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Außendienst Wann die Verpflegung teuer wird

Ein Außendienstmitarbeiter, der monatelang im selben Zimmer übernachtet, muss bei der Pauschale für Essen und Trinken Abstriche machen. Doch kann es lohnen, dem Steuerbescheid zu widersprechen. Der Steuertipp der Woche.
  • Paul Lauer
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Außendienstmitarbeiter, die unter der Woche im selben Pensionszimmer übernachten, dürfen nur eine verringerte Pauschale für Verpflegung steuerlich geltend machen. Quelle: dpa

Außendienstmitarbeiter, die unter der Woche im selben Pensionszimmer übernachten, dürfen nur eine verringerte Pauschale für Verpflegung steuerlich geltend machen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Sind Arbeitnehmer im Rahmen ihres Jobs auf Dienstreisen unterwegs, kann der Arbeitgeber ihnen einen Zuschuss für die zusätzlichen Kosten für die Verpflegung bezahlen – allerdings nur im gesetzlich vorgegebenen Rahmen. Seit Anfang 2014 können Betriebe für diese Verpflegungsmehraufwendungen folgende Beträge steuerfrei zuschießen: 24 Euro für jeden Kalendertag, an dem der Mitarbeiter 24 Stunden auf Dienstreise ist, 12 Euro bei An- und Abreistagen und ebenso 12 Euro je Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer mehr als acht Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitstätte abwesend ist.

Verpflegungsmehraufwendungen können Arbeitnehmer aber auch beanspruchen, wenn sie an ständig wechselnden Orten unterwegs sind. Dazu gehören unter anderem Bau- und Montagearbeiter sowie Leiharbeitnehmer. Im Fachjargon nennt man das eine Einsatzwechseltätigkeit. Der Anspruch auf Verpflegungsmehraufwand ist in diesen Fällen aber auf drei Monate begrenzt.

Denn wenn Beschäftigte mehr als drei Monaten am gleichen Ort arbeiten, gilt das nicht mehr als Einsatzwechseltätigkeit. Genau um diese Frage ging es bei dem Streit um die Verpflegungsmehraufwendungen eines Außendienstmitarbeiters, der zwar an unterschiedlichen Einsatzstellen arbeitete, dies aber immer vom gleichen Ort aus tat.

Der Streitfall

Im konkreten Fall wohnte der Außendienstmitarbeiter an Werktagen immer im gleichen Zimmer einer Pension. Von dort aus fuhr er jeden Tag zu seinen Kunden innerhalb des Vertriebsbezirks. An den Wochenenden kehrte er zu seinem Familienwohnsitz nach Hause zurück. Für seine Auswärtstätigkeit machte er daher  Verpflegungsmehraufwendungen geltend. Sein Finanzamt war damit aber nicht einverstanden. Es vertrat vielmehr die Auffassung, dass es sich um eine doppelte Haushaltsführung handle, weil der Außendienstler immer im gleichen Zimmer wohnte und Verpflegungsmehraufwendungen daher nur für drei Monate abziehbar seien.

Finanzgericht: Kürzung richtig, Begründung falsch

Im anschließenden Rechtsstreit entschied das Finanzgericht (FG) Sachsen-Anhalt, dass das Finanzamt den Verpflegungsmehraufwand im Ergebnis zu Recht gekürzt hatte (Urteil v. 12.11.2013, 4 K 1498/11). Allerdings folgte das Finanzgericht nicht der Begründung des Finanzamts.

Der Handelsblatt Expertencall
Mit doppelter Haushaltsführung vergleichbar
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1 Kommentar zu "Außendienst: Wann die Verpflegung teuer wird"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das ist doch hirnrissig! Wie kann man den Aufenthalt in einem Pensionszimmer mit einer doppelten Haushaltsführung vergleichen? Haben die Richter schon mal in einem Pensionszimmer gekocht, Geschirr gespült, Nahrungsmittel gelagert, etc.? Denn das muss man können, wenn man die Kosten für Essen und Trinken mindern möchte!