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Vergleichsportal für Kontoentgelte Verbraucher müssen auf neutrale Vergleichswebsite für Bankgebühren noch länger warten

Der Rückzug von Check24 hat die Bundesregierung auf dem falschen Fuß erwischt. Ein alternatives unabhängiges Vergleichsportal ist nicht in Sicht.
02.03.2021 - 14:36 Uhr Kommentieren
Mit einem unabhängigen Vergleichsportal sollen Verbraucher ihre Bankverbindung wechseln, wenn sie feststellen, dass die Angebote der Konkurrenz deutlich günstiger sind. Quelle: dpa
Girokarten

Mit einem unabhängigen Vergleichsportal sollen Verbraucher ihre Bankverbindung wechseln, wenn sie feststellen, dass die Angebote der Konkurrenz deutlich günstiger sind.

(Foto: dpa)

Berlin Eine unabhängige Vergleichswebsite für den Kontovergleich ist nach dem Rückzug von Check24 vorerst nicht in Sicht. „Der Tüv Saarland hat der Bundesregierung mitgeteilt, dass einige Anbieter grundsätzliches Interesse an der Zertifizierung zeigen, derzeit allerdings kein Anbieter den formalen Zertifizierungsprozess begonnen hat“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Die Antwort liegt dem Handelsblatt vor.

Check24 ist bislang das einzige Vergleichsportal, das nach dem Zahlungskontengesetz einen Vergleich der Kontoentgelte anbieten durfte. Im Kern soll die größere Transparenz dazu führen, dass Verbraucher ihre Bankverbindung wechseln, wenn sie feststellen, dass die Angebote der Konkurrenz deutlich günstiger sind.

Nach einer Klage vom Bundesverband Verbraucherzentrale stellte Check24 den Betrieb allerdings ein. Die Verbraucherschützer hatten kritisierten, dass zu wenig Banken und zu wenig Kontomodelle von dem Vergleich abgedeckt wurden. Damit seien die europarechtlichen Anforderungen nicht erfüllt worden.

Die Bundesregierung nimmt die Klage lediglich zur Kenntnis und will sie nicht beurteilen. In der Antwort an die Grünen lässt die Bundesregierung durchblicken, dass sie die in der Klage aufgeworfenen Kritikpunkte in die Prüfung für Optionen mit einbeziehen will.

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    Die Regierung geht davon aus, dass Check24 die zertifizierte Vergleichswebsite „auf nicht absehbare Zeit eingestellt hat“. Daher werde „mit Hochdruck“ an Alternativen gearbeitet – allerdings kristallisiert sich noch keine heraus. „Es ist ein Trauerspiel. Seit mehr als einem Monat gibt es keine zertifizierte Girokonten-Vergleichswebsite, und außer Prüfungen ist seitens der Bundesregierung noch nichts passiert“, moniert der Grünen-Politiker Stefan Schmidt.

    Öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Lösung möglich

    Check24 hatte nach eigenen Angaben die Kontoentgelte aller großen Banken abgedeckt, dazu die 50 größten Onlinebanken, alle PSD-Banken sowie die großen Sparkassen und Volksbanken. Gemessen an der Anzahl der rund 1700 Banken ist das zwar nur rund ein Drittel, doch entfallen 80 Prozent der Bilanzsumme auf die Institute, die Check24 erfasst hat.

    Allerdings bemängelte Check24, dass keine Möglichkeit bestand, die notwendigen Daten beispielsweise über die Höhe der Dispozinsen, Kontoführungskosten, Kosten für Barabhebungen automatisch zu erhalten. Dann hätte ein Vergleich auf wesentlich größerer Grundlage stattfinden können. Das könnte sich allerdings ändern. „Sowohl die Einrichtung verpflichtender Schnittstellen, sogenannter APIs, als auch einer Meldepflicht an eine öffentliche Stelle werden geprüft“, schreibt die Bundesregierung.

    Prinzipiell kann sich die Koalition sowohl eine öffentlich-rechtliche Lösung als auch eine privatrechtliche Lösung vorstellen. „Die Einrichtung eines staatlichen Vergleichsportals betrieben durch die Finanzaufsicht Bafin stellt eine der in Prüfung befindlichen Optionen dar“, schreibt die Regierung. Diese Variante favorisieren die Grünen.

    Allerdings eruiert die Bundesregierung auch, wie sie privaten Anbietern entgegenkommen kann. Interessierte private Anbieter hatten sich angesichts der absehbaren Kosten – bei der Zertifizierung fallen Kosten in sechsstelliger Höhe an – gar nicht erst auf den Bewerbungsprozess eingelassen.

    Die Höhe der Zertifizierungskosten könne einen „entscheidungsrelevanten Faktor“ darstellen, schreibt die Regierung. Wenn an der Zertifizierung festgehalten wird, sollen Maßnahmen geprüft werden, die die „finanzielle Attraktivität der Zertifizierung erhöhen“. Dazu hat Grünen-Politiker Schmidt eine klare Meinung: „Finanzielle Anreize für privatwirtschaftliche Anbieter finden wir nicht richtig.“

    Mehr: Wo Kunden noch Gratiskonten finden

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