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Verbraucherschutz Kunden erhalten überraschende Inkassoforderungen nach Amazon-Kauf

Die Verbraucherzentrale NRW macht auf mysteriöse Inkassoforderungen aufmerksam. Der Fall hängt mit Online-Käufen bei Amazon zusammen.
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In einem jüngeren Fall wurde das Geld zunächst von Amazon zurückgesendet – anschließend forderte der Händler das Geld wieder ein. Quelle: dpa
Inkassoschreiben

In einem jüngeren Fall wurde das Geld zunächst von Amazon zurückgesendet – anschließend forderte der Händler das Geld wieder ein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Ein Schreiben von einem Inkassobüro zu bekommen kann ein Schock sein. Man fühlt sich geradezu persönlich angegriffen, wenn einen der Vorwurf trifft, eine Rechnung nicht bezahlt zu haben. Hinzu kommt, dass diese Büros von ihrem Tonfall her häufig den Eindruck einer Art amtlichen Hoheit vermitteln, obwohl es sich um private Unternehmen handelt. Doch nicht immer sind Inkassoforderungen berechtigt.

Die Verbraucherzentrale NRW macht auf einen Fall aufmerksam, der mit Amazon zusammenhängt. Kunden hatten über Amazon-Marketplace Softwarelizenzen der JP Trading Enterprises UG gekauft und sie auch über Amazon bezahlt. Nach längerer Zeit hat Amazon diesen Kaufpreis aber zurückerstattet. Und anschließend enthielten die Kunden Inkassoforderungen einer Juslegal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

Beide residieren offenbar im bayerischen Vaterstetten, sind aber in einschlägigen Telefonverzeichnissen an diesem Ort nicht zu finden. In einem Fall hatte ein Kunde vor elf Monaten einen Softwareschlüssel für sieben Euro gekauft und soll jetzt insgesamt 90 Euro bezahlen.

Die Verbraucherschützer raten, das Schreiben keineswegs zu ignorieren, sondern sich beraten zu lassen oder mit einem Musterbrief darauf zu antworten. Falls Kunden Geld von Amazon zurückbekommen haben, sollten sie das erneut an Amazon überweisen. „Alle weiteren Forderungen müssen sie nach unserer Auffassung nicht tragen“, heißt es. Kunden, die bezahlt hätten, könnten sich nicht im „Verzug“ befinden, wie es offenbar in den Inkassobriefen heißt.

Der Fall ist etwas mysteriös. Amazon gab bei den Rückzahlungen „Kontoberichtigung“ an. Einige Kunden erhielten offenbar Briefe von JP Trading, in denen ein interner IT-Fehler als Grund für Rückbuchung genannt wurde. Amazon selbst prüft nun rechtliche Schritte und hat das Unternehmen bereits gesperrt.

Betrug mit falschen Namen

Inkassobüros haben die Aufgabe, sich mit Leuten auseinanderzusetzen, die eine Rechnung nicht bezahlen können oder wollen. Mitunter werden sie aber missbraucht, um bei unklarer Rechtslage zusätzlichen Druck aufzubauen – unter anderem durch die zusätzlich anfallenden Gebühren. In dem Fall gilt es, ruhig Blut zu bewahren.

Denn: Zur Klärung einer Rechtsfrage können diese Firmen nichts beitragen, das ist Sache der Rechtsanwälte. Die Verbraucherzentralen bieten auf ihren Webseiten einen Onlinecheck zu Inkassofragen an. Der soll aber keine individuelle Rechtsberatung ersetzen.

Die nächste Stufe nach dem Inkassobrief ist der gerichtliche Mahnbescheid. Wichtig: Die Gerichte stellen ihn aus, ohne den Sachverhalt zu prüfen. Entscheidend ist, Widerspruch einzulegen, um die Zahlung abzuwenden, wenn sie nicht gerechtfertigt ist. Andernfalls kann das Geld zunächst einmal eingetrieben werden. Die Frist für den Widerspruch beträgt nur zwei Wochen, was gerade in Urlaubszeiten zum Problem werden kann. Details dazu finden sich auch auf der Webseite Schuldnerberatung.de.

Es gibt noch andere Fälle, die zu unberechtigten Mahnungen führen können. Eine Betrügermasche ist zum Beispiel, Waren auf Rechnung einer fremden Person zu bestellen und unter deren Namen dann im Zustellershop abzuholen. Der angebliche Besteller bekommt anschließend Mahnungen, mitunter dann auch Inkassobriefe. Das Verfahren wird dadurch erleichtert, dass manche Versandhändler die Identität von Bestellern nicht überprüfen.

Hinzu kommt: Zwar sollte jeweils per Ausweis geprüft werden, wer im Zustellershop ein Paket abholt, aber offenbar wird diese Regel nicht immer eingehalten.

Mehr: Wie künstliche Intelligenz säumige Schuldner zum Zahlen bewegen soll, lesen Sie hier.

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