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Cayman Islands Aufruhr im Steuerparadies

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Steuern im Steuerparadies? - Undenkbar!

Tatsächlich hängt beinahe alles für beinahe alle auf den Caymans mit den Steuern zusammen. Die australische Bedienung, die im Sunset House im schicken Stadtteil South Sound den Anwälten nach Sonnenuntergang ihre Mojitos reicht, der philippinische Monteur, der die Telefonleitungen repariert oder die honduranische Hausangestellte. Alle sind sie auf den Caymans, weil brutto gleich netto ist und sogar einfachste Arbeiten mit 1 000 Dollar im Monat entlohnt werden. Es ist schwer, jemanden zu finden, der direkte Steuern nicht scheut wie der Teufel das Weihwasser.

Aber Premier McKeeva Bush braucht dringend Geld, denn seine Insel lebt über ihre Verhältnisse. 545 Million Einnahmen stehen 526 Millionen Ausgaben gegenüber, hinzu kommen noch der Schuldendienst und außergewöhnliche Infrastrukturprojekte wie der Bau zweier Schulen, die durch Hurrikan Ivan im Jahre 2004 zerstört wurden. Dazu, so kritisieren Experten, ist der öffentliche Dienst aufgebläht. Aber der Regierung fehle der Wille, diesen zu verschlanken. Kommendes Jahr wird gewählt.

Die Caymans leben vor allem von Arbeitserlaubnissen, Stempelgebühren und Abgaben auf Importe. Jede Firma, jeder Fonds zahlt für ihre Angestellten. Der Eintritt ins Paradies kostete bisher zwischen 500 und 2 500 Dollar. Rund 45 Millionen Dollar kommen so jährlich zusammen, dazu noch mal die gleiche Summe durch Stempelgebühren für Land- und Häuserkäufe. Aber da sich auch im Paradies die Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar macht, nehmen auch hier die Einkünfte ab. Die Zahl der Banken, Hedge-Fonds und Unternehmensrepräsentanzen sinkt kontinuierlich. Erst kürzlich schloss die mexikanische Filiale der HSBC-Bank im Zuge des Geldwäscheskandals ihre Konten auf den Caymans.

Nach zwei Wochen Protesten knickte der Premier übrigens ein. Die Expat-Steuer sei "vom Tisch", sagte McKeeva Bush kürzlich. Stattdessen wird der Preis für die Arbeitserlaubnisse um bis zu 30 Prozent erhöht, die "Departure Tax", die Abreisegebühr, und die Tourismusabgabe angehoben. Zudem wird über eine Kraftfahrzeugsteuer nachgedacht, die sich an den gefahrenen Kilometern orientiert.

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5 Kommentare zu "Cayman Islands: Aufruhr im Steuerparadies "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schon komisch: Die Schattenbanken der Caymans haben die Finanzkrise verursacht, müssen sich aber mit keinem $ oder € an der Beseitigung der Folgen beteiligen. Hätten die USA mit Delaware nicht ihre eigene Steueroase, wären sie wahrscheinlich schon vor Jahren auf dem Caymans einmarschiert und hätten diesem Unwesen ein Ende bereitet.

  • Und so wie in der kleinen Bananenrepublik "Cayman Islands" ist es auch in jedem anderen Land,mit dem kleinen Unterschied,dass der Protest weniger öffentlich artikuliert wird.Da trifft man sich dann mit der Merkel zum Essen und redet mal ganz entspannt über die Gesamtlage,die es gegenwärtig nicht erlaube die Steuern für wohlhabende zu erhöhen.

  • HIER SIND WOHL EINIGE NICHT GANZ BEI TROST?

    Dieser Artikel gehört mitsamt seinen Kommentaren in jedes politische Schulbuch Deutschlands, beginnend in der Grundschule.
    Empfinde ihn als Pflichtlektüre für jedes deutsche Schulkind, weil er der fundamentalen Aufklärung unserer hiesigen Nachfolgegeneration dient; die umwälzende Prosperität Asiens und anderswo wird es richten. Dies im wahrsten Sinne des Wortes.

    Besonders gelungen: Die Einschübe des eigentlichen Artikels zeigen ja wie von selbst auf, dass es Staatlichkeit und Pseudo-Staatlichkeit nebeneinander gibt. Die Einschübe mit den Drohungen an deutsche Staatsbürger in Deutschland bedürfen doch wohl keiner Kommentierung, oder?
    Also ist es doch logisch, dass wir Sklaven hier in Deutschland es auch mal so gut haben wollen wie die "Bewohner" der Kronkolonien!
    Viel wichtiger wäre es gewesen, in diesem Artikel die Benennung der Staatsordnung der Kronkolonien zu umreißen, damit die damit verbundene kriminelle global wirksame Geldwäsche organisierter Wirtschaftskriminalität auch deutlich werden kann.

    DIEse STÖRUNG DER GLOBALEN FINANZORDNUNG NIMMT UNSERER NACHFOLGEGENERATION JEGLICHE CHANCE AUF WEITERENTWICKLUNG.

  • Hat was gefehlt:

    Meine Frage hat genau die Wirkung erzielt, und eine "andere" Antwort habe ich auch nicht erwartet.

    ist wohl noch etwas früh gewesen

  • Ich gebe gern meinen dt. Pass ab. Nicht nur wg. der Steuern ;-)