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Gekürzte Förderung Warum sich die Photovoltaikanlage trotzdem lohnt

Die Förderung von Solarstrom wird weiter gekürzt. Doch für Hausbesitzer ist der selbst erzeugte Strom trotz geringerer staatlicher Unterstützung noch immer ein lukratives Geschäft. In Zukunft vielleicht noch mehr.
14 Kommentare
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des eigenen Hauses lohnt sich trotz Kürzung der Förderung noch. Quelle: dpa

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des eigenen Hauses lohnt sich trotz Kürzung der Förderung noch.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Förderung von Solaranlagen wird gesenkt, allerdings nicht so stark wie zwischenzeitlich angekündigt. Darauf haben sich Bund und Länder nach monatelangem Streit wohl endlich geeinigt. Das sickerte aus Koalitions- und Oppositionskreisen durch. Die Zustimmung des Vermittlungsausschusses zu der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sei am Mittwochabend nur noch eine Formsache.

Rückwirkend soll die Kilowattstunde Strom für Kleinanlagen, die ab dem ersten April in Betrieb genommen wurden, nur noch mit 19,50 Cent pro Kilowattstunde vergütet werden. Diese Vergütung ist weiterhin ab Zeitpunkt der Inbetriebnahme für 20 Jahre garantiert. Wer im Februar seine Anlage in Betrieb nahm, bekam dagegen noch 24,43 Cent.

„Damit kann man als zukünftiger Anlagenbetreiber ganz gut leben, da eine ausreichende Rendite durch Verkauf und Einspeisevergütung noch drin ist“, sagt Holger Schneidewindt, Experte für Energierecht bei der Verbraucherzentrale NRW. Die Kehrseite sei jedoch, dass jeder Stromverbraucher mit seiner Stromrechnung diese Förderung über die EEG-Umlage bezahlen muss.

Positiv für Hausbesitzer ist aber, dass nun wohl doch hundert Prozent ihres erzeugten Stroms gefördert werden. Zwischenzeitlich war geplant, die Förderung ab 2013 auf 80 Prozent zu beschränken. Doch gerade in der eigenen Nutzung des selbst erzeugten Stroms sehen Experten den Reiz der Photovoltaikanlagen.

Die Anlagen werden immer günstiger und gleichzeitig wird der Strom immer teurer, das macht die private Stromerzeugung zunehmend attraktiv. Schon heute zahlen Verbraucher etwa 24 Cent pro Kilowattstunde Strom. „Die Rendite, die durch den Verkauf des Stroms erzielt wird, wird damit langfristig zur Nebensache“, sagt Verbraucherschützer Schneidewindt. Wichtiger sei also die Ersparnis bei Selbstverbrauch, da weniger Strom zugekauft werden muss.

Auch Speichersysteme könnten gefördert werden

Die tatsächliche Leistung der Anlage hängt von vielen Faktoren ab - der wichtigste ist natürlich die Sonneneinstrahlung. Quelle: dpa

Die tatsächliche Leistung der Anlage hängt von vielen Faktoren ab - der wichtigste ist natürlich die Sonneneinstrahlung.

(Foto: dpa)

Eine zusätzliche Unterstützung der Solarbranche, von der auch private Anlagenbesitzer profitieren könnten, soll es durch ein von der staatlichen KfW-Bank finanziertes Speicherprogramm geben. Für verbilligte Kredite und für Tilgungszuschüsse sollen 50 Millionen Euro vorgesehen sein. Dies soll die Bundesregierung mit einer Protokollerklärung in Aussicht gestellt haben.

Für private Haushalte hätten solche Speicher den Vorteil, dass der eigene bei Sonnenschein erzeugte Strom auch nachts verbraucht werden kann. Bisher kommen Haushalte ohne Speicher nicht darum herum, zu bestimmten Tageszeiten, Strom zuzukaufen.

Auch die Solarbranche spricht sich für eine Förderung aus. „Speicher sind ein Herzstück der Energiewende“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). „Die Förderung ihrer Markteinführung wäre dringend geboten und zu begrüßen.“ Um die Stromversorgung überwiegend auf Erneuerbare Energien umzustellen, sei mittelfristig der Einsatz von Stromspeichern sehr wichtig.

