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Streitfall des Tages Wenn Reisende zu spät kommen

Deutsche Bahn und viele Airlines muten ihren Passagieren ständige Verspätungen zu. Von den Reisenden erwarten sie aber strikte Pünktlichkeit. Welche Rechte haben Kunden, die sich ein paar Minuten verspäten?
27.02.2012 - 17:30 Uhr 1 Kommentar
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.



Der Fall

Mancher Urlaub endet schon, obwohl er noch gar nicht angefangen hat. Um 20.20 Uhr sollte der Flieger starten. Um 20.00 Uhr, also 20 Minuten vor Abflug erschien noch ein Gast am Gate und wollte seine Bordkarte. Es sollte von Frankfurt auf die Malediven gehen.

Da es ein Anschlussflug war, war das Gepäck bereits in die begehrte Maschine verladen worden - und die Ausgabe der Karten war bereits beendet. Alles Reden half nichts. Die Fluggesellschaft ließ ihn stehen und
nahm ihn nicht mehr mit. Der Mann zog vor Gericht und klagte auf Rückzahlung seines Reisepreises.


Die Gegenseite

Die Fluggesellschaft berief sich auf Artikel 3 Absatz 2 Verordnung (EG) 261/2004. Das liest sich kryptisch. Doch dahinter steckt die Regel, dass sich der Fluggast spätestens 45 Minuten vor der veröffentlichten Abflugzeit
zur Abfertigung einzufinden habe. Und 45 Minuten sind eben nicht 20 Minuten. So blieb das Gate für den Betroffenen geschlossen.


Die Relevanz

Fluggesellschaften operieren in einem hochkomplexen Umfeld, in dem auf nahezu jeder Strecke intensiver Wettbewerb mit anderen Luftfahrtunternehmen herrscht. Aus diesem Grund liegt es um ureigenen Interesse der Airlines, die eigenen Kunden zufrieden zu stellen und sie nicht an Wettbewerber zu verlieren. Dafür ist ein hohes Service- und Qualitätsniveau und eine damit einhergehende hohe Kundenzufriedenheit entscheidend.

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Standort erkennen

    In der Regel sollten die Airlines also darauf eingestellt sein, dass Kunden kurzfristig in den Flieger möchten. Die wenigsten Fluggäste erscheinen zwei Stunden vor Abflug, so wie von den Airlines gewünscht.

    So heißt es eindeutig in den Bedingungen eines Anbieters: „Passagiere sollten sich am entsprechenden Check-in-Schalter einfinden, der in der Regel zwei Stunden vor der planmäßigen Abflugzeit öffnet. Passagiere, die später als 40 Minuten vor der planmäßigen Abflugzeit erscheinen, werden nicht befördert.“

    Für manche Passagiere ist es gar nicht schlimm, wenn sie etwas später kommen. Haben sie entsprechende VIP-Cards in der Tasche, gelten für sie Sonderkonditionen. Auch gibt es inzwischen Flugtarife, mit denen man ohne
    Probleme den späteren Flieger nehmen kann. Die Frage, ob VIP-Card oder flexibler Tarif, entscheidet dann letztlich das Portemonnaie. Denn Extra-Rechte sind eben auch extra-teuer.

    Welche Rechte verspätete Reisende haben
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    1 Kommentar zu "Streitfall des Tages: Wenn Reisende zu spät kommen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Aus diesem Grund liegt es um ureigenen Interesse der Airlines, die eigenen Kunden zufrieden zu stellen und sie nicht an Wettbewerber zu verlieren."

      Das ist ja das Traurige. Den Airlines ist das scheiß-egal, da sie dann mit Steuergelder gerettet werden.

      "Auch wenn sein Gepäck schon in der Maschine ist, darf die Flug-Crew dessen Besitzer am Boden zurück lassen."

      Ist das wirklich so? Ist die Airline nicht verpflichtet das Gepäck sofort zurückzugeben?

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