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Verbraucherschutz Vergleichsportale wie Check24 und Verivox sollen strenger kontrolliert werden

Vergleichsportale sorgen für Preistransparenz in einzelnen Branchen – doch oft ist offen, wie die Rankings zustande kommen. Das könnte sich bald ändern.
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Das Justiz- und Verbraucherschutzministerium prüft eine intensivere Kontrolle. Quelle: dpa
Vergleichsportal wie Check24

Das Justiz- und Verbraucherschutzministerium prüft eine intensivere Kontrolle.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vergleichsportale im Internet sollen in erster Linie Verbrauchern das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Unbestritten ist: Ihr Einfluss wird immer größer. Die jüngste Pleite des Stromanbieters BEV, der über 500.000 Kunden betrifft, wirft nun Fragen auf, inwiefern die Portale wie Check24, Verivox und Idealo eine Mitschuld daran tragen, dass wackelige Geschäftsmodelle regen Zulauf haben.

In puncto Transparenz jedenfalls haben sie offenbar Nachholbedarf: Verbraucherschützer planen einem Medienbericht zufolge, die Vergleichslisten künftig etwas strenger zu kontrollieren.

Gerd Billen, Staatssekretär im Justiz- und Verbraucherschutzministerium, prüft der Süddeutschen Zeitung zufolge eine intensivere Beobachtung der Praktiken von Vergleichsportalen. Die Netzagentur, die heute schon zuständig ist für den Wettbewerb bei Strom, Gas und Telekommunikation, müsste die Vergleichsportale gründlicher ins Visier nehmen und im Zweifelsfalls rügen oder unterbinden.

Denn oft ist unklar, wie die einzelnen Rankings tatsächlich zustande kommen. Wie werden einzelne Indikatoren gewichtet? Werden Unternehmen bevorzugt, andere vielleicht bewusst ignoriert? Wo lauern versteckte Gefahren für Verbraucher? Derartige Fragen bleiben häufig unbeantwortet.

Das Bundeskartellamt untersucht die Vergleichsportale derzeit bereits. In einem ersten Bericht, der Ende 2018 veröffentlicht wurde, kritisieren die Wettbewerbshüter den beschränkten Marktüberblick in einzelnen Branchen und zudem die Provisionszahlungen von Anbietern an Vergleichsportale, die für ein besseres Ranking sorgen.

Rückendeckung bekommt Billen dem Bericht zufolge vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). „Die Zeit ist vorbei, dass sich die Portalbetreiber auf die Position zurückziehen, sie lieferten nur Informationen“, sagte VZBV-Chef Peter Müller. Zuvor hatte Müller bereits der Nachrichtenagentur DPA gesagt: „Verbraucher wären besser geschützt, würden Vergleichsportale beim Ranking der Energieanbieter stärker berücksichtigen müssen, ob diese nur kurzfristig oder dauerhaft günstige Tarife anbieten.“

Verivox und Co. sehen ihre Rolle auch nicht als Kontrolleure der Stromlieferanten. „Wir sind als Vergleichsportal nicht die Wächter des Marktes, sondern können den Markt nur transparent widerspiegeln“, sagte Verivox-Managerin Dagmar Ginzel. Ähnlich argumentiert Check24. „Wir haben keine umfassende Einsicht in die finanzielle Situation von Energieanbietern“, teilte ein Sprecher mit.

Es sei Aufgabe der Bundesnetzagentur, „eine möglichst sichere, preisgünstige und verbraucherfreundliche Versorgung mit Strom und Gas sicherzustellen“, betonte Ginzel. Im Fall BEV wie bei früheren Anbieterinsolvenzen zeige sich aber, dass die Behörde „eher zu spät als zu früh eingreift“. Was die Bonner Behörde anders sieht: In alle Fällen seien „stets die jeweils erforderlichen Aufsichtsmaßnahmen eingeleitet“ worden, erklärte sie.

  • leo
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