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Steuererklärung 2018

Welche Fristen gelten für die Steuererklärung 2018? Kann ich eine Verlängerung der Abgabefrist beantragen? Lesen Sie alle wichtigen Informationen zu Formularen, Fristen und Besonderheiten der Einkommenssteuererklärung 2018.

(Foto: dpa)

Steuererklärung 2018 Fristen, Tipps und Formulare zur Einkommensteuererklärung im Überblick

Die Einkommensteuererklärung ist für viele Arbeitnehmer Pflicht. Doch sie lohnt sich: Im Durchschnitt bekommen Steuerzahler 1007 Euro Steuern zurück. Was Sie wissen sollten.
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Die Steuererklärung ist für viele Bürger eine lästige Pflicht. Doch die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts verleihen der Motivation einen ordentlichen Anschub: Mehr als 87 Prozent der Bürger, die 2015 eine Steuererklärung abgegeben haben, erhielten Geld vom Fiskus zurück. Im Durchschnitt waren das stolze 1007 Euro. Besonders häufig gab es Erstattungen zwischen 100 und 1000 Euro (58 Prozent).

Bei der Steuererklärung für das Jahr 2018 gelten erstmals bundesweit neue Fristen – die Bürger dürfen sich ein bisschen länger Zeit lassen. Wer sich trotzdem verspätet, muss nun allerdings mit schärferen Strafen rechnen. Lesen Sie hier, welche Termine Sie rund um die Steuererklärung kennen müssen, wie die Chancen auf eine Fristverlängerung stehen, welche Formulare es gibt und welche Neuerungen Sie bei Ihrer Einkommensteuererklärung 2018 beachten sollten.

Steuererklärung 2018 – Welche Fristen gelten für die Einkommensteuererklärung?

Wer zur Abgabe verpflichtet ist und keinen professionellen Helfer engagiert, muss die Einkommensteuererklärung für 2018 spätestens bis zum 31. Juli 2019 beim Finanzamt einreichen. Damit haben Steuerzahler jetzt zwei Monate mehr Zeit als in den Vorjahren. Den Anstoß dafür hat das „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens“ gegeben. Die Änderungen gelten erstmals für das Steuerjahr 2018.

Wer die Steuerformulare nicht selbst ausfüllt, sondern einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, hat noch länger Zeit. Für die Steuererklärung 2018 endet die Frist am 2. März 2020 – eigentlich wäre es der letzte Tag im Februar, doch der fällt 2020 auf ein Wochenende. Stichtag in den Vorjahren war der 31. Dezember.

Bürger, die nicht zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, dürfen sie trotzdem freiwillig einