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Zahlungsverkehr Der Fluch des Bargelds

Deutsche lieben Bargeld. Die Banken könnten auch ohne, denn sie kostet die Bargeldversorgung vor allem Geld. Kreditkartenanbieter setzen auf ihre Produkte. Händler stöhnen über Gebühren - alles über den „Schein-Kampf“.
21.05.2013 - 14:08 Uhr 67 Kommentare
Der neue Fünf-Euro-Schein verursacht noch Probleme. Quelle: AFP

Der neue Fünf-Euro-Schein verursacht noch Probleme.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Als Jens Neumann vergangene Woche im Supermarkt einen 5-Euro-Schein als Wechselgeld erhielt, stutzte er. Das sollte ein echter Schein sein? Die Kassiererin nickte, das knickfreie Exemplar war quasi direkt aus der Druckmaschine in die Kassenschublade geliefert worden.

Nur wenig später machte der 26-jährige Düsseldorfer schlechte Erfahrungen mit der Banknote: Der Zigarettenautomat vor der Haustür spuckte den Schein wieder aus. Auch 100 Meter weiter klappte es nicht. Und selbst an der Tankstelle nochmal 250 Meter weiter rümpfte der Kassierer zunächst die Nase.

Die Last mit dem Bargeld trifft viele Tausend Deutsche, die in diesen Tagen mit dem neuen Fünfer an Fahrkarten- oder Parkhausautomaten zahlen wollen. Das drückt die Umsätze vieler Automatenaufsteller, die wegen des frischen Scheins in ein Update für die Lesesoftware ihrer Geräte investieren müssen – denn manch einer hat die Umrüstung nicht rechtzeitig geschafft.

Doch selbst wenn Bargeld problemlos an Automaten und Kassen angenommen wird, verursacht es hohe Kosten. Eine Studie der Steinbeis-Hochschule Berlin, die am Dienstag in Frankfurt vorgestellt wurde, zeigt, dass Händler und Dienstleister jährlich rund 6,7 Milliarden Euro ausgeben, um Bargeldzahlungen zu ermöglichen. Die wesentlichen Kostentreiber sind dabei die Personalkosten, die durch Mehrfachzählungen und das Vier-Augen-Prinzip zur Kontrolle der Bestände entstehen.

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    Hinzu kommen in diesen Tagen noch Kosten für die Automatenumstellung auf den neuen 5-Euro-Schein. Bei der Deutschen Bahn etwa hat einer der Automatenhersteller das Update für die neuen Scheine nicht mehr pünktlich zur Einführung der Banknoten installiert. Die Folge: Zum Start der neuen Scheine waren laut Deutscher Bahn „deutlich unter 1000“ der insgesamt 7000 Fahrkartenautomaten nicht umgerüstet – die Kunden konnten an diesen Automaten nicht mit ihren neuen Scheinen bezahlen.

    Der Einzelhandel steht zum Bargeld
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    67 Kommentare zu "Zahlungsverkehr: Der Fluch des Bargelds"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Irgendwie verstehe ich diese Hysterie nicht.
      Geld ist meiner Meinung nach eine reine Glaubenssache.
      Glauben viele an den Wert ( vor allem die BigBoys) steigt das Ansehen/Wert.
      Dies gilt aber sowohl für das Real- als auch das Giralgeld.
      Was die Anonymität des Bargeld angeht, ist diese seit der zweiten Serie des Euro vorbei.
      Seit dieser Serie läßt sich der Geldfluß der Geldscheine verfolgen.
      Dazu wurden die PgUs (Papiergeld Umschlagstellen, also Banken, Werttransportunternehmen, Handelskonzerne uä. ) mit speziellen Scannern ausgestattet.
      Diese Scanner sammeln Informationen über die Geldscheine und senden diese an bestimmte Server.
      Dh. A hebt Geld vom Konto ab - registriert
      A bezahlt mit dem Geld beim Aldi - registriert
      A bezahlt beim Bäcker, Bäcker bringt das Geld zur Bank - registriert
      Usw, usw.
      Bisher sind noch nicht alle PgUs ausgestattet, ist aber nur eine Frage der Zeit.
      Das Ganze hat noch einige Unschärfen.
      Zb lassen sich umschlagstarke Scheine wie 5- 10- er nur schwer verfolgen.
      Je höher der Wert umso genauer ist der Weg der Geldscheine nachvollziehbar
      Ein weiteres Manko ist derzeit noch, daß der Bäcker mit dem Geldschein von A seinen Angestellten bezahlen könnte.
      Damit wird die Verfolgung verunreinigt. Aber auch das ist nur eine Frage der Zeit bis Geldprüfgeräte mit den Scanner ausgestattet und zur Pflicht werden.
      Natürlich nur im Sinne der Mafia- und Terrorbekämfung.
      Und die Planung sieht keine 5 Jahre dafür vor.
      Darüber sollte das HB berichten.
      Wer noch glaubt, daß Bargeldzahlungen anonym sind, soll es ruhig weiterhin tun.

