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Zahlungsfähigkeit Weniger Verbraucher melden Insolvenz an

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Verbraucher sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die Zahl der Privatinsolvenzen ist im ersten Halbjahr deutlich gesunken. Die gute Konjunktur hat aber auch ihre Nachteile.
21.06.2017 - 16:13 Uhr Kommentieren
Firmen mit wenigen Mitarbeitern sind überproportional von Insolvenz bedroht. Quelle: Imago
Kleine Firmen von Pleiten bedroht

Firmen mit wenigen Mitarbeitern sind überproportional von Insolvenz bedroht.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Realeinkommen – für die Konsumenten waren die äußeren Umstände im ersten Halbjahr günstig. Sie konnten ihre Verschuldung zurückfahren oder zumindest erträglich halten, die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging im ersten Halbjahr 2017 deutlich zurück, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch mitteilte.

Zwischen Januar und Juni registrierte das Unternehmen 36.300 Verbraucherinsolvenzen, das sind 7,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl sank bereits seit 2010, aber nie so stark wie derzeit. „Für die privaten Verbraucher sind die Rahmenbedingungen weiter sehr günstig“, sagte Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht. Knapp 44 Millionen Personen sind in Deutschland erwerbstätig, die Arbeitslosenzahl ist so niedrig wie seit 26 Jahren nicht mehr, auch die Einkommenssituation verbessert sich.

Allerdings stellt die Wirtschaftsauskunftei fest, dass der private Schuldenberg weiterhin hoch ist. Verschlechtert sich der Arbeitsmarkt oder kommt es zu einer Zinswende, könnte das zu einer Belastung für die Verbraucher werden.

Dank der guten Konjunktur gingen auch die Unternehmensinsolvenzen zurück – allerdings nicht so stark wie die der Verbraucher. 10.300 Unternehmen meldeten im ersten Halbjahr Insolvenz an, 5,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: Nach der Finanzkrise waren 2009 noch fast 33.000 Firmen pleitegegangen.

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    Das liegt zum einen daran, dass die EZB aktuell günstige Kurz- und Langfristfinanzierungen ermöglicht und quasi Liquidität im Überfluss zur Verfügung stellt. „So bleiben auch Firmen liquide, die zu anderen Zeiten in Schwierigkeiten geraten wären“, sagt Ulbricht. Die EZB begünstige damit indirekt unternehmerische Fehlentscheidungen.

    Einen anderen Grund dafür, dass weniger Firmen in die Insolvenz gehen, sieht Ulbricht in dem steigenden Durchschnittsalter der Unternehmen und deren Inhaber. Denn: Firmen sind vor allem in den ersten Jahren insolvenzgefährdet. Die Zahl der Gründungen in Deutschland hat sich aber halbiert. „Im Moment fehlt Arbeitnehmern ein Impuls, in die Selbstständigkeit zu gehen“, sagt Ulbricht. Das mag langfristig die Innovationskraft schmälern und problematisch sein, kurzfristig sorgt das aber für einen stabileren Unternehmenssektor.

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