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Kinderbetreuung steuerlich absetzen Kein Bargeld für den Babysitter

Wenn Eltern eine Tagesmutter oder einen Babysitter engagieren, können sie die Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen. Das Finanzamt setzt jedoch eine Bedingung, die nun auch der Bundesfinanzhof bestätigt hat.
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Wer Babysitter engagiert oder für einen Kita-Platz zahlt, bekommt Unterstützung vom Staat. Quelle: dpa
Kinderbetreuung

Wer Babysitter engagiert oder für einen Kita-Platz zahlt, bekommt Unterstützung vom Staat.

(Foto: dpa)

MünchenTrotz Rechtsanspruch auf Kita-Platz und Ausbau der Kinderbetreuung: Viele Eltern müssen sich immer noch selbst Unterstützung organisieren, wenn es darum geht, den Nachwuchs betreuen zu lassen. Gerade bei kleineren Kindern kommt manchmal eher eine Kinderfrau oder Tagesmutter in Frage, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.

Die Gründe, warum eine Kinderbetreuung notwendig wird, hinterfragt das Finanzamt seit 2012 nicht mehr. Seitdem können Eltern solche Kosten in der Steuererklärung grundsätzlich als Sonderausgaben geltend machen. Egal, ob beide Eltern arbeiten, einer von beiden eine Auszeit nehmen möchte oder längere Zeit krank ist: Die Aufwendungen für die Kinderbetreuung können nun immer – in festgelegten Grenzen – als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Zwei Drittel der jährlich anfallenden Kosten für Kinderbetreuung können steuerlich als Sonderausgaben angesetzt werden, wobei die Kosten den Höchstbetrag von 4.000 Euro pro Kind nicht überschreiten dürfen. Voraussetzung: Die Kinder sind jünger als 14 Jahre; bei behinderten Kindern gelten besondere Regelungen. Allerdings müssen Eltern die angefallenen Aufwendungen nachweisen – zum Beispiel mit einer Rechnung. Und das Geld muss von einem Konto auf ein anderes überwiesen werden.

Diese Vorschrift greift selbst dann, wenn die Familie zur Betreuung des Kindes einen Minijob vergeben hat. Dies entschied jetzt der Bundesfinanzhof (Az.: III R 63/13). Im zugrunde liegenden Fall hatten die Eltern eine Teilzeitkraft beschäftigt, um ihren dreijährigen Sohn zu betreuen.

Staatliche Finanzspritzen für Eltern
Elterngeld
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Kindergeld oder Kinderfreibetrag (1)

Unabhängig von ihrem Einkommen haben Eltern Anspruch auf ein monatliches Kindergeld oder einen jährlichen Kinderfreibetrag. Der Freibetrag wird von dem zu versteuernden Einkommen abgezogen und senkt dadurch die Steuerlast. Ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 33.000 Euro lohnt sich dies mehr als der monatliche Zuschuss. Das Finanzamt prüft automatisch, was für die Eltern günstiger ist. Aktuell bekommen Eltern für ein Kind jährlich 2.208 Euro Kindergeld.

(Foto: dpa)
Betreuungsgeld
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Kindergeld oder Kinderfreibetrag  (2)

Grundsätzlich besteht der Anspruch auf Kindergeld nur für Minderjährige, aber es gibt Ausnahmen: Sind die Kinder höchstens 24 Jahre alt und befinden sich in der ersten Berufsausbildung oder dem Erststudium, wird das Kindergeld auf jeden Fall gezahlt. Auch für behinderte Kinder bekommen die Eltern weiter Kindergeld. Bei Kindern, die schon in der zweiten Ausbildung sind, hat der Gesetzgeber Ende 2011 eine neue Regel eingeführt. Um weiterhin Kindergeld zu erhalten, dürfen sie grundsätzlich höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten. Wie viel die Kinder verdienen, spielt seit 2012 aber keine Rolle mehr.

(Foto: dpa)
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Kranken- und Pflegeversicherung

Auch konkrete Kosten, die in Zusammenhang mit dem Kind stehen, können Eltern bei der Steuererklärung angeben. So etwa die Kranken- und Pflegeversicherung. Eine gesetzliche Versicherung können sie in voller Höhe bei den Sonderausgaben geltend machen, private Versicherungen nur in Höhe einer entsprechenden gesetzlichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Eltern überhaupt einen Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld haben.

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Betreuungskosten (1)

Seit 2012 ist es für Eltern einfacher, Betreuungskosten für ihr Kind geltend zu machen. Bis zum Steuerjahr 2011 wurden solche Kosten für Kinder bis einschließlich 14 Jahren nur dann als Werbungskosten angerechnet, wenn beide Elternteile das Kind wegen ihres Jobs nicht betreuen konnten oder ein Elternteil alleinerziehend war. Zwei Drittel der Kosten, maximal 4.000 Euro pro Jahr, konnten so angerechnet werden. War nur ein Partner berufstätig, der andere aber durch Ausbildung oder Krankheit verhindert, galt rechnerisch das Gleiche, aber dann zählten die Kinderbetreuungskosten zu den Sonderausgaben. Nur bei Kindern ab dem dritten bis zum sechsten Geburtstag wurden die Betreuungskosten trotz der Berufstätigkeit beider Eltern komplett anerkannt.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 7580983 Kinder spielen am Montag, 20. November 2006, in einem Kindergarten in Frankfurt am Main. Bundesfamilienministerin Ursula von der
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Betreuungskosten (2)

Ab dem Steuerjahr 2012 müssen Eltern nicht mehr begründen, warum sie ihren Nachwuchs nicht selbst betreuen. Die Betreuungskosten werden bedingungslos anerkannt. Nun können zwei Drittel als Sonderausgaben geltend gemacht werden – maximal 4.000 Euro pro Jahr. Einige Voraussetzungen für die Anrechnung von Betreuungsgeld sind aber geblieben: So muss das Kind im Haushalt des Steuerpflichtigen wohnen, darf maximal 14 Jahre alt sein und es muss ein Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise einen Kinderfreibetrag bestehen.

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Schulgeld

Schicken Eltern ihr Kind auf eine Privatschule oder ein Internat können sie den Staat an dem Schulgeld beteiligen. 30 Prozent der Gebühren, jedoch maximal 5.000 Euro pro Jahr, sind als Sonderausgaben absetzbar. Anerkannt wird allerdings nur die Unterrichtsleistung. Enthält die Internatsgebühr auch die Kosten für Unterbringung des Kindes, müssen die Eltern eine separate Rechnung anfordern. Kosten für eine Musikschule oder Sportvereine können hier jedoch nicht berücksichtigt werden, denn sie führen nicht zu einem staatlich anerkannten Abschluss.

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Ausbildungsfreibetrag

Einen kleinen Zuschuss können Eltern auch bekommen, wenn ihr volljähriges Kind wegen seiner Ausbildung auswärts untergebracht ist: den sogenannten Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 Euro pro Jahr. Auch hier ist die grundsätzliche Bedingung, dass überhaupt ein Kindergeldanspruch besteht.

(Foto: dpa)

Die Teilzeitkraft erhielt monatlich 300 Euro in bar; die Eltern meldeten die Beschäftigung rückwirkend bei der Minijobzentrale an und zahlten die fälligen Abgaben nach. In ihrer Steuererklärung beantragten sie, die anteiligen Kinderbetreuungskosten in Höhe von 2400 Euro steuerlich anzusetzen. Das lehnte das Finanzamt ab – mit der Begründung, dass die Zahlung in bar geleistet worden war. Das Finanzgericht, das sich mit der Sache befassen musste, war diesbezüglich großzügiger: Die gesetzlich erforderliche Überweisung könne nur für Dienstleistungen gelten, nicht jedoch für Arbeitsverhältnisse.

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Eltern haben Nachweispflicht
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