      Und wenn das Bargeld irgendwann abgeschafft wird (ich glaube nicht dran) dann wird es bestimmt irgend ein Graubereich geben wie anonym bezahlt werden kann.
      Und wenn es der Tausch ist, es wird sich schon ein Weg finden, da glaube ich fest dran.

    • Zitat HB:"Die Autoren der aktuellen Studie – deren Vermarktung von MASTERCARD unterstützt wird – empfehlen, den Anteil der Kartenzahlungen zu steigern, um die Gesamtkosten der Zahlungsvorgänge reduzieren zu können. Da die Privatpersonen ihr Zahlungsverhalten aus eigenem Antrieb nur langsam ändern, müssten externe Anreize gesetzt. Das könne beispielsweise die Einführung einer Transaktionsgebühr sein sowie Gebühren für Ein- und Auszahlungen von Bargeld an Automaten sowie am Bankschalter."
      Damit hat sich das HB endgültig als unglaubwürdig erwiesen!

    • Eine bargeldlose Welt ist der ultimative Überwachungsalptraum.

    • Dieses Stück ist selbst für die Verhältnisse bei der Wirtschaftsbeilage des "Neuen Deutschland" ein neuer Tiefpunkt!

      Zitat:

      "Die Autoren der aktuellen Studie – deren Vermarktung von Mastercard unterstützt wird – empfehlen, den Anteil der Kartenzahlungen zu steigern, um die Gesamtkosten der Zahlungsvorgänge reduzieren zu können."

      ####

      Ja wie DREIST ist das denn??

      Was kommt als nächstes? Gen-Saat is super, "unterstützt" von MONSANTO? Contergan wirkt erstklassig, "unterstützt" von Grünenthal?


      WIE ERBÄRMLICH SCHLECHT! Deutscher "Qualitätsjournalismus" vom Feinsten! Dazu ein weiterer larmoyanter "Kommentar" des Genossen Chefredakteur bitte !

      PS: Haue für die schröcklychen Rächtzpopulisten im Kommentarbereich nicht vergessen !

    • Allerdings haben wir keinen funktionierenden Kapitalismus mehr. Schon lange nicht mehr. Sonst hätte man die Banken und auch diverse Länder einfach pleite gehen lassen und nicht mit der Knete des Steuerzahlers gerettet.

      Was wir haben ist Schuldensozialismus - nichts anderes!

    • Trotz Rauchverbot rauchen nach wie vor ca 30% der Bevölkerung. Es gibt nur nicht mehr jeder zu! Die Zigarettenwährung wird wahrscheinlich doch noch funktionieren. Ich kenne sogar passionierte Nieraucher, welche aus diesem Grund Zigaretten stangenweise horten.
      ...................
      "Die Autoren der aktuellen Studie – deren Vermarktung von Mastercard unterstützt wird – empfehlen, den Anteil der Kartenzahlungen zu steigern, um die Gesamtkosten der Zahlungsvorgänge reduzieren zu können."

      Na klar, Mastercard u.alle anderen Kreditkartenfirmen träumen vom stetig wachsenden Einkommen durch die Benutzung ihrer Karten.

      Jetzt erst recht - ich bleibe bei Bargeld. Nur Bares ist Wahres, damit gerät man auch nicht in Versuchung, mehr auszugeben als man hat.

      Es lohnt sich auch heute noch, immer zu fragen: CUI BONO?

    • Man könnte locker antworten: Der Fluch des Plastikgeldes! Denn das eigene Geld in der Hosentasche ist eine Grundfreiheit eines jeden Bürgers. Nimm den Menschen das Bargeld weg, und sie sind eine beliebig manipulierbare Masse. Jetzt sind wir auch gar nicht überrascht, wer diese Studie unterstützt. Überrascht bin ich nur, dass dieses Stück Propaganda mir nichts dir nichts unüberprüft beim Handelsblatt gezeigt wird.

    • Bargeld ist die einzige Freiheit, die den Bürgern bleibt. Es ist unkontrollierbar, erbensicher und flexibel. Gut so.

    • Durch das absolute Rauchverbot ist die Einführung der Zigarettenwährung jetzt nicht mehr möglich , leider war so praktisch und leicht zu händeln.

    • @Silverager

      "umgekehrt wird ein Schuh draus:
      Die Politiker sind Erfüllungsgehülfen der Banken.
      Denken Sie mal einen Moment darüber nach."

      So kann mans auch sehen. Also eine gegenseitige "Symbiose"?

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