Verkehrsrecht Wann Autofahrer zu sehr drängeln

Wer seinem Vordermann auf der Autobahn zu lange zu dicht auffährt, riskiert ein Bußgeld wegen Drängelns. Mit der Entscheidung eines Gerichts werden die Begriffe „lange“ und „dicht“ nun in Zahlenform gegossen.
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Wer seinem Vordermann auf der Autobahn für drei Sekunden zu dicht auffährt, riskiert ein Bußgeld. Quelle: picture-alliance

Wer seinem Vordermann auf der Autobahn für drei Sekunden zu dicht auffährt, riskiert ein Bußgeld.

(Foto: picture-alliance)

HammDas Oberlandesgericht Hamm hat jetzt festgelegt, wann Drängeln auf der Autobahn ein Bußgeld kostet. Autofahrer, die mehr als drei Sekunden einen zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Wagen haben, müssen demnach zahlen. Eine entsprechende Entscheidung hat das Gericht am Donnerstag veröffentlicht. Es bestätigte damit eine in erster Instanz getroffene Entscheidung.

Im konkreten Fall war ein 57 Jahre alter Autofahrer zu einer Geldbuße von 180 Euro verurteilt worden, weil er auf der Autobahn bei Tempo 131 über eine Strecke von 123 Metern lediglich einen Abstand von 26 Metern zum Vorausfahrenden Fahrzeug einhielt (Az: 1 RBs 78/13).

Ein Verstoß gegen die Abstandsregelung kann dem Gericht zufolge mit einem Bußgeld geahndet werden, wenn der Verstoß „nicht nur ganz vorübergehend“ ist. Situationen, die nur kurzzeitig zu einem zu geringen Abstand führen, wie etwa das plötzliche Abbremsen oder ein Spurwechsel eines vorausfahrenden Wagens, sind demzufolge keine schuldhafte Pflichtverletzung.

Die Frage, wann eine Unterschreitung des Abstands nicht nur vorübergehend ist, sei in erster Linie nach ihrer zeitlichen Dauer zu beantworten, entschied das Gericht. Bei einer Unterschreitung von mehr als drei Sekunden liege kein kurzfristiges Versagen mehr vor. Von einem Fahrer sei zu verlangen, dass er innerhalb von drei Sekunden handele, um den Sicherheitsabstand wieder zu vergrößern.

Für schnell fahrende Fahrzeuge wurde die 140-Meter-Regelung festgelegt. Denn wer 140 Meter in weniger als drei Sekunden zurücklege, überschreite die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen von 130 Kilometer pro Stunde deutlich. Deswegen müsse er den geforderten Mindestabstand auch schnell wiederherstellen.

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  • dpa
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12 Kommentare zu "Verkehrsrecht: Wann Autofahrer zu sehr drängeln"

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  • "die armen BMW Fahrer"

    Mein Mitleid hält sich da echt in Grenzen!
    Sicher gibt es überall "Solche" und "Solche", aber die weitverbreitete Aggressivität bei der "Freude am Fahren"-Fraktion ist schon irgendwie... auffällig.
    Auffällig- und fast sprichwörtlich!

  • Es hat sich in den letzten Jahren schon etwas geändert.
    Für Drängler nur die Strafen drastisch hoch setzen.

  • Was soll das gegenseitige ich habe recht Gefasel. Etwas mehr Gelassenheit, Rücksichtnahme und ab und zu mal, erst denken, dann reden und alles regelt sich selbst.
    PS Protzerei ist immer ober peinlich und ich habe keine Zeit, ist die am meist missbrauchte Ausrede der Welt.Es ist nichts anderes, als falsch gesetzte Prioritäten.

  • Denn die Linksschleicher und Oberlehrer sind das Hauptproblem, denn auch die sind größtenteils Schuld für den Beginn von Staus auf der BAB und Landstraßen. Daher wäre es besser sich erst mal mit der Klientel zu beschäftigen.

  • Muss wohl ein nur Fahrrad fahrender Richter gewesen sein.

    Die Realität auf der Autobahn sieht anders aus. Wenn man 140 Meter Abstand hält, schert vor einem permanent jemand aus, sodass man kontinuierlich nach hinten "durchgereicht" wird.

    Viel sinnvoller wäre es, wenn man endlich auch die links schleichenden Oberlehrer härter bestrafen würde!

  • Erst bei einem Zeit-Abstand von < 1.0 Sek darf ich die Fluegelstellung aendern...an meinem 650 PS Scania ....
    Das ist dann bei gefuehlten 90 km/h ~ein Abstand < 25 m !

    ....und dann schleicht ein PKW mit exakt 100 km/h in gleicher Hoehe auf dem Mittelstreifen.... und bewundert die Verbrauchsanzeige....

  • Der Richter war Radfahrer.

  • Sechsundzwanzig Meter? So viel Abstand gibt es kaum mal auf der Autobahn. Ein richtiger Obermotz, der seinen Platz ganz vorn einnehmen will (wo immer das ist), fährt so weit auf, daß der Vordermann sein Nummernschild nicht sehen kann. Das sind dann eher zwei als zwanzig Meter. Wenn der Vordermann bremsen muss, hängt der Obermotz dann wenige Zentimeter hinter oder auch in dessen Auto. - Aber es gibt auch die Gegenseite. Die Linksschleicher, Oberlehrer, Sonntagsfahrer und Träumer. Die sind teilweise vollkommen unberechenbar und somit genauso gefährlich wie die Obermotze. Wenn man z.B. den eigentlich richtigen Abstand zum Vordermann einhält, quetschen sich sofort Ausscherer dazwischen - meist sehr spontan und ohne Blinken. Dann ist der Abstand wieder weg.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sicherheitsabstand ist eine wichtige Sache- allerdings wird auf Autobahnen, nicht nur in D, generell meist zu dicht aufgefahren. Andererseits ist vermehrt feststellbar, dass ein korrekter Sicherheitsabstand konsequent nur schwer einzuhalten ist, weil zu viele Fahrer dies als willkommene Lücke zum Überholen sehen und einem vor die Front kommen - und dies oft auch ohne Blinkzeichen zu geben. Insofern ist eine solch starre Auslegung nicht hilfreich, denn dann würde ich ja nur noch auf der Bremse stehen müssen, und das auf der Überholspur....

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