2002 in nur zwanzig Prozent der Modernisierungsfälle die Mieter über eine Mieterhöhung an den Kosten beteiligen. „In den anderen Fällen haben die Vermieter die Investitionskosten alleine getragen, während die Mieter von den Maßnahmen profitierten“, erläutert der Präsident der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund, Rolf Kornemann.

    Das Mietniveau in Deutschland ist nach seiner Auffassung zu niedrig, um beispielsweise Klimaschutzziele im Gebäudebestand mittelfristig zu erreichen. Die Kaltmieten in Deutschland sind seit 2002 um lediglich fünf Prozent gestiegen. Das mache sich auch in der wirtschaftlichen Bilanz der privaten Vermieter bemerkbar. 40 Prozent der Vermieter erzielen laut BBR-Studie mit ihrer Immobilie keinen Gewinn, bei 20 Prozent gibt es sogar Verluste.

    Wann der Vermieter die Miete erhöhen darf
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