Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Streitfall des Tages Wenn Vermittler ihre Provision nicht teilen dürfen

Eine alte Verordnung verbietet die Weitergabe der Abschlussvergütung an die Versicherten. Nun hat ein Vermittler deswegen gegen die Aufsichtsbehörde BaFin verklagt. Was sich für Kunden ändern könnte.
  • Ulrich Lohrer
2 Kommentare
Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Der Fall

Das Geschäftsmodell des schwäbischen Finanzdienstleisters AVL ist einfach: Keine Beratung, dafür niedrige Gebühren für die vermittelte Finanzprodukte. So erstattet der AVL die von der Versicherung für die Vermittlung einkalkulierte Kosten von fondsgebundenen Lebensversicherungen.

Als Folge, dass er seinen Kunden die von der Versicherung einkalkulierten  Abschlusskosten erstattet, bekam AVL-Geschäftsführer Uwe Lange Post von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Behörde droht der AVL eine Geldbuße an, weil er einen 90-prozentigen Rabatt der fondsspezifischen Kosten an seine Kunden abgibt.

Der Grund für die Geldbuße: Der Finanzdienstleister  verstoße gegen die "Bekanntmachung des Reichsaufsichtsamtes für das Privatversicherungswesen – der Vorgängerbehörde der BAFin – vom 8. März 1934". Diese Verordnung untersagt Anbietern und Vermittlern von Versicherungen, Versicherungsnehmer für den Abschluss eines Versicherungsproduktes zu „vergüten“. „An diesem konkreten Beispiel zeigt sich, wie ärgerlich die Regelung für den informierten Verbraucher, aber auch für uns als Vermittler ist“, sagt Uwe Lange, Geschäftsführer von AVL.

Dagegen zieht Lange nun vor Gericht. Er hat gegen die Aufsichtsbehörde eine vorbeugende Unterlassungsklage beim Verwaltungsgericht Frankfurt eingereicht. „Notfalls gehen wir bis zum Europäischen Gerichtshof", sagt er. Denn eine vergleichbare Regelung gibt es in anderen EU-Staaten nicht.

 

Finance Briefing
Welche Kunden betroffen sind
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

2 Kommentare zu "Streitfall des Tages: Wenn Vermittler ihre Provision nicht teilen dürfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja genau so ist das. Dabei ist das schon längst üblich dass die Kunden das von sich aus fordern. Ich habe in 25 Jahren Vertriebstätigkeit ständig solche Anfragen erhalten.

  • Verstehe ich das richtig, da gibt's einen Vermittler, der seinen Kunden Provisionen abgibt und Vater Staat verbietet ihm das mit einem alten Nazi-Gesetz??

Serviceangebote