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Bundesverfassungsgericht Richter entscheiden über Steuervorteil für Studenten

Am Freitag urteilt das Bundesverfassungsgericht, wie Ausbildungskosten steuerlich zu behandeln sind. Für Studierende kann das bares Geld bedeuten.
09.01.2020 - 11:22 Uhr 2 Kommentare
Kosten für die Ausbildung können steuerlich absetzbar sein. Quelle: dpa
Studierende

Kosten für die Ausbildung können steuerlich absetzbar sein.

(Foto: dpa)

Frankfurt Dieser Freitag könnte einigen Studierenden einen willkommenen Geldsegen bescheren. Wie der Bund der Steuerzahler (BdSt) am Donnerstag mitteilte, wird das Bundesverfassungsgericht am Freitagvormittag eine lange ersehnte Entscheidung verkünden. Dabei geht es um die Frage, inwiefern Ausbildungskosten die Steuerlast senken.

Bisher führen Ausgaben in der Zweitausbildung meist zu einem größeren Steuervorteil als Ausgaben in der Erstausbildung. Der Bundesfinanzhof hat dies schon 2014 als Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz gewertet und die Frage dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vorgelegt. Falls sich die Verfassungsrichter dieser Meinung anschließen, könnte das etlichen Studierenden Steuerrückzahlungen bescheren. Bedingung dürfte sein, dass sie rechtzeitig Steuererklärungen abgegeben haben.

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Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts wird sich auf mehrere eingereichte Klagen von Studierenden beziehen. Eine davon hatte der Bund der Steuerzahler bereits seit rund acht Jahren begleitet und hofft auf ein Urteil zugunsten der Studierenden. Sollte die aktuelle Rechtslage als verfassungswidrig eingestuft werden, müsste der Gesetzgeber das Gesetz anpassen. Die Richter könnten dazu auch konkrete Vorgaben machen.

Bisher ungleiche Behandlung

Konkret gilt bisher: Wer sich in der ersten Ausbildung befindet, kann seine Ausgaben rund um das Studium in der Steuererklärung nur als Sonderausgaben verbuchen. Die Kosten für das Zweitstudium können dagegen als Werbungskosten geltend gemacht werden. Der Unterschied zwischen Sonderausgaben und Werbungskosten ist enorm. Das gilt vor allem für Studierende, die während der Ausbildungszeit keine hohen Einnahmen haben. Die Sonderausgaben sind auf jährlich 6.000 Euro begrenzt und können nur mit Einkünften verrechnet werden, die im gleichen Jahr erzielt wurden.

Ohne Einnahmen also kein Steuervorteil. Anders bei den Werbungskosten. Sie können Jahr für Jahr angesammelt werden. Durch Ausgaben für Fachliteratur, Fahrten, Arbeitsmittel wie Computer, Semester- und Kursgebühren oder auch Kosten für das Praktikum im Ausland kann einiges zusammenkommen. Im Idealfall summiert sich ein so hoher Betrag an sogenannten vorweggenommenen Werbungskosten, dass in den ersten Berufsjahren gar keine Steuern zu zahlen sind.

Zudem gilt folgende Ausnahme: Junge Menschen, die ihre Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses absolvieren – also beispielsweise eine Berufsausbildung als Bäcker, Maurer oder Bürokauffrau machen – dürfen ihre Ausgaben wie andere abhängig Beschäftigte unbegrenzt als Werbungskosten geltend machen.

In der ungünstigsten Situation sind aktuell also jene, die direkt nach der Schule ein Studium starten oder sich beispielsweise zum Dolmetscher, Physiotherapeuten oder Piloten ausbilden lassen. Haben sie nur geringe Einkünfte erzielt und somit keine Steuern gezahlt, können sie ihre Sonderausgaben nicht verrechnen. Das Bachelorstudium zählt dabei als Erstausbildung, wer den Master dranhängt, befindet sich im Zweitstudium.

Mehr zum Thema: Lesen Sie alles zum Thema Steuererklärung in unserem 37-seitigen Ratgeber-Dossier – mit Tipps für Arbeitnehmer, für Familien, Studenten, Immobilienbesitzer, Anleger und Rentner.

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2 Kommentare zu "Bundesverfassungsgericht: Richter entscheiden über Steuervorteil für Studenten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Na die Überschrift haben wir ja noch richtig hinbekommen....aber der Text? Ein wenig korrekte deutsche Grammatik könnte helfen:
    Studierende ist Partizip Präsenz, also eine Verlaufsform. Wenn der Student studiert ist er Studierender. Wenn er isst, ist er Essender. Wenn er schläft ist er Schlafender. Die Studierenden studieren als nur und machen nichts anderes. Die Studenten dürfen hingegen auch schlafen, ohne ihren Status zu verlieren.
    Also heißt der erste Satz korrekt: "Dieser Freitag könnte einigen Studenten einen willkommenen Geldsegen bescheren. "
    Auch das generische Maskulinum ist noch geltende Grammatik. Übrigens diskriminierungsfrei, auch wenn manche Genderaktivisten das anders darstellen....

  • Gute und laengst ueberfaellige Initiative!

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