Ranking Top-Steuerberater und ihre größte Herausforderung

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Zahl der Fachberater steigt

Auch komplexe Datenanalysen bis hin zu künstlicher Intelligenz können bei den steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Auswertungen eingesetzt werden. Pestke sieht darin aber keine Bedrohung für seinen Berufsstand. „Es ist kein Ersatz für den Berater, sondern eine technische Unterstützung.“ Eine intelligente Software könne die Daten zwar auswerten, aber die Empfehlungen werde weiterhin der Berater ableiten. Ähnlich optimistisch ist auch Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL). „Einige Prozesse können durch die Digitalisierung beschleunigt werden, das Steuerrecht ist aber zu komplex als dass man sämtliche Abläufe automatisieren könnte“, sagt er. Insbesondere bei der Erstellung von Einkommensteuererklärungen privater Steuerzahler sei der persönliche Austausch unverzichtbar. „Häufig erfährt man erst im Gespräch und nach vielen Nachfragen, welche Einnahmen und Ausgaben ein Steuerzahler tatsächlich hatte.“

Trotz des Optimismus, untätig dürfen die Steuerberater nicht sein. Je umfangreicher die technischen Möglichkeiten werden, desto höher werden auch die Ansprüche der Mandanten. „Wenn ein Steuerberater weit hinter den Marktstandard zurückfällt, kann er sich auch nicht mehr auf die Treue seiner Mandaten verlassen“, warnt Pestke. Konkurrenzkampf nennen in der Studie des S.W.I. zwar nur sieben Prozent der Befragten als eine der größten Herausforderungen für ihren zukünftigen Erfolg. Dennoch versuchen immer mehr Steuerberater schon heute, mit besonderen Qualifikationen aus der Menge hervorzutreten.

Ähnlich wie Anwälte einen Fachanwaltstitel erwerben, können sich Steuerberater von ihrem Verband als Fachberater (DStV e.V.) zertifizieren lassen. Momentan bietet der DStV acht verschiedene Fachbereiche, darunter Controlling, Gesundheitswesen, Sanierung und Unternehmensnachfolge. Bislang gibt es 2000 Berater mit einem solchen Zertifikat – zu finden über den Suchservice des Verbands. Im Vergleich zur Gesamtzahl von aktuell rund 83.400 Steuerberatern in Deutschland ist das noch wenig, doch laut Verband nimmt das Interesse zu. Die Hälfte der Zertifizierten hat sich auf den Bereich Unternehmensnachfolge spezialisiert. Die Anforderungen für die Zertifizierung sind hoch: Die Berater müssen einen Lehrgang und eine Prüfung absolvieren, die Bearbeitung echter Fälle aus ihrem Fachgebiet nachweisen und sich laufend fortbilden. Doch die Mühe soll sich lohnen. Laut einer Umfrage des DStV verbuchen zertifizierte Berater höhere Umsätze.

Auch das Sozialwissenschaftliche Institut Schad hat es im Top-Steuerberater-Ranking positiv bewertet, wenn in einer Kanzlei Fachberater oder Fachanwälte beschäftigt werden. Die Weiterbildung und Zusatzqualifikation der Mitarbeiter wurde als ein Anhaltspunkt dafür gesehen, dass die Kanzlei zukunftsorientiert ausgerichtet sei und bereit, in die Kompetenz und Qualifikation ihrer Mitarbeiter zu investieren. Neben dem Ranking nach Städten wurde auch eine Übersicht zu den Top-Steuerberatern für acht verschiedene Sachgebiete – darunter Controlling, Existenzgründung und Unternehmensnachfolge – erstellt. Eine dritte Übersicht zeigt das Ranking anhand von Branchen, hier gibt es auch die Rubrik „Privatpersonen“ (detaillierter Aufbau der Studie, siehe „Top Steuerberater – So wurde getestet“).

Steuer-Software ist keine Konkurrenz
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