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Trotz empfindlicher Strafen Jeder Vierte ist nur zum Schein selbstständig

Strafen, Steuernachzahlungen, Reputationsverlust: Scheinselbstständige bergen ein hohes Risiko für Unternehmen. Trotzdem stecken viele Selbstständige in verdächtigen Arbeitsverhältnissen. Risikobewusstsein? Fehlanzeige.
17.12.2015 - 16:54 Uhr
Arbeitet man nur für einen Auftraggeber, gilt man in der Regel nicht als selbstständig. Quelle: dpa
Vorgetäuschter Freelancer

Arbeitet man nur für einen Auftraggeber, gilt man in der Regel nicht als selbstständig.

(Foto: dpa)

Stuttgart Ein großer Teil der Selbstständigen müsste nach einer Untersuchung der Wirtschaftsberatung Ernst & Young eigentlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. In Deutschland seien etwa 1,2 Millionen in einem Arbeitsverhältnis, dass potenziell scheinselbstständig sei, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. Das seien gut 28 Prozent aller Selbstständigen. Der volkswirtschaftliche Schaden könne für die Sozialversicherungssysteme damit auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzt werden.

Etwa 24 Prozent der Selbstständigen seien in den Räumen des Auftraggebers tätig und in dessen Betriebsablauf eingebunden. Zehn Prozent arbeiteten nur für einen einzigen Auftraggeber. Ein Fünftel sind länger als 18 Monate für einen Auftraggeber tätig. 82 Prozent der befragten Unternehmen halten das Risiko von Sanktionen allerdings für gering.

„Erhebliche Steuernachzahlungen, Strafzahlungen, persönliche Haftung von Führungskräften und der Verlust von Reputation – das Schadenspotenzial für Unternehmen ist enorm“, warnt Markus Lohmeier, bei Ernst & Young für die Themen Integrität und Recht zuständig.

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