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Kirchsteuer Die Kirchenkassen klingeln

So hoch wie jetzt waren die Steuereinnahmen der Kirchen in Deutschland noch nie. Zu verdanken haben sie das vor allem der guten Konjunktur – und dem Fiskus. Ab 2017 könnte es aber abwärts gehen.
05.10.2014 - 11:32 Uhr Kommentieren
Die Kirchensteuer wird beim Gehalt automatisch einbehalten. Quelle: dpa

Die Kirchensteuer wird beim Gehalt automatisch einbehalten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Kirchen in Deutschland werden in diesem Jahr einem Medienbericht zufolge so viel Geld einnehmen wie nie zuvor. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, wird das Kirchensteueraufkommen nach den Rekordjahren 2012 und 2013 im laufenden Jahr noch einmal kräftig steigen, voraussichtlich um vier bis fünf Prozent. Die Katholische Kirche kann nach den jüngsten Steuerschätzungen der Bundesregierung mit zusätzlichen 250 Millionen Euro rechnen.

Die Evangelische Kirche erwartet gut 200 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr; sie werde erstmals mehr als fünf Milliarden Euro durch die Kirchensteuer einnehmen. Beide Kirchen zusammen kommen nach den Prognosen auf knapp elf Milliarden Euro, berichtet die „F.A.S.“

Grund für den Geldsegen ist nicht die kirchliche, sondern die konjunkturelle Entwicklung. Während die Kirchen sich fast überall auf der Welt durch Spenden finanzieren müssen, ziehen in Deutschland die Finanzbehörden die Kirchensteuer ein und leiten sie dann weiter. Steigt das Aufkommen der Lohn-, Einkommen- und Kapitalertragsteuer, steigt das Kirchensteueraufkommen automatisch mit.

Zwar haben die beiden großen Kirchen in Deutschland in den vergangenen Jahren viele Mitglieder verloren, und auch die Zahl der kirchlich Aktiven geht stark zurück. Doch noch ändert das nichts am finanziellen Aufschwung, schreibt die Zeitung: Zum vierten Mal in Folge werde im laufenden Jahr mehr Geld in die Kasse kommen als im Vorjahr. Allein seit 2010 sind die Kirchensteuereinnahmen um mehr als 17 Prozent gestiegen, seit 2005 sogar um 43 Prozent.

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    Die Evangelische Kirche in Deutschland nahm im vergangenen Jahr 4,8 Prozent mehr ein als im Vorjahr, 2014 rechnet sie noch einmal mit einem Zuwachs von mehr als vier Prozent. Der Finanzchef der EKD, Thomas Begrich, sagte der Zeitung: „Von einem Rekord möchte ich nicht gern sprechen, denn inflationsbereinigt liegen wir noch unter dem Niveau von 1994. Außerdem wird das Geld dringend gebraucht.“

    Wie bei den Katholiken schlagen auch bei der EKD stetig steigende Personalkosten zu Buche. Hinzu kommt die Angst vor einer finanziell ungewissen Zukunft. Spätestens von 2017 an rechnen die Kirchen mit hohen Einnahmeausfällen, wenn eine immer größere Zahl von Kirchenmitgliedern der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben ausscheidet und in der nachwachsenden Generation immer weniger Menschen kirchlich gebunden sind.

    • afp
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