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"Anfangsverluste" Studienkosten mit späteren Einnahmen verrechnen

Das Finanzgericht Münster folgte jetzt der neuen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, nach der Kosten eines Erststudiums abziehbare Werbungskosten für die spätere Berufstätigkeit sein und auch als mit den späteren Einnahmen verrechenbar festgestellt werden können.

li DÜSSELDORF. Es verpflichtete das Finanzamt, die geltend gemachten Studienkosten als "Anfangsverluste" festzustellen und nicht mit anderen Einnahmen aus einer geringfügigen Beschäftigung des Klägers zu verrechnen, sondern für spätere Berufsjahre aufzusparen.

Der Kläger studierte im 7. Fachsemester an einer Fachhochschule. Für das streitige Jahr machte er in seiner Einkommensteuererklärung etwa 6.400 Euro an Kosten für Studiengebühren, Fahrtkosten zur Hochschule und für zwei Praktika sowie Verpflegungsmehraufwendungen geltend. Außerdem hatte er Einnahmen in Höhe von 3.865 Euro aus einer steuerfreien geringfügigen Beschäftigung.

Das Finanzamt weigerte sich, über die Studienkosten einen Verlustfeststellungsbescheid zu erteilen. Denn Aufwendungen für ein Erststudium seien als Kosten der privaten Lebensführung zu betrachten und nur im Rahmen des Höchstbetrags von 920 Euro für Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 Einkommensteuergesetz abziehbar.

Das sahen die Finanzrichter aber nicht so. Die Studienkosten für ein Fachhochschul-Erststudium seien schon hinreichend klar mit der späteren Berufstätigkeit verbunden und daher vorab entstandene Werbungskosten für die spätere Berufstätigkeit. Denn das Studium bereite konkret und berufsbezogen auf diese Berufstätigkeit vor, die der Kläger danach ausüben wollte.

Es komme auch keine Saldierung mit den Einnahmen aus seiner geringfügigen Beschäftigung in Betracht, weil die Aufwendungen nicht in einem Zusammenhang mit dieser Tätigkeit gestanden haben. Das Gericht ließ die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung zu.

Aktenzeichen:
10 K 4954/04 F

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