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Kfz-Haftpflichtversicherung Mehr als sechs Millionen Autofahrer zahlen weniger

Einmal im Jahr veröffentlicht der GDV die Schadensbilanz der Autofahrer – unterteilt in Regionalklassen. Als Folge ändern sich die Versicherungsverträge. Die Stadt mit der schlechtesten Bilanz liegt in Hessen.
31.08.2016 - 12:00 Uhr
Ein beschädigtes Auto steht nach einem Unfall an einer Straße: Der Gesamtverband der der deutschen Versicherungswirtschaft hat die Regionalklassen für die insgesamt 415 deutschen Zulassungsbezirke veröffentlicht, die jeweils die Schadensbilanz in der Region spiegeln. Quelle: dpa
Autounfall

Ein beschädigtes Auto steht nach einem Unfall an einer Straße: Der Gesamtverband der der deutschen Versicherungswirtschaft hat die Regionalklassen für die insgesamt 415 deutschen Zulassungsbezirke veröffentlicht, die jeweils die Schadensbilanz in der Region spiegeln.

(Foto: dpa)

Berlin 6,3 Millionen Autofahrer profitieren künftig von einer besseren Regionalklasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung. 4,8 Millionen Autofahrer werden hingegen hochgestuft, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mitteilte. Für den weit überwiegenden Teil der Versicherungsnehmer - 28,5 Millionen - ändert sich nichts.

Besonders niedrige Regionalklassen gibt es den Angaben zufolge weiterhin für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Die beste Schadensbilanz erreichte laut GDV der Zulassungsbezirk Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern.

Dagegen sind die Regionalklassen vor allem in Großstädten und in Teilen Bayerns hoch. Die schlechteste Schadensbilanz attestierte der GDV der hessischen Stadt Offenbach am Main.

Warum die Schneeflocke auch im Sommer gilt
Bei den meisten Verkehrszeichen wissen Autofahrer genau, wie sie sich verhalten müssen. Anders sieht es dagegen häufig bei Zusatzschildern aus.
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Schwarze Sinnbilder, Zeichnungen oder Aufschriften auf weißem Grund mit schwarzem Rand – so sehen Zusatzzeichen aus. „Sie sind unmittelbar, in der Regel unter dem Verkehrszeichen, auf das sie sich beziehen, angebracht“, heißt es in §39 Abs. 3 der Straßenverkehrsordnung. Mögliche Funktionen: Sie können ein Verkehrszeichen genauer bestimmen, es einschränken oder erklären. Der Autoclub ARCD erläutert einige typische Unklarheiten ...

(Foto: ampnet)
Verbreitet und den meisten wohl auch geläufig ist das Zusatzzeichen 1052-36 mit der Aufschrift „bei Nässe“.
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In Kombination mit einem Verkehrszeichen zur Höchstgeschwindigkeit verbietet es Fahrzeugführern, die angegebene Geschwindigkeit bei nasser Fahrbahn zu überschreiten. Doch wann gilt eine Fahrbahn als nass? Schon wenn es nieselt, oder erst, wenn es in Strömen regnet?

„Die Straßenverkehrsordnung definiert nass nicht genauer. Deshalb hilft nur ein Blick in die Rechtsprechung. Und hier legten die Richter vom Bundesgerichtshof in Karlsuhe schon 1977 fest, dass die Fahrbahn insgesamt mit einem Wasserfilm überzogen sein muss (AZ: 4 StR 560/77)“, erklärt Thomas Schreiner vom ARCD. 

(Foto: Screenshot: org_image)
Zusatzzeichen 1007-30
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Anders sieht es dagegen beim Zusatzzeichen 1007-30 aus, auf dem eine Schneeflocke abgebildet ist. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung bei diesem Schild gilt laut einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (AZ: 1 RBs 125/14) auch bei trockener Fahrbahn.

Das Schneeflocken-Zeichen ist also nicht als Einschränkung, sondern vielmehr als Begründung des Tempolimits zu verstehen. „Fahrzeugführer müssen sich hier temperaturunabhängig immer an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten. Das Zusatzzeichen weißt lediglich auf die Gefahr unerwarteter Glatteisbildung an dieser Stelle hin“, sagt ARCD-Experte Schreiner.

(Foto: ampnet)
Zum Verwechseln ähnlich sehen sich die folgenden Schilder:
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Entfernungsangaben mit Pfeilen (z. B. Zusatzzeichen 1001-31) weisen zum Beispiel auf die Länge einer Geschwindigkeitsbeschränkung oder eines Überholverbots hin. Das Ende streckenbezogener Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote wird laut Straßenverkehrsordnung (Anhang, Punkt 55) nicht mehr extra angezeigt.

(Foto: ampnet)
Zusatzzeichen 1004-34
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Entfernungsangaben ohne Pfeile (z. B. Zusatzzeichen 1004-34) kündigen dagegen an, dass das über dem Zusatzschild stehende Verkehrszeichen in der angegebenen Entfernung gilt – also ein Überholverbot beispielsweise in 600 Metern in Kraft tritt, oder erhöhte Schleudergefahr auf den kommenden beiden Kilometern herrscht ...

(Foto: ampnet)
Zusatzschild 1000-32
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Von Autofahrern gern übersehen wird das Zusatzschild 1000-32, auf dem ein Fahrrad und zwei gegenläufige Pfeile abgebildet sind. Es zeigt in Kombination mit einem Einbahnstraßenschild an, dass Radverkehr in der Gegenrichtung zugelassen ist.

„Für Autofahrer heißt das konkret: Sie müssen beim Einbiegen und im Verlauf der Einbahnstraße auf Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung achten“, sagt Schreiner. Selbst bei einer für den gegenläufigen Radverkehr freigegebenen Einbahnstraße gilt „Vorfahrt hat, wer von rechts kommt“, also auch der ausfahrende Radverkehr, sofern kein Schild eine andere Vorfahrtsregelung anzeigt.

(Foto: ampnet)

Der GDV veröffentlicht einmal im Jahr die Regionalklassen für die insgesamt 415 deutschen Zulassungsbezirke, die jeweils die Schadensbilanz in der Region spiegeln. Es gibt die Klassen für die Kfz-Haftpflicht sowie für die Voll- und Teilkasko-Versicherung.

Bei den Kaskoversicherungen ändert sich aber nur wenig, erklärte der GDV am Mittwoch. Von mehr als 33 Millionen Versicherten ergebe sich lediglich für zwei Millionen eine niedrigere und für knapp 2,4 Millionen eine höhere Klasse.

In der Kfz-Haftpflicht wird die Regionalklasse vor allem von den Autofahrern beeinflusst, die in der fraglichen Gegend wohnen. Ausschlaggebend sind hier laut GDV die Versicherungsleistungen für Dritte nach Unfällen. Bei der Kaskoversicherung spielen unter anderem auch Faktoren wie Diebstähle, Wildunfälle oder Schäden durch „Naturereignisse“ wie Hagel eine Rolle.

Die Regionalstatistik des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel ist dies der 1. Januar 2017.

  • afp
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