Untreue, Betrug, Urkundenfälschung Vier Jahre Haft für Steuerberater

1,7 Millionen Euro veruntreute ein Steuerberater aus dem schleswig-holsteinischen Laboe. Vor allem langjährige Mandanten, die auf eine sichere Geldanlage hofften, wurden geprellt – darunter auch ein Kindergarten.
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Wegen Fluchtgefahr wurde der Antrag des Verteidigers, die Untersuchungshaft auszusetzen, abgelehnt. Quelle: dpa
Haftbefehl bleibt bestehen

Wegen Fluchtgefahr wurde der Antrag des Verteidigers, die Untersuchungshaft auszusetzen, abgelehnt.

(Foto: dpa)

KielWeil er Mandantengelder in Millionenhöhe veruntreute, muss ein Steuerberater vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht verurteilte den 59-Jährigen aus Laboe am Dienstag wegen Untreue und Betrugs sowie Urkundenfälschung in insgesamt neun Fällen. Die wegen Beihilfe mitangeklagte Ehefrau des Mannes erhielt eine Bewährungsstrafe von gut einem Jahr. Den Gesamtschaden gab der Richter mit über 1,7 Millionen Euro an.

Ursprünglich ging die Anklage sogar von 2,2 Millionen Euro Schaden und zwölf Fällen aus. Geschädigt wurden vor allem langjährige Mandanten des Mannes, die auf eine sichere Geldanlage mit einer Rendite von bis zu sechs Prozent hofften. Auch von einem Kindergarten zweigte der Angeklagte rund 175 000 Euro ab.

Im Zuge einer Verständigung zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft wurden einige Fälle eingestellt. Zudem wurde dem Steuerberater für sein Geständnis ein milderer Strafrahmen zugesichert. Ihm hatten bis zu zehn Jahre Haft gedroht.

Der 59-Jährige, der sich in Privatinsolvenz befindet, sitzt seit Oktober 2014 in Untersuchungshaft. Den Antrag des Verteidigers, den Haftbefehl vorübergehend auszusetzen, lehnte das Gericht ab - wegen Fluchtgefahr. Zivilrechtlich klagten Ex-Mandanten bereits erfolgreich auf Schadenersatz. Seine Ehefrau reichte die Scheidung ein.

Welche neuen Regeln ab Mai gelten
Bußgeld für fehlerhaften Energieausweis
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Gibt es zu einem Gebäude einen Energieausweis, müssen bestimmte Angaben daraus auch in Immobilienanzeigen genannt werden. Wer dies nicht tut, dem droht ab 1. Mai 2015 ein Bußgeld in Höhe von bis zu 15.000 Euro.

Wohnungsbesichtigungen
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Der Energieausweis muss auch bei Wohnungsbesichtigungen vorgezeigt werden, sonst kann ebenfalls ein Bußgeld drohen.

Europäischer Austausch bei Verkehrsvergehen
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Ab 6. Mai sollen Länder der Europäischen Union auch anderen EU-Staaten Zugang zu ihren Fahrzeugregistern gewähren. Das gilt aber nur bei einigen Delikten wie Telefonieren am Steuer, Trunkenheit am Steuer oder zu hoher Geschwindigkeit. Für Großbritannien, Irland und Dänemark gilt eine Übergangsfrist bis 2017.

Was sich nicht ändert: Knöllchen können weiterhin auch grenzübergreifend ab Bußgelder in Höhe von 70 Euro vollstreckt werden. Doch wenn man nicht selbst am Steuer saß oder von Behörden nicht eindeutig ermittelt werden kann, kann nicht zur Zahlung herangezogen werden.

Frauenquote in Unternehmen
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Über drei Jahrzehnte wurde gestritten, jetzt gilt das Gesetz über Frauenquoten in Führungsgremien. Es schreibt einen Frauenanteil von 30 Prozent in den Aufsichtsräten von etwa 100 börsennotierten Großunternehmen sowie Zielvorgaben für die Erhöhung des Frauenanteils in rund 3500 weiteren Firmen vor. Die Vorgabe gilt auch für die Bundesverwaltung im öffentlichen Dienst.

Assistierte Ausbildung
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Die „Assistierte Ausbildung“ wird ebenfalls zum 1. Mai neu eingeführt. Mehr benachteiligte junge Menschen sollen intensiv auf eine betriebliche Berufsausbildung vorbereitet und zum erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung geführt werden. Eine individuelle und kontinuierliche Unterstützung und die Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses sind Kernelemente. Künftig sollen zudem alle jungen Menschen, die ausbildungsbegleitende Hilfen zur Aufnahme und zum erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung benötigen, diese erhalten können.

Solaranlagen: Mit Sicherheit auf der Sonnenseite bleiben
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Mehr Transparenz auf dem Strommarkt: Spätestens ab Anfang Mai müssen Stromnetzbetreiber die vermarkteten Energiemengen aufgeschlüsselt nach Wind-, Photovoltaik- und sonstiger erneuerbarer Erzeugung veröffentlichen.

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  • dpa
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