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Schwarzgeld und Hedge-Fonds Steueroasen werden teurer

Steuerparadiese wie Cayman oder Bahamas stecken in argen Geldnöten. Jetzt planen die Regierungen eine Anhebung der Abgaben. Die goldenen Zeiten für Hedgefonds und Steuerhinterzieher könnten bald vorbei sein.
31.10.2012 - 10:19 Uhr 6 Kommentare
Paradies für Touristen und Steuersparer: die Cayman Islands. Quelle: dapd

Paradies für Touristen und Steuersparer: die Cayman Islands.

(Foto: dapd)

Die Zeiten ändern sich. Vor einigen Jahrhunderten war die Karibik noch Heimat von Piraten und Glücksrittern jeglicher Couleur. Heute ziehen die Tropeninseln Vermögende mit Schwarzgeld und regulierungsresistente Hedgefonds an.

Die Attraktivität der Region für diese Zielgruppe könnte aber bald nachlassen. Zahlreiche Regierungen und Behörden streben strengere Regeln an. So planen die Bahamas etwa eine Rathausdebatte über eine Steuerreform, die auch erstmals eine Einkommenssteuer und eine Mehrwertsteuer umfassen könnte. Auf den Cayman Islands, die in der Karibik die höchste Zahl an Hedgefonds beheimaten, hat Ministerpräsident McKeeva Bush angekündigt, er wolle die Registrierungsgebühren für die Branche erhöhen. Pläne für eine Besteuerung der Einkommen ausländischer Arbeitnehmer ließ er nach Protesten fallen. Antigua & Barbuda hat es auf die Steuerhinterziehung von Selbständigen abgesehen, es sei “höchste Zeit”, diese zu verfolgen, erklärte das Finanzministerium.

Hedgefonds und andere Finanzinvestoren wie beispielsweise die von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney mitgegründete Buyoutgesellschaft Bain Capital haben in der Region investiert, um ihre Steuern und die ihrer Kunden zu senken. Angesichts sich ausweitender Defizite und steigender Schuldenberge erwägen einige Regierungen in der Karibik jetzt jedoch, ihre Strategie zur Anwerbung von Investoren zu überdenken.

“Sie stecken in der Zwickmühle”, sagt Carl Ross, geschäftsführender Direktor Investments bei Oppenheimer & Co. in Atlanta. “Wenn sie beginnen, die Steuern für Ausländer zu erhöhen und versuchen, aus ihnen mehr herauszuquetschen, werden sie als Standort weniger attraktiv.”

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    Viele Länder haben möglicherweise keine Wahl, erklärt Therese Turner-Jones, stellvertretende Bereichsleiterin für die Karibik beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Mindestens fünf Inselstaaten in der Karibik, darunter Jamaica, Antigua & Barbuda und St. Kitts & Nevis, haben seit 2004 eine Umschuldung durchgeführt. Grenada konnte am 15. September Anleihen im Volumen von 193 Mio. Dollar nicht bedienen, kam aber innerhalb einer Frist von 30 Tagen den Zahlungsverpflichtungen nach.

    Klamme Steuerparadiese
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    6 Kommentare zu "Schwarzgeld und Hedge-Fonds: Steueroasen werden teurer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • so ist es. Es ist auch wenig bekannt, daß es innerhalb der USA ein Steuerparadies gibt, den US Staat Delaware.
      Im Gegensatz zu anderen z.B. der Schweiz, ist dieser (genauso wie die City-of-London-Ableger, z.B. die Kanalinseln) kaum unter "Beschuß" der Medien und der US/EU-Organisationen.

    • Wann werden endlich die Menschen aufhören sich von ein paar raffgierigen Säcken und deren gekauftem Politpersonal für dummverkaufen zu lassen.

      Wo ist das Problem? Die Steuerhinterziehung in Multimilliardenhöhe könnte gestoppt werden, wenn denn der politische Wille da wäre.

      "Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen und hört endlich auf uns zu verarschen"

      Konstantin Wecker

    • Wenn Beteiligungs-, Dividenden-, Zinserträge nicht steuerpflichtig und die Firmen keine Körperschafts- bzw. Kapitalsteuer kennen, wie in anderen westlichen Staaten, dann hat es vielleicht doch einen Zusammenhang aufgrund der Einnahmen- / Ausgabenassymetrie. Steuern sind der Preis für die Zivilisation.

    • Alles was passieren wird ist, dass die Karawane einfach weiter zieht. Nichts wird sich andern, zumindest nichts fuer die Hochfinanz!

    • Was wird hier denn heute für ein Blödsinn veröffentlicht? Die meissten Steueroasen sind nicht "günstig" weil deren Banken dort illegale Gelder annehmen...diese Gelder landen fast zu keinem nennenswerten Teil in der dortigen Wirtschaft sondern bleibt schön in den Spielautomaten der Banken.

      Die Geldnöte der Bahamas etc. haben absolut NULL mit deren BAnken oder gar illegalen Geldern der Banken zu tun.

    • Investition

      "Hedgefonds und andere Finanzinvestoren wie beispielsweise die von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney mitgegründete Buyoutgesellschaft Bain Capital haben in der Region investiert, um ihre Steuern und die ihrer Kunden zu senken."

      Wikipedia:
      "Im weiteren Sinn gehören dazu neben kurzfristigen Anlagen auch Investitionen in Wertpapiere. Enger gefasst und am gebräuchlichsten ist der Begriff bei langfristigen Sachanlagen. Als langfristig kann dabei angesehen werden, wenn das Produktionsmittel das laufende Geschäftsjahr überdauert. Investitionen umfassen dabei einen weiten Bereich von Immobilien über Geschäftsfahrzeuge und Maschinen bis zur Büroeinrichtung und können von öffentlichen wie auch privaten Unternehmungen getätigt werden."

      Was bitte investieren die im Artikel sogenannten "Investoren" in den Steueroasen.

      Welcher Redakteur hinterfragt noch inhaltlich welche Worthülsen er in seinen Artikeln einbaut.

      Die Unterscheidung zwischen seriösen Investoren nach altem Sprachgebrauch gemäß o.g. Definition und Vertretern der mafiösen Geldwirtschaft wird nicht zuletzt durch den unsachgemäßen Gebrauch der Begriffe schleichend umgedeutet.

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