S&K-Prozess im Endspurt „Strafprozess heißt Hören und Staunen“

Seite 2 von 3:
Anlegergelder umgeleitet
Heiße Frauen, Promis und Nobelkarossen
2-formatOriginal
1 von 22

Jonas Köller und Stephan Schäfer waren bekannt für ihre Parties. Damit dürfte es erst mal vorbei sein. Denn die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Anlagebetrug in dreistelliger Millionenhöhe gegen die Frankfurter Unternehmensgruppe S&K.

2-formatOriginal
2 von 22

„Get rich or die tryin´“, werde reich oder stirb, wenn du es versuchst - so könnte auch das Motto der beiden S&K-Chefs Jonas Köller (Foto) und Stephan Schäfer lauten. Mittlerweile sitzen beide in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft ihnen vor, betrügerisch erlangte beziehungsweise veruntreute Anlagegelder hauptsächlich für den extrem aufwändigen und exzessiven Lebensstil der Beschuldigten verwendet zu haben. Die Beschuldigten bestreiten bisher die Vorwürfe.

2-formatOriginal
3 von 22

Ein opulenter Fuhrpark gehörte ebenfalls zum aufwändigen und exzessiven Lebensstil der beschuldigten Firmenchefs. Laut WirtschaftsWoche gehörten zum Fuhrpark von S&K Edelkarossen wie Porsche, Lamborghini, Ferrari, Audi R8, Bentley Cabrio und 7er BMW und Aston Martin DB9 Cabrio.

2-formatOriginal
4 von 22

Sogar ein Hubschrauber wurde mit dem Logo der Unternehmensgruppe dekoriert.

2-formatOriginal
5 von 22

Auch mehr oder weniger prominente Gäste wie hier Sänger Mark Medlock wurden von Köller und Schäfer gern empfangen.

1-formatOriginal
6 von 22

Hier empfängt Köller den durch die "Big-Brother"-Sendung bekannt gewordenen "Jürgen".

2-formatOriginal
7 von 22

Für eine seiner Veranstaltungen mietete S&K-Chef Köller einen Elefanten.

Solche Dinge erwähnte der neue Staatsanwalt am Mittwoch nicht. Er schilderte in seinem Plädoyer lediglich, dass die S&K-Gründer in ihren Gesellschaften selbst die Hand aufgehalten hätten, sich Gewinne ausgeschüttet und bereichert hätten. Insgesamt soll Schäfer 6,5 Millionen Euro erlangt haben, bei Köller sollen es 5,7 Millionen Euro gewesen sein. Als das Geld in ihren eigenen Fonds knapp wurde, sollen sie Fonds von Midas, DCM und SHB übernommen haben. Dann hätten sie deren Anlegergelder in die S&K-Gesellschaften umgeleitet. Dabei sollen die Mitangeklagten Thomas G. und Marc-Christian S. geholfen haben, die in den jeweiligen Fonds als Geschäftsführer eingesetzt wurden.

Wegen schwerer gemeinschaftlich verübter Untreue und Anstiftung dazu forderten die Staatanwälte für Schäfer und Köller eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten. „Ich persönlich war von ihren Geständnissen überrascht“, sagte Krüger, sie haben Fehler eingestanden, wollen die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und haben sich bei den geschädigten Anlegern entschuldigt. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie es nicht ernst meinen“, so der Oberstaatsanwalt. Für Marc-Christian S. fordert er sieben Jahre Haft und für Thomas G. vier Jahre und drei Monate.


Als die Staatsanwälte ihr Plädoyer nach vier Stunden beendet hatten, schien es kurz als wollten die Verteidiger doch wieder zu ihrer einstigen Trotzhaltung zurückkehren. „Wir würden gerne über Teilaspekte aus dem Plädoyer nachdenken und gegebenenfalls unseren Schlussvortrag anpassen“, sagte Köllers Verteidiger Andreas Kost. Terminlich wäre es zum Problem geworden, wenn die Plädoyers und Schlussvorträge nicht an diesem Mittwoch abgeschlossen worden wären, denn vor den Osterferien ist nur noch ein Sitzungstermin am 29. März vorgesehen. Das Urteil aber muss zehn Tage nach dem letzten Vortrag der Verfahrensbeteiligten verkündet werden. Nach fünf Minuten Verhandlungspause, war die Kooperationsbereitschaft jedoch wieder hergestellt.

Nun folgte der Auftritt von Schäfers Verteidiger Ulrich Endres, der für sich die Kategorie „Emotion und Rage“ beanspruchen könnte. Der Anwalt versuchte zu veranschaulichen, was eine Untersuchungshaft von vier Jahren und einem Monat bedeutet. In der Zeit seien Kinder geboren worden, ein Papst sei zurückgetreten, Deutschland sei Fußballweltmeister geworden, Flugzeuge seien abgestürzt… Er ereiferte sich einmal mehr über die früheren Staatsanwälte, die sich „wie Jäger“ verhalten hätten, einer habe in der Verhandlung ein Dauergrinsen im Gesicht gehabt, „ich dachte erst, er würde unter einer Gesichtslähmung leiden“. Auch Schäfers Fenstersprung während einer Zivilverhandlung im Herbst 2013 sprach er an: „Er wollte nicht fliehen, er war verzweifelt“. Sein Ziel sei nun die Halbstrafenregelung für Schäfer zu erreichen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Urteile am 29. März
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: S&K-Prozess im Endspurt - „Strafprozess heißt Hören und Staunen“

0 Kommentare zu "S&K-Prozess im Endspurt: „Strafprozess heißt Hören und Staunen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%