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Zahlungssystem „Bei Sepa ist es kurz vor zwölf“

In gut sieben Monaten wird das europäische Zahlungssystem auf Sepa umgestellt. Warum Jonathan Williams von Experian, einem Anbieter weltweiter Informationsdienstleistungen, Unternehmen schon jetzt zur Eile rät.
26.06.2013 - 14:29 Uhr 14 Kommentare
Jonathan Williams von Experian.

Jonathan Williams von Experian.

Mit der Einführung der Single European Payments Area (Sepa) tritt eine einheitliche Zahlungsabwicklung innerhalb der Euro-Zone in Kraft. Sie warnen vor finanziellen Strafen, die durch verspätete oder verzögerte Zahlungen entstehen. Was genau droht den Unternehmen?
Die Strafen für die Nichteinhaltung der neuen Gesetzgebung werden auf Länderebene festgelegt. Auch wenn Unternehmen nachweisen können, dass sie konkrete Pläne in der Schublade haben und nur hinter ihrem Zeitplan zurückliegen, drohen saftige Geldstrafen! Unternehmen, die die Einführung von SEPA verzögern, weil sie damit rechnen, dass es zwangsläufig scheitern wird, müssen ebenfalls bei Nichteinhaltung der Frist mit erheblichen Strafen rechnen.

Welche anderen Geschäftsrisiken drohen durch verspätete Zahlungen?
Die Auswirkungen von verspäteten Zahlungen auf die betrieblichen Prozesse sind noch beunruhigender. Denn ein nicht reibungslos funktionierender Zahlungsverkehr beeinträchtigt alle Geschäftsprozesse. Und genau dieser Aspekt ist besonders besorgniserregend, denn er betrifft nicht nur das Unternehmen, das mit der Sepa-Einführung im Rückstand ist. Verzögerte Zahlungen haben sowohl einen negativen Einfluss auf Lieferanten und Kunden als auch Mitarbeiter …

Aber es werden am 1. Februar 2014 wohl kaum automatisch alle Systeme aufhören zu arbeiten, nur weil die Umstellung noch nicht abgeschlossen ist?
Vielleicht nicht – aber Banken können Zahlungen verweigern, die nicht im vorgeschriebenen Format sind. Dies kann gerade für Mitarbeiter verheerende Folgen haben: Denn werden sie nicht pünktlich bezahlt, können sie selbst ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Ähnlich wäre es bei Partner-Unternehmen?
Auch sie sind schnell enttäuscht, wenn Zahlungen nicht getätigt oder Zahlungseingänge verzögert werden. Denn dann wird der Cash-Flow ernsthaft beeinträchtigt. Hat der Partner bereits erfolgreich auf die Sepa-Anforderungen umgestellt, kann er selbst nichts dafür, wenn sein operatives Geschäft beeinträchtigt wird. Je nach Rolle des Partners, kann die gesamte Lieferkette gestört werden, so dass es unmöglich wird, Kunden mit Dienstleistungen oder Waren zu beliefern.

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    14 Kommentare zu "Zahlungssystem: „Bei Sepa ist es kurz vor zwölf“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Solange SEPA immer wieder fälschlicherweise mit "Single EuroPEAN Payments Area" übersetzt wird, ist eine gewisse Verwirrung auch hausgemacht.
      Sollte im Handelsblatt nun auch endlich richtig benannt werden.

    • @KarlNapf

      Ich weiß nicht, was andere Banken so treiben, aber wir (Sparkasse Olpe) sprechen unsere Kunden immer und immer wieder auf SEPA an und bieten auch Beratung an. Die meisten sehen trotzdem nicht die Notwendigkeit, sich rechtzeitig darum zu kümmern.

    • Darf man fragen, welche Strafe den Unternehmen drohen?
      Das Unternehmen "bestraft" (=monitäre Verluste) werden, die Überweisungen oder Lastschriften nicht tätigen können ist klar. Aber eine Strafe von Gesetzes wegen?

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • ex was?

      und "schon jetzt"?

      Immer wieder wird man aufs Neueste erstaunt.

    • SEPA ist kein Buch mit sieben Siegeln. Fundiertes Wissen zu Modifikationen und Neumodellierung von Geschäftsprozessen und begleitender IT vorausgesetzt, kann der Zeitplan bis Februar durchaus eingehalten werden. Unternehmen die diese Kompetenz nicht innerhalb des eigenen Hauses haben, sei dringend die Suche nach externer Unterstützung angeraten. Banken helfen nur bis zu definierten Übergabepunkten. Die Hauptaufgabe ist innerhalb des Unternehmens zu leisten. Sachkundige Hilfe in der strategischen Planung und praktischen Umsetzung der SEPA Umstellung gibt u.a. die PRATHO GmbH. Wir waren sehr dankbar für die Hinweise auf versteckte Fallstricke und immanente Optimierungspotentiale. Nun sind auch wir bereit für SEPA und haben gleichzeitig Einiges aus der stringenten Überarbeitung unserer Geschäftsprozesse rausholen können. Die gesamte Umstellung hat 5 Monate gedauert.

    • @Mittelstaendler: Was heißt die Politik lässt zu? SEPA ist ein von der Politik getriebenes Projekt!
      Und wenn man es mit EMIR vergleicht, dann ist es sogar richtig gut strukturiert und durchdacht:-)

    • SEPA kommt zum 01.02.2014. Der Termin steht schon seit längerer Zeit fest und wurde auch in der Öffentlichkeit bekannt gemacht.
      Ein Unternehmen (Mittelstand) benötigt für die Umsetzung, falls auch selbst erstellte Software benutzt wird, ca. 2-2,5 Jahre von der Planung bis zur Realisierung. Wird mit Standardsoftware gearbeitet, verkürzt sich die Projektdauer auf ca. 1,5 Jahre.
      Hat ein Unternehmen bisher noch gar nichts bez. SEPA unternommen, wird es 2014 bezüglich des Zahlungsverkehrs zu Komplikationen kommen.
      Der Lastschrifteinzug unter SEPA erfordert ein komplett neues Verfahren, da eine Mandatsverwaltung installiert werden muss. Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Veränderte Einreichungsfristen, Vorabankündigungen, Umstellung der Kundendaten auf IBAN/BIC, etc. erfordern ein gutes Projektmanagement und vor allem eine fähige Hausbank mit entsprechend geschulten Beratern. Leider Mangelware! Es wird ein ungemütlicher Herbst/Winter für SEPA-Nachzügler!
      Ein guter Leitfaden für betroffene Unternehmen ist Hans Eisenbergs SEPA Ratgeber mit dem Titel "Sepa Kompakt".
      Dadurch bekommt man einen Einblick in den SEPA-Dschungel, der dringend erforderlich ist, um beim Zahlungsverkehr den Anschluss nicht zu verlieren.

    • ...aber vielleicht in GR, Zypern, Malta?

    • Was ist denn das für ein überflüssiger Artikel ohne Aussage?

      Unternehmen müssen bereits heute mit Zahlungsverzögerungen rechnen, wenn sie keine IBAN/BIC auf ihrer Rechnung stehen haben. Ich z.B. frage da z.B. grundsätzlich erst ganz am Ende der Zahlungsfrist an...

      Weil wer hat denn heute noch sein Konto in Deutschland? Viel zu teuer!

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