Verbraucherschutzminister Maas fordert Dispo-Beratungspflicht der Banken

Die Geldbeschaffung ist für die Banken so günstig wie nie, trotzdem verlangen sie für Dispo-Kredite Zinsen von deutlich über zehn Prozent. Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas will damit Schluss machen
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Justizminister Heiko Maas kritisierte die Banken für ihre hohen Dispo-Zinsen: „Das ist überzogen und nicht akzeptabel.“ Quelle: dpa

Justizminister Heiko Maas kritisierte die Banken für ihre hohen Dispo-Zinsen: „Das ist überzogen und nicht akzeptabel.“

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BerlinJustiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) will die Bankkunden künftig besser vor der Inanspruchnahme teurer Überziehungskredite bei ihrem Girokonto schützen. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) kündigte er eine Beratungspflicht der Institute für solche Kunden an, die regelmäßig diese Kredite in Anspruch nehmen. „Wir müssen das tun, was rechtlich unbedenklich ist und den Kunden praktisch hilft: Wir wollen die Banken verpflichten, ihre Kunden auf niedriger verzinste Alternativangebote und Umschuldungsmodelle hinzuweisen“, sagte er. Die regelmäßige Nutzung des Dispo sei oft Einstieg in die dauerhafte Überschuldung von Kunden.

Der SPD-Politiker kritisierte die Banken für ihre hohen Dispo-Zinsen: „Das ist überzogen und nicht akzeptabel.“ Es gebe gerade in der derzeitigen Niedrigzinsphase überhaupt keinen Grund, so hohe Zinsen zu verlangen. Zugleich forderte er mehr Transparenz. „Die Höhe der Dispo-Zinsen sollte für die Kunden auch im Internet vergleichbar sein.“ Das sollte es den Banken schwerer machen, den Kunden in der jetzigen Zeit niedriger Zinsen hohe Dispo-Zinsen abzuverlangen.

Für Dispo-Kredite verlangen viele Banken derzeit Zinsen von deutlich über zehn Prozent trotz eines historisch niedrigen Leitzinses der Europäischen Zentralbank.

Auch beim grauen Markt möchte Maas handeln. Als Konsequenz aus der Prokon-Insolvenz prüft der Bundesverbraucherschutzminister eine Erweiterung der Kompetenzen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). „Wir wollen den Zielkatalog der Bafin erweitern“, sagte Maas am Freitag bei einem Besuch der Verbraucherzentrale des Saarlandes in Saarbrücken. Künftig sollten auch Produkte wie Genussscheine, die das Windenergie-Unternehmen ausgegeben hatte, geprüft werden. Zudem solle die Bafin in die Lage versetzt werden, je nach Produkt möglicherweise die Werbung dafür einzuschränken.

Außerdem werde die Möglichkeit geprüft, den Verkauf solcher Produkte, „wenn sie ein zu hohes Risiko beinhalten, auch gänzlich zu untersagen“, sagte Maas. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es in den kommenden Wochen ein Ergebnis geben werde. Bei Prokon hatten mehr als 75 000 Anleger in sogenannte Genussrechte rund 1,44 Milliarden Euro investiert.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Verbraucherschutzminister: Maas fordert Dispo-Beratungspflicht der Banken"

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  • Keiner wird gezwungen über seine Verhältnisse zu leben. Es wird auch keiner gezwungen einen Dispo zu nehmen. Wenn er dieses aber macht, muss er auch Zinsen zahlen. Wenn es ihm nicht gefällt, soll er sein Konto ausgleichen und schon bezahlt er auch keine Dispozinsen mehr.
    Ich versteh nicht warum sich jetzt so ein dahergelaufener "Politiker" damit jetzt wieder profilieren möchte. Mal ein kleiner Tipp, "...wenn man mal nichts zu sagen hat, einfach Fresse halten...."

  • Aha, aber Sozen wählen dürfen sollen die gleichen "mündigen" Bürger, die meistens deren Clientel stellen, ohne jeglichen Qualifikationsnachweis. Merke, wer zu doof ist die rudimetären Bereiche der Lebensgestaltung zu beherrschen, dem sollte auch das Wahlrecht entzogen werden

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