Teil des Kompromisses zwischen Bund und Ländern soll auch sein, dass für mittelgroße Anlagen mit einer Leistung von zehn bis 40 Kilowatt der Einschnitt durch die EEG-Novelle weniger hart ausfällt als von der Bundesregierung ursprünglich geplant. Pro Kilowattstunde Strom soll es 18,50 Cent Vergütung geben. Ursprünglich sollten Anlagen mit einer Leistung von zehn bis tausend Kilowatt in einer Förderklasse zusammengefasst und mit nur 16,50 Cent pro Kilowattstunde vergütet werden.

Allerdings sollen ab einer Leistung von zehn Kilowatt nur noch 90 Prozent des Stroms vergütet werden. Der Rest muss selbst verbraucht oder zu einem niedrigeren Marktpreis verkauft werden.

Zum ersten Mal könnte der Vermittlungsausschuss auch ein Ende der Förderung festsetzen. So soll in dem Kompromiss vereinbart worden, dass die Förderung eingestellt wird, sobald Anlagen mit einer Gesamtleistung von 52 Gigawatt installiert wurden. Zurzeit sind bereits über eine Millionen Anlagen mit einer Leistung von etwa 28 Gigawatt am Netz.

„Die Photovoltaikbranche teilt den Wunsch, schnellstmöglich unabhängig von Förderzuschüssen zu werden, hält eine künstliche Deckelung der förderfähigen Leistung jedoch für gefährlich“, sagt Carsten Körnig. Auf industrielle Investoren könnte eine derartige Limitierung abschreckend wirken, "da keine Gewissheit darüber bestehe, dass zum Zeitpunkt des Erreichens einer 52 Gigawatt-Begrenzung der Photovoltaikmarkt bereits vollumfänglichwettbewerbsfähig sein wird."

Auch der Verbraucherschützer hält nichts von starren Grenzen oder Deckeln. „Für die Energiewende bedarf es eines Strommixes mit hohem Anteil an Erneuerbaren Energien“, sagt Schneidewindt.

Der Handelsblatt Expertencall
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  • dpa
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14 Kommentare zu "Gekürzte Förderung: Warum sich die Photovoltaikanlage trotzdem lohnt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Also ich habe auch noch einen anderen Artikel dazu gefunden, aber der sagt auch, dass man sich beeilen soll mit der Umsetzung, damit man die momentan höchste Vergütung für seinen produzierten Strom bekommt, weil auch die Einspeisevergütung immer weiter sinkt. Hier ist der Artikel:

    http://www.dach.de/dach/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-wissen/energie-sparen-leicht-gemacht-mit-einer-solaranlage/

    Man sollte aber trotzdem vor der Anschaffung genau kalkulieren.

  • Hallo
    Gerne zahle ich 1200 EUR im Jahr -> 0,30 EUR x 4000 kW die meine Familie im Jahr verbraucht, statt an einem Atomkraftwerk, Atommüll, oder sonstigen Atomanlage zu wohnen, bzw. solche Probleme zu haben wie die Japaner in Fukushima.
    Sie können gerne nach Japan, Gorleben, sonst noch wo ziehn wo Atommüll vorhanden ist, die Grundstücke, Häusser sind dort wirklich günstig.
    Wünsche viel Gesundheit.

  • Hallo,wenn ich ihre Kommentare so lese bekomme ich etwas Angst!Ich habe mir jetzt erst eine Photovoltaikanlage installieren lassen!Ich hatte jetzt Problem mit der Wechselrichter Lieferung und es hat sich um ein paar Wochen verzögert bis sie fertig gemacht wurde!Jetzt fehlt nur noch die Abnahme!Ich lese ja jetzt von ihnen ein Für und Wider!Was sagen sie jetzt wirklich, lohnt es sich bei ihnen oder nicht!Meine Anlage ist 6,84 kwp und liegt in Teuschnitz Ausrichtung:Südost Gekostet hat sie 19297,71€ Brutoo!
    Ich würde mich über eine Antwort von ihnen freuen!

  • Hallo Vandale, auch wenn es ihre Theorie ein wenig durcheinanderbringt, noch einmal ein Beispiel aus der Praxis. Ich betreibe seit 5 Jahren eine Solaranlage, und o graus das letzte Jahr war ertragsmäßig das beste von allen! Und Reparaturen hatte ich auch noch keine. Und selbst wenn der Wechselrichter kaputt gegangen wäre, ich habe eine Garantie über 10 Jahre. Noch Fragen?

  • Hallo Vandale, auch wenn Sie es noch nicht wußten, eine Solaranlage produziert auch Strom, wenn der Himmel bewölkt ist! Und 10% der installierten Leistung leistet eine Solaranlage 90% des Tages.

    Ich habe nicht gesagt, dass ich konstant 200-300 W verbrauche. Aber Kühlschrank, Gefriertruhe etc. sorgen nun einmal dafür, dass eine Mindestlast in jedem Haushalt verbraucht wird. Sie können ja mal alle Geräte bei sich im Haushalt ausschalten und innerhalb von mehreren Stunden ihren Stromzähler beobachten, Sie werden staunen! Ich will nicht ausschließen, das Singlehaushalte auch einen Mindestverbrauch von 100 W (oder weniger) haben können. Die haben dann i.d.R. aber auch keine Solaranlage.

  • Hallo Eigenstromnutzer...Ich vermute Sie leben nicht auf der Erde. In Deutschland gibt es meines Wissens nicht mehr als 2000 Sonnenstunden. Am Morgen und am Abend ist die Sonne auf diesem Planeten sehr schwach und dürfte den Haarfön nicht zum glühen bewegen.

    Die meisten Haushalte verbrauchen im Gegensatz zu Ihrem nicht konstant 200 - 300 W, sondern z.B. 3kW wenn Sie den Herd einschalten und dann wiederum nur 100W. Dadurch kann die Sonneneinstrahlung nur sehr wenig genutzt werden.

    Vandale

  • Hi SGK 10...wenn man Ihre Rechnung nachzuvollziehen sucht und mit 6% Zinsen, 20 Jahren Abschreibung (Subventionszeitraum), entspricht einer gleichbleibenden Annuität von 10% rechnet, so ergeben sich 150€ Kosten je 900 kWh Strom entsprechend 17c/kWh. Hinzu addieren sich Reperaturen, z.B. Wechselrichter, Installation. Des weiteren reduziert sich die Leistung einer Solarzelle im ersten Jahr um 3% und anschliessend um ca. 0,5% jährlich. Es dürfte nicht einfach werden an einem etwas ungünstigen Standort mit den neuen Subventionssätzen eine Rentabilität zu erreichen.

    Ich meine, dass Sie in Ihrem ökologischen Enthusiasmus die Regeln der Mathematik überwunden haben.

    Vandale

  • Also, ich weiss ja nicht wo sie leben, aber eine umweltfreundliche Solarzelle produziert im Sommer von 6.00 morgens bis 21.00 Uhr abends (jedenfalls meine). Die Grundlast eines Haushalts von 200-300 W deckt eine 3kW-Anlage an 4.000 Stunden im Jahr ab. Eine Stromeigenverbrauchsquote von 30% ist auch ohne jeden Stromspeicher realisierbar!

    PS: Die von Ihnen zitierte Statistik besitzt keine Aussagekraft bzgl. der Höhe des möglichen Eigenverbrauchs, weil erst ab 2009 die ersten PV-Anlagen mit einem Eigenverbrauchszähler ausgestattet wurden!

  • @Gastredner: Japan erfährt gerade was der Atomstrom im gesamten Lebenszyklus tatsächlich kostet! - Tepco mit hunderten Milliarden pleite - strahlende AKWs und unbewohnbares Gebiet noch da. Es gibt auf der ganzen Welt keinen privaten Investor der ein AKW finanziert und keine Versicherung die das Risiko trägt - warum, hat die Geschichte 2x deutlich gezeigt. Also end of story.
    Wegen der Umlage - wenn Du die Neben Kosten der Stromproduktion aus Kohle mitrechnest - und die Subvention des Kohlebergbaus - wirst Du auf wesentlich höhere Kosten kommen. Also die Energiewende macht eine Menge Sinn, so wie der Dampfmaschine der Verbrennungsmotor und nun Elektro+ PV folgt.

  • "Rückwirkend soll die Kilowattstunde Strom für Kleinanlagen, die ab dem ersten April in Betrieb genommen wurden, nur noch mit 19,50 Cent pro Kilowattstunde vergütet werden. Diese Vergütung ist weiterhin ab Zeitpunkt der Inbetriebnahme für 20 Jahre garantiert."

    Rückwirkend gekürzt und dennoch garantiert.
    Da lachen selbst die Hühner. Das spricht doch Bände über die Seriösität des Staates.

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