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Investmentfonds So bleibt der Familienschatz steuerfrei

2018 greift das Finanzamt bei älteren Fondsanlagen kräftig zu. Da bleibt oftmals nur wenig übrig. Doch mit Freibeträgen und Schenkung lässt sich eine Besteuerung schon jetzt vermeiden – so geht's.
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Die Schenkungssteuer hält hohe Freibeträge offen. Gerade für Ehepartner könnte sich das lohnen. Quelle: dpa
Wenig Abgaben durch Freibeträge

Die Schenkungssteuer hält hohe Freibeträge offen. Gerade für Ehepartner könnte sich das lohnen.

(Foto: dpa)

Ist ein Steuergesetz verabschiedet, beginnt für Frank Dißmann die Arbeit. Der Partner in der Steuerkanzlei Rödl & Partner beantwortet derzeit viele Fragen von Mandanten zum Investmentsteuerreformgesetz. Ob es sich noch lohne, in Fonds zu investieren, wollen sie von ihm wissen, oder welche Fonds unter steuerlichen Aspekten empfehlenswert seien. „Vieles ist noch nicht abschließend geklärt“, muss Dißmann manchen vertrösten.

Dennoch hat für Anleger, die ihr Geld in Investmentfonds anlegen, eine wichtige Phase begonnen. Denn am 1. Januar 2018 wird eine einschneidende Reform in Kraft treten. Sie bedeutet für alle Fonds einen steuerlichen Neuanfang. Der Bestandsschutz für die Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen aus sogenannten Altanteilen, die vor 2009 angeschafft wurden, fällt dem Gesetz zum Opfer. Jörg Schöber, Anlageberater aus Bad Salzuflen, sprach gerne vom „Familienschatz“. Wären die Altanteile über Generationen im Wert gestiegen und vererbt worden, hätte derjenige, der sie verkauft, keinen Cent Steuern gezahlt.

Doch damit ist 2018 Schluss. Zum 1. Januar werden die Altanteile als „fiktiv wieder angeschafft“ mit ihrem dann aktuellen Kurs von der Bank ins Kundendepot gebucht. Der Gesetzgeber entschädigt Anleger für den Wegfall des Bestandsschutzes mit einem Freibetrag von 100.000 Euro. Ab 2018 realisierte Kursgewinne aus dem Verkauf von Altanteilen würden den 100.000-Euro-Freibetrag belasten, Kursverluste aus verkauften Altanteilen könnten gegengerechnet werden.

Schöber hält es aus wirtschaftlicher Sicht für interessant, „ein vorhandenes Kapital noch in diesem Jahr nach altem Steuerrecht auf möglichst viele Anleger zu verteilen und damit jedem ab Januar den Freibetrag für realisierte Kursgewinne von 100.000 Euro zu ermöglichen“. Anleger könnten ein Fondsdepot mit nennenswertem Altbestand vorzeitig aufteilen und den Freibetrag vervielfachen, indem sie Ehegatten und Kinder beschenken. Verschenkte Fondsanteile aus dem Altbestand behalten ihren besonderen Status als „Altanteile“, wenn der Anleger seiner Bank schriftlich die Übertragung und die Schenkung anzeigt. Sie werden als „Altbestand“ ins Depot des Beschenkten gebucht.

Was sich 2017 für die Steuerzahler ändert
Steuererklärung 2017
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Geringverdiener, Familien und Alleinerziehende – der Staat will sie 2017 mehr unterstützen. Deshalb werden viele staatliche Leistungen und Freibeträge erhöht. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hat einen Überblick über die Änderungen erstellt.

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Grundfreibetrag steigt
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Der Grundfreibetrag erhöht sich zum 1. Januar 2017 um 168 Euro. Fortan dürfen Steuerzahler 8820 Euro Einkommen steuerfrei behalten. Das Doppelte steht Eheleuten und eingetragenen Lebenspartnern zu.

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Der Grundbetrag steigt kontinuierlich
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Mit der Erhöhung zum 1. Januar 2017 ist der Grundfreibetrag in den vergangenen zehn Jahren insgesamt um mehr als 1.000 Euro gestiegen.

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Kinderfreibetrag erhöht sich
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Nicht nur der Grund- auch der Kinderfreibetrag erhöht sich 2017 von 4.608 Euro auf 4.716 Euro für verheiratete Eltern und für eingetragene Lebenspartner mit Kind. Hinzu kommen 2.640 Euro Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Das ergibt insgesamt einen Freibetrag von 7.356 Euro pro Kind.

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Zwei Euro mehr Kindergeld im Monat
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Deutlich sparsamer als beim steuerlichen Kinderfreibetrag ist der Staat beim Kindergeld. Dieses steigt 2017 um gerade einmal um zwei Euro pro Kind und Monat. Für die ersten beiden Kinder gibt es im kommenden Jahr jeweils 192 Euro im Monat.

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Familien mit mehr Kindern bekommen mehr Geld
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Etwas höher fällt das Kindergeld für kinderreiche Familien aus: Für das dritte Kind bekommen Eltern 2017 198 Euro und ab dem vierten Kind monatlich 223 Euro. Das Kindergeld bis zur Volljährigkeit gezahlt. Wenn das Kind studiert, zahlt es der Staat sogar noch bis zu seinem 25. Geburtstag.

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Kalte Progression soll ausgeglichen werden
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Der Gesetzgeber will die kalte Progression in 2017 ausgleichen, indem er die Einkommensteuersätze an die geschätzte Inflationsrate des Jahres 2016 anpasst, das sind 0,73 Prozent. Die Einkommensteuersätze sind die Rechengröße für die zu zahlende Steuerschuld: Wer ein höheres Einkommen hat, zahlt auch mehr Steuern. 

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Für die Schenkungsteuer gelten hohe Freibeträge. An Ehegatten können alle zehn Jahre 500.000 Euro fließen, an Kinder sind 400.000 Euro übertragbar, ohne dass Schenkungsteuer gezahlt werden muss, für Verwandte wie Nichten und Neffen sind es 20.000 Euro. Vergehen bis zum Tod des Schenkers mehr als zehn Jahre, können Erben erneut die Freibeträge nutzen.

Die Idee mit dem vorgezogenen Erbe findet auch Steuerberater Dißmann charmant. „Politiker diskutieren über die Abschaffung der Abgeltungsteuer, darum ist es interessant, Freibeträge optimal zu nutzen“, sagt Dißmann. Er warnt allerdings vor einer übereilten Schenkung. Der Anleger verliert damit den Zugriff auf sein Geld.

Mit der vorzeitigen Übertragung bewegt er sich rechtlich in einem sicheren Umfeld, während zur neuen Investmentsteuerreform noch viele Fragen vom Bundesfinanzministerium unbeantwortet bleiben. Die Steuerexperten des Fondsverbandes BVI etwa gehen davon aus, dass ein Erbe oder Beschenkter ab 2018 einen nicht verbrauchten 100.000-Euro-Freibetrag vom Erblasser übernehmen könnte. Die definitive Antwort dazu aus Berlin fehlt allerdings noch.

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