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S&K vor Gericht Prozess gegen Protz-Unternehmer beginnt im Chaos

Während die Chefs der S&K-Immobiliengruppe in Saus und Braus lebten, machten Anleger horrende Verluste. Jetzt stehen sechs Angeklagte vor dem Frankfurter Landgericht. Doch der erste Prozesstag begann holprig.
24.09.2015 - 14:31 Uhr
Die beiden S&K-Firmengründer sollen mehrere tausend Anleger mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem um ihr Geld gebracht haben. Im Gerichtssaal treffen sie auf die wütende Zuschauer. Quelle: dpa
S&K-Betrugsprozess in Frankfurt

Die beiden S&K-Firmengründer sollen mehrere tausend Anleger mit einem verschachtelten Firmen- und Beteiligungssystem um ihr Geld gebracht haben. Im Gerichtssaal treffen sie auf die wütende Zuschauer.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Fall S&K stellt die Justiz vor Herausforderungen – und zwar ganz praktisch: „Gib mir mal den Sitzplan, schnell!”, plärrt ein Justizdiener im Saal des Frankfurter Landgerichts seinen Kollegen an: Wer sitzt wo, welcher Anwalt vertritt wen? Selbst die Profis scheinen im vollen Gerichtssaal für einen Moment die Orientierung zu verlieren, als heute in Frankfurt das wohl größte Wirtschaftsstrafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte beginnt. Der erste Verhandlungstag im Prozess gegen die beiden Firmenchefs Stephan Schäfer und Jonas Köllers sowie vier weitere Angeklagte verläuft reichlich chaotisch – und wird schon nach kurzer Zeit vertragt.

Schäfer und Köller, die Namensgeber der S&K-Gruppe, sollen gemeinsam mit Komplizen Anleger um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben. Auf 3150 Seiten haben die Staatsanwälte ihre Version der Geschehnisse dargelegt. Die Anklage lautet auf schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrug sowie Beihilfe dazu und Untreue. Doch zur Verlesung der Anklageschrift kommt es am ersten Prozesstag erst gar nicht.

Denn der Rechtsanwalt von Nina U., einst die Freundin von Schäfer, hält das Gericht für voreingenommen. Der Grund: In ihrem Eröffnungsbeschluss sollen die Juristen einen Schaden höher angesetzt haben als die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift. Die Zahl sei eindeutig falsch. „Das lässt den Schluss zu, dass man die Anklageschrift nicht gelesen hat”, moniert der Verteidiger. Ein Frontalangriff auf die Richter.

Nach mehreren Unterbrechungen vertagen sie sich, damit über den Antrag entschieden werden kann. „Der Antrag ist völliger Quatsch“, sagt ein Jurist, der den Prozess beobachtet. Dennoch kann das Gericht nicht darüber hinweg gehen.

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    Dem Ende des Mammutverfahrens ist das Gericht nach dem ersten Verhandlungstag kein Stück näher gekommen. Seit zweieinhalb Jahren sitzen die Angeklagten in Untersuchungshaft. Damals rückten mehr als 1 000 Ermittler zu einer Großrazzia aus und bereiteten den Geschäften von Schäfer und Köller ein Ende. Bis dahin hatten sie mit Immobilien gehandelt, Fonds aufgelegt und Rückzahlungsansprüche von Lebensversicherungskunden erworben.

    „Lass die Handschellen dran!”
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