Streitfall des Tages Wie Sie Falschgeld erkennen

Manchmal fühlen sich Euro-Scheine glatter an als üblich. Falschgeld oder nicht? Die Zahl an unechten Euro-Scheinen steigt. Wie Kriminelle tricksen und Bürger gefälschte Noten erkennen können.
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Der Schmu des Tages. Illustration: Tobias Wandres

In der Rubrik "Der Streitfall des Tages" analysiert Handelsblatt Online eine Gaunerei oder ein Ärgernis aus Bereichen des Wirtschaftslebens. Betroffene erhalten konkrete Unterstützung, können ihren Fall öffentlich machen und mit Gleichgesinnten diskutieren. Illustration: Tobias Wandres.

Sonntags am Geldautomaten, eine Frau zieht hundert Euro. Plötzlich ist neben ihr ein älteres, ungepflegtes Pärchen. Er sitzt im Rollstuhl, sein Verband am Bein ist schmutzig.

Die beiden fragen, ob die Bankkundin 50 Euro wechseln kann. Sie gibt ihnen ohne zu überlegen zwei Zwanziger und einen Zehner, nimmt den großen Schein dafür entgegen. Das Pärchen verschwindet sehr schnell, die Frau am Geldautomaten findet, das Geld fühle sich merkwürdig an.

Zu glatt, wird sie später ihrem Mann erzählen, doch zu diesem Zeitpunkt hat sie mit dem 50er schon im Supermarkt bezahlt.

Die Relevanz

Rüdiger Richert vom Landeskriminalamt in Schleswig-Holstein glaubt jedoch nicht, dass die Bankkundin ihr gutes Geld gegen Falschgeld eintauschte. Zwar könne er sich vorstellen, dass Mitleid ausgenutzt werde. Aber: Die geschädigte Kundin könnte sich mit großer Wahrscheinlichkeit an das Pärchen erinnern. Der Polizei wären somit viele Möglichkeiten gegeben, die Betrüger zu finden. Darum sei eine solche Situation nicht der Regelfall.

„Wer Falschgeld verbreitet, versucht, anonym zu bleiben“, sagt Richert. Die Täter nutzten es aus, wenn viele Leute unterwegs seien, und kaum Zeit für Kontrollen bleibt – beispielsweise bei Volksfesten oder im Weihnachtsgeschäft.

Doch auch dann kommen Deutsche in der Bundesrepublik eher selten mit Falschgeld in Kontakt: 2012 hatte die Bundesbank etwa 41.500 falsche Euro-Noten registriert. Das waren zwar 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotzdem kommen so auf 10.000 Bürger nur fünf falsche Banknoten. Rainer Elm vom Nationalen Analysezentrum der Deutschen Bundesbank in Mainz rechnet vor: “Somit bräuchte es 2000 Jahre, bis man statistisch gesehen einmal mit Falschgeld in Berührung kommt“.

Von den 41.500 gefälschten Scheinen waren über 19.000 20-Euro-Scheine, 14.000 waren 50er, etwas über 5000 entfielen auf die 100-Euro-Scheine. Aber auch 5-, 10-, 200- und 500-Euro-Scheine wurden gefälscht. Auch Münzen sind nicht fälschungssicher: So waren 2012 fast 41.000 falsche 2-Euro-Stücke sowie 1-Euro- und 50-Cent-Münzen im Umlauf.

Neue Euroscheine am Mai
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7 Kommentare zu "Streitfall des Tages: Wie Sie Falschgeld erkennen"

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  • Alles PAPIERGELD ist eigentlich gar kein richtiges Geld. Früher stand drauf, daß man bei der Reichsbank Gold dafür bekommt... jetzt steht oft nur noch drauf "Wir glauben an Gott" oder ähnlich... das hilft irgendwie nicht weiter. Wer sich Bündel an PAPIER-Geld anhäuft, häuft nur Papier an. Im Krisenfall: wertlos. Nur Gold und Silber hilft da weiter...

  • Falschgeld kann man ganz leicht erkennen. Es steht nämlich EURO drauf. Und Betrüger ekennt man auch ganz leicht. Die nennen sich dann überzeugte Europäer.

  • "Trotzdem kommen so auf 10.000 Bürger nur fünf falsche Banknoten. Rainer Elm vom Nationalen Analysezentrum der Deutschen Bundesbank in Mainz rechnet vor: 'Somit bräuchte es 2000 Jahre, bis man statistisch gesehen einmal mit Falschgeld in Berührung kommt'."

    Was ist denn das für ein Blödsinn? Das hieße ja, dass jeder Bürger im statistischen Mittel nur eine Banknote pro Jahr in die Hand kriegt (10000/5*1 = 2000). Ich persönlich glaube eher, dass jährlich einige hundert Banknoten durch meine Hände gehen. Aber vielleicht stehen die Leute in der Handelsblatt-Redaktion ja eher auf Münzgeld und bei denen ist das daher anders...

  • Alles Geld, virtuell oder eal, was im Umlauf ist, ist Falschgeld, weil niemand fuer den Wert der draufgedruckt ist haftet. Lediglich die illusion, dass man einen entsprechenden gegenwert dafuer erhaelt, laesst dieses Monopoly noch weiter laufen!
    Jetzt, wo kein einziges Land, ausser die sog. Schwellenlaender geringe Verschuldung), mehr seine aufgehaeuften Schulden zurueckzahlen kann (nicht mal die Zinsen dafuer ohne dafuer neue Schulden zu machen), ist diese Illusion bald verraucht! Sie wird nur noch durch massive Falschgeldvermehrung noch einige Zeit aufrecht erhalten, bis dieses System seinen ganz natuerlichen Gang der Waehrungsreformen gehen wird! Hoffentlich bald, denn sonst wird die Reform umso heftiger ausfallen und 99% der bevoelkerung um sein Erspartes bringen!

  • Das meiste Falschgeld druckt immernoch die EZB. Falschgeld deshalb, da sie die Geldmenge erhöht, ohne dass das Güterangebot dahinter größer geworden wäre. Auch hat das Geld keinen Anspruch mehr. Die meisten wissen ja heute nicht mal mehr, was eigentlich Geldscheine früher waren. Es waren Schuldscheine der Zentralbanken. Auf den Scheinen stand noch darauf, dass jeder der diesen Schein bei der (Zentral/Landes)Bank vorlegt, Anspruch auf xy Mark hat. Und zwar auf eine Münze mit einem definierten Gewicht und Feinheit aus einem entsprechenden Metall. Meist in der Geschichte war das Gold. Später wurde die Einlösung zurück genommen, der Staat verfrühstückte das zur Deckung benötigte Gold in Wahlgeschenken und wir zahlen heute mit Zetteln, die das Papier nicht wert sind auf dem sie gedruckt sind. Jederzeit vom Gutdünken unserer Politiker abhängig. Schaut euch dieses korrupte Pack an. Wir haben einen Finanzminister, welcher tief in die CDU Spendenaffaire verwickelt war, Briefumschläge mit Geld von Waffenhändlern annahm, ... Da werden nun manche schreien und sagen die Zentralbank wäre von der politischen Entscheidung frei? Ja, auf dem Papier. Schaut euch an, wie sich die Zentralbank zum Steigbügelhalter der Politik machte und gegen jeden Vertrag und jede Satzung verstoßen hat.

  • Falschgeld erkennt man daran, daß es auf Papier/Baumwolle gedruckt ist und keinen Satz enthält, daß man es gebührenfrei BEIM EMITTENTEN gegen etwas Wertighaltiges (das wären in diesem Fall Silber und Gold) eintauschen kann.

    Früher stand z.B. auf Dollarscheinen, daß man es gegen "legal tender" eintauschen kann - das ist laut Verfassung der USA Gold und Silber. Ein Witzbold hat sich nach "Aufhebung der Goldbindung" den Spaß gemacht und 10 Dollar eingeschickt, um es in "legal tender" umzutauschen. Er bekam daraufhin 2 Fünfer. Diese wiederum eingetauscht brachten ihm die 10 Dollarnote wieder ein. Und dieses Spiel kann man - wie jeden Zirkelschluß - noch unendlich oft spielen. Inzwischen wurde daher der Satz von dem Schein entfernt.

    Man kann es also nur noch im Laden in etwas Werthaltiges umwandeln - solange dort noch legales Falschgeld akzeptiert wird.

  • Als würde es noch eine Rolle spielen ob die Dinger echt oder unecht sind....Hallo,? wir haben einen Italiener an der Notenpresse, wen juckt also Falschgeld noch?

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