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Häusliches Arbeitszimmer Steuern sparen in der „unternehmerischen Schaltstelle“

Die Abzugsmöglichkeiten für das Home Office sind beschränkt: Unbegrenzt ist der Steuerabzug nur möglich, wenn der Mittelpunkt der Tätigkeit im Arbeitszimmer liegt. Ein neues Urteil zeigt Spielraum auf.
16.06.2015 - 07:49 Uhr Kommentieren

Warum sich die Steuererklärung immer lohnt

Münster Fast jeder Selbstständige benötigt ein Büro – entweder, um seinem eigentlichen Beruf nachzugehen oder zumindest, um Korrespondenz, Ablage und Buchhaltung zu erledigen. Nicht jeder Selbstständige leistet sich allerdings einen außerhäuslichen Arbeitsplatz. Ist das Büro ein Home Office, sind die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten begrenzt: Sämtliche Ausgaben können nur dann geltend gemacht werden, wenn der Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer liegt.

Ist dies nicht der Fall und verfügt der Selbstständige über keinen anderen Arbeitsplatz, dürfen jährlich immerhin noch nachgewiesene Kosten bis zu 1250 Euro als Betriebsausgaben angesetzt werden.

So traf es auch einen Handelsvertreter, der im Wurst- und Käsevertrieb für drei Auftraggeber arbeitete. Er vermittelte die Geschäfte zwischen seinen Auftraggebern und deren Kunden, darunter viele Großverbrauchermärkte. Das Finanzamt befand, dass die prägenden Tätigkeiten des Betroffenen im Außendienst abliefen.

Die Folge: Die Verwaltung erkannte nur 1250 Euro der geltend gemachten Ausgaben an. Dagegen wehrte sich der Handelsvertreter vor dem Finanzgericht Münster – mit Erfolg (Az.: 5 K 980/12 E). Dort konnte der Kläger überzeugend darlegen, dass er kein klassischer Außendienstler ist. Das Gericht urteilte, dass das Home Office des Handelsvertreters den Mittelpunkt seiner gesamten betrieblichen Tätigkeit bildete. Damit waren die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer bei den Einkünften aus Gewerbebetrieb in voller Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig.

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    Die Richter folgten der Darstellung des Klägers, wonach seine vertraglichen Verpflichtungen zu monatlichen Kundenbesuchen tatsächlich nicht gelebt worden seien. Da das Geschäft offenbar lief, bestand für den Auftraggeber kein Anlass, auf diesen Vertragsbestandteil zu bestehen. Vielmehr habe der Handelsvertreter den Kunden als Ansprechpartner – vor allem mit Blick auf das Sortiment, die Annahme von Bestellungen und Reklamationen – zur Verfügung gestanden.

    Es kommt auf die prägende Aufgabe an
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