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Je transparenter der Anwaltsmarkt, desto mächtiger die Unternehmensjuristen Vom Bedenkenträger zum Kostenkiller

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Gleich mehrere Faktoren machen Firmen als Arbeitgeber interessant, erklärt Astrid Tostmann, Personalberaterin bei Heidrick & Struggles in Frankfurt. "In der Rechtsabteilung eines mittelständischen Unternehmens ist das Aufgabenspektrum breiter als in einer Großkanzlei." Zudem ist der Leistungsdruck auf die einzelnen Mitarbeiter geringer als in den Anwaltsfirmen.

Die Top-Kanzleien galten jahrelang als höchst attraktive Arbeitgeber. Doch heute müssen sie sich stärker ins Zeug legen, wenn sie junge Juristen mit Prädikatsexamen für sich begeistern wollen. Thomas Tschentscher, Partner bei Freshfields in Frankfurt, beobachtet bei den Bewerbern ein gesteigertes Sicherheitsdenken. "Ende der Neunziger konkurrierten wir mit der New Economy, heute treten wieder klassische Karriere-Alternativen in Unternehmen in den Vordergrund."

Viele Juristen stört es nicht, dass sie sich bei einem Unternehmen mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden geben müssen als in einer Wirtschaftskanzlei. Ein junger Angestellter einer Rechtsabteilung mit fünf Jahren Berufserfahrung bekommt ein Jahresgehalt zwischen 65  000 und 80  000 Euro, belegen Zahlen der Vergütungsberater von Kienbaum Management Consultants in Gummersbach. In Top- Kanzleien liegen die Gehälter zwischen 60  000 bis 87  000 Euro, also ähnlich hoch. So ergab es auch eine Umfrage von "Juve". Doch können sich auch angestellte Anwälte oft zusätzlich über üppige Boni freuen, so dass sie unterm Strich besser dastehen als Unternehmensjuristen.

Können Unternehmen bei den Gehältern für einfache Juristen in der Rechtsabteilung noch mit manchen Kanzleien mithalten, so endet das beim Chef der Rechtsabteilung. Der Syndikus verdient nämlich gerade in kleineren Unternehmen kaum mehr als seine Mitarbeiter, belegen die Kienbaum-Zahlen. In einem Betrieb mit weniger als 250 Mitarbeitern kann er gerade einmal 80  000 Euro Jahresgehalt einstreichen. Ist das Unternehmen größer, bekommt der Leiter der Rechtsabteilung rund 105  000 Euro. Erst bei Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern steigt das Jahresgehalt auf 170  000 Euro. Und das nur, wenn die Position direkt der Geschäftsführung unterstellt ist.

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