Quellensteuer Anleger verschenken Milliarden

Anleger verschenken jedes Jahr Milliarden an den Staat, weil sie sich bei Investitionen im Ausland die doppelt bezahlte Quellensteuer nicht zurückholen. Der Grund: Es ist einfach zu kompliziert.
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Wer sein Geld nicht gerade in einer Steueroase wie Monaco anlegt, muss zusehen, dass er nicht doppelt besteuert wird. Quelle: ap

Wer sein Geld nicht gerade in einer Steueroase wie Monaco anlegt, muss zusehen, dass er nicht doppelt besteuert wird.

(Foto: ap)

DüsseldorfBei der Rendite schauen Anleger oft auf jeden Cent – da ist es verwunderlich, dass sie vergangenes Jahr 12,24 Milliarden Euro verschwendet haben. So viel, besagt eine neue Studie des Finanzdienstleisters Goal Group, hätten Anleger sich an Quellensteuer rückerstatten lassen können – haben es aber versäumt. Das ist ein Viertel der kompletten Summe, die die Finanzämter an Quellensteuer insgesamt schuldig waren.

Warum sind die Anleger so nachlässig? Wird auch nur ein halbes Prozent mehr Zinsen versprochen, schichten sie schon mal um, und Dividenden fordern Investoren immer aggressiver ein. Doch bei der Quellensteuer lassen sie sich bereits verdiente Rendite entgehen.

Die Quellensteuer wird, wie der Name schon besagt, an der Quelle der Einkünfte abgezogen und an das Finanzamt überwiesen. Eine Art der Quellensteuer ist die Lohnsteuer, die direkt beim Arbeitgeber abgezogen wird. Außerdem zählt auch die Kapitalertragssteuer dazu, und diese ist für Investoren in ausländischen Anlagen besonders relevant. Auch die Abgeltungssteuer, die in Deutschland 25 Prozent beträgt, gehört zu den Quellensteuern. Kursgewinne, Zinsen und Dividenden werden dadurch oft doppelt besteuert. Doch wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, können Anleger einiges wieder zurückfordern.

Die Frage ist nur, wie das funktioniert. Manche Kunden müssen sich um nichts kümmern, denn die Depotbank erledigt die Rückerstattung. Allerdings bieten nicht alle Depotbanken diesen Service an, und selbst dort ist er meist Großkunden vorbehalten, die hohe Summen investieren und dadurch auch einiges an Gebühren zahlen – erst dann lohnt es sich für die Depotbank.

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5 Kommentare zu "Quellensteuer: Anleger verschenken Milliarden"

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  • Ich habe in den letzten Jahren Nokia-Aktien gehalten mit immer noch 78% Verlust seit 2001. Ich habe versucht, die zuviel gezahlte Quellensteuer zurückzubekommen. Es war ein irrsinniger bürokratischer Aufwand und nach 5 Jahren Wartezeit und immer wieder neuen Ausreden bekam ich schließlich 27 Euro erstattet. Das Porto für die vielen Briefe war teurer. Inzwischen erledigt das die DAB für mich, ich muss allerdings jedes Jahr eine neue Wohnbescheinigung vom Finanzamt vorlegen.

    Bei meinen Telefonica-Aktien habe ich das gar nicht erst probiert, weil schier unmöglich, die Prozedur mit ganz geringer Erfolgsausicht ist lächerlich, der Staat kassiert, aber der hat es ja auch nötig.......

  • Es gibt die Möglichkeit von der Quellensteuer entlastet zu werden, indem man die Gelder im Heimatstaat deklariert u der Bank eine Bescheinigung liefert. Dann darf z.B. die Luxemburger Bank keine Quellensteuer zurückhalten. Es ist sowieso günstiger die Steuer im eigenen Land zu zahlen. In Lux. werden 20% eingefordert, jedoch nur 15% an den Heimatstaat des Kontoinhabers bezahlt. Ab 2012 werdens 35% sein, wobei nur 30% weitergeleitet werden. Eine weitere Abzocke des Bankenstaates.

  • Der Handelsbaltt-Artikel ist ja nun keine große Hilfe, um selbst die doppelt bezahlte Quellensteuer wieder zurückzubekommen. Das Problem ist seit Jahren bekannt, aber konkrete Vorschläge, was ich als Kleinanleger nun tun könnte ... Fehlanzeige! Also nichts außer, ach wie schrecklich ...

  • NEIN, Anleger verschenken nicht Milliarden, denn das wäre ein freiwilliger Akt. Vielmehr zocken (an dieser Stelle ist der BILD-Jargon angebracht) Staaten wie Spanien, Frankreich, Schweiz oder Italien ausländische Inhaber von Aktien ab. Die Verfahren, die teilweise beträchtliche nicht-anrechungsfähige Quellensteuer wiederzubekommen, sind eine verlogene Alibi-Veranstaltung - für Privatpersonen faktisch nicht durchführbar, entweder durch bürokratische Hürden oder zu hoher Kosten. Es gibt allerdings auch positive Beispiele wie die Niederlande oder USA.

  • Betrifft mich das als Kleinanleger eigentlich auch, wenn ich z.B. einen Luxembuger Fond bei einer Deutschen Direktbank im Depot liegen habe? Ich bekomme am Jahresende immer eine schöne Auflistung "Ausländische Steuern", die ich mehr oder weniger sinnvoll versuche in die Anlage AUS einzutragen. Da es sich nur um ein paar Euro handelt habe ich nie wirklich verfolgt ob das vom Finanzamt auch richtig berücksichtigt wurde.

    Wer weiß da mehr?

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