Anzeigen beim Finanzamt Die Denunzianten gehen um

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So einfach macht es der heimische Fiskus den Petzen bislang nicht. Steuerfahndung ist Sache der Bundesländer, es gibt hierzulande weder eine bundesweite Hotline noch ein Online-Portal. Einzelne Finanzämter haben allerdings spezielle Anschlüsse für Informanten eingerichtet, so verweist die Homepage des Finanzamts für Fahndung und Strafsachen in Berlin auf den unter 030 9024 32 649/50 erreichbaren "Bereitschaftsdienst", der "u. a. Anzeigen" entgegennimmt.

"Das Angebot wird rege genutzt", berichtet Teschendorf von der Senatsverwaltung für Finanzen. "Pro Tag erhalten wir bis zu zehn Hinweise." Die meisten Finanzämter geben dagegen keine spezielle Nummer an, Tippgeber müssen die Zentrale anrufen und sich dort zur zuständigen Abteilung durchfragen. Das Problem: Mancher Informant weiß gar nicht, wer im Behördendschungel für sein Anliegen zuständig ist. "Einige rufen erst mal bei der Polizei an und werden dann an uns verwiesen", erzählt Maurer von der Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Und was in schriftlicher Form auf den Tischen der Fahnder landet, ist häufig an die Staatsanwaltschaft oder den Finanzminister adressiert und hat schon eine amtliche Ehrenrunde gedreht.

Der Fiskus hat das Problem erkannt und will die neue Mitteilungsbereitschaft seiner Bürger besser nutzen. So wird erwogen, ein Internet-Portal einzurichten. Vorbild ist das "Business Keeper Monitoring System" des niedersächsischen Landeskriminalamts (LKA). Dorthin gelangen Mitteilungsbedürftige über die Homepage www.lka.niedersachsen.de, wo sie diesen Link finden: "Wirtschaftskriminalität und Korruption - Anonyme Hinweise hier möglich."

Viele Finanzbeamte wollen aber gar keine erweiterten Angebote für Informanten. So erwartet das Bayerische Landesamt für Steuern nicht, dass eine Hotline oder ein Portal "ein weiteres signifikantes Ansteigen von qualitativ hochwertigen Anzeigen" zur Folge hätte. Der Essener Amtsleiter Hesse fürchtet ebenfalls, dass die Qualität der Anzeigen sinkt, je einfacher es Informanten gemacht wird. "Uns fehlt schlicht das Personal, um noch mehr Anzeigen zu bearbeiten als jetzt", sagt er. "Wer uns erreichen will, erreicht uns auch."

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