Streitfall des Tages Wenn sich der Fiskus am Ferienhaus vergreift

Wer seine Auslandsimmobilien vermietet oder verkauft, zahlt für die Erträge Steuern im Ausland. Trotzdem verlangen auch deutsche Finanzämter ihren Teil und das häufig zu unrecht. Wann Ferienhäuser zur Steuerfalle werden.
  • Ulrich Lohrer
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Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.


Der Fall


Eine deutsche Gesellschaft hatte in Mallorca ein Appartment erworben und dieses vermietet. Nach vier Jahren verkaufte es die Wohnung an ein Ehepaar. In der Steuererklärung gegenüber dem deutschen Finanzamt wies die Gesellschaft einen Verlust aus, weil sie den Veräußerungsgewinn und die Mieteinnahmen nicht angab. Die Begründung: Diese seien bereits vom spanischen Fiskus besteuert worden und unterlägen nach dem Doppelbesteuerungsabkommen nicht der deutschen Besteuerung.

Dies lehnte das deutsche Finanzamt jedoch ab. Zudem wies es auch die mit der Verbindung der Vermietung und dem Wertverfall des Objekts verbundenen Kosten zurück. Stattdessen stellte es in dem Steuerbescheid einen Gewinn aufgrund der Verkaufserlöse und der Mieteinnahmen fest. Dagegen klagte die Gesellschaft. Das Finanzgericht Münster gab dem Kläger Recht und hob den Steuerbescheid des zuständigen Finanzamts auf (Urteil vom 16. Februar 2009; Aktenzeichen: 9 K 463/04 K, F, f).

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