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Provisionen Wenn Steuerberater zweimal kassieren

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„Das Geschäftsmodell ist verbreitet“

„Ein Steuerberater kann sich gegenüber seinem Mandanten schadensersatzpflichtig machen, wenn er ihn zu einem Vertragsschluss mit einem Dritten veranlasst, aber nicht offenbart, dass er dafür eine Provision erhält“, hat das Oberlandesgericht Frankfurt erst im vergangenen Jahr klargestellt (Az. 1 U 30/11).

Im Fall hatte ein Steuerberater die Formulare über eine Fondsbeteiligung in Höhe von 108.000 Euro in seinem Büro ausgefüllt, dem Mandanten zugesendet – und für seine Vermittlung eine verdeckte Provision kassiert. Den Richtern zufolge habe der Steuerberater damit subtil auf den Mandanten eingewirkt, das „mandatsgeprägte Vertrauensverhältnis“ ausgenutzt. Am Ende waren 78.657 Euro Schadenersatz fällig.

Rechtsanwalt Dietmar Kälberer von der Kanzlei Rechtsanwälte Kälberer & Tittel aus Berlin sind eine Reihe weiterer Fälle bekannt, wo Banken Steuerberatern anbieten, bei der Fondsvermittlung auszuhelfen – und mitzuverdienen. „Das Geschäftsmodell war und ist verbreitet.“

So auch bei der Braunschweiger Privatbank Löbbecke. Gezielt habe das Kreditinstitut Steuerberater zu Informationsveranstaltungen eingeladen, bei denen es um den Vertrieb zweier Medienfonds ging. Am Ende seien die Fonds über Steuerberater verkauft worden, weiß Hartmut Göddecke, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Siegburg. Der Fall ging vor Gericht.

Auch hier urteilte das zuständige Oberlandesgericht in München zugunsten des Anlegers (Az. 19 U 3319/09): Der Steuerberater habe hinter dem Rücken des Anlegers, also seines eigenen Mandanten, eine Provisionszahlung von der Bank auf sein eigenes Konto erhalten.

Steuerberater machen sich strafbar
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6 Kommentare zu "Provisionen: Wenn Steuerberater zweimal kassieren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man muss nicht besonders darauf hinweisen, dass zwischen dem Steuerberater und seinen Mandanten ein besonderes Treueverhältnis besteht. Wenn ein Steuerberater für eine Anlageempfehlung von dritter Seite Provision kassiert, so besteht für ihn gegenüber seinem Mandanten eine Herausgabepflicht gem. § 667 BGB. Kassiert er die Provision ohne darüber seinen Mandanten zu informieren bzw. diese an ihn auszuzahlen, macht er sich u.U. wegen Untreue strafbar

  • Schon allein der letzte Satz "was Kunden tun können" zeigt mir, wie blauäugig und hilflos wohl manche Bürger sind. Einfach die Steuererklärung SELBST machen. Da muss man nicht hunderte € ausgeben, maximal 10 € für ein Programm oder 0,00 € für Elster Online. Das Leben kann so einfach sein.

  • G&T HH: Weil Sie zu dämlich sind für EU-Recht muß zu jeder ausländischen Gesellschaft auch eine deutsche gegründet werden damit der deutsche Steuerberater das auch kann. jeder Jahresabschluß kostet doppelt.

  • tja, die anbetung unserer ehrenberufler und freiberufler ist schon sehr merkwürdig. so ist der deutsche michel eben jahrelang erzogen worden. der staat verleiht jemanden einen siegel oder stempel und damit seine glaubwürdigkeit. erinnert ein bisschen an das mittlealter, wo große teile der bevölkerung nicht lesen und schreiben konnten. man wendete sich an den stadtschreiber oder einen anderen "gebildeten" und lies sich aufklären. überbleibsel in der heutigen zeit - der notar -. eines ist doch klar. keiner der vorgenannten kann einem investor das wirtschaftliche risiko abnehmen. aus diesem grunde sind auch deren sogen. "ratschläge" nicht viel wert. das risiko in einer immer stärker werdenden globalisierten welt trägt nun mal der investor ganz alleine. die vorgenannten fassen diese heissen eisen niemals an, sie wärmen sich nur die hände daran.

  • Meine persönliche Erfahrung ist, dass StBs durchaus Produkte empfehlen oder aber totale Geiseln des Finanzamtes sind, d.h. möglichst wenig beratung liefern, sondern nur die Steuererklärung ausfüllen (lassen durch Azubis) und dafür ordentlich abkassieren.

    Fazit: Kümmere dich selbst - mach deine Steuererklärung selbst und du sparst dir einen haufen Geld und Ärger.

  • So ein Quatsch. Sehr schlecht recherchierter Artikel. Ein seriöser Steuerberater (und da zählen die meisten zu) beschäftigt sich überhaupt nicht mit Kapitalanlagen. Denn hierfür benötigt man eine ähnliche Fachkompetenz wie für die Steuerberatung. Mir jedenfalls bleibt mir bei den stetigen Veränderungen keine Zeit, mich auch noch um solche Fragen zu kümmern. In unserer Kanzlei geben wir das in fachkundige Hände, wobei wir auch hier keine Empfehlung aussprechen, sondern den Mandanten den Rat erteilen, sich bei den Beratern umzuhören, die sich auf diesem Gebiet auskennen!
    A. Bartkowski
    Steuerberater
    Schnitzler & Partner
    Mönchengladbach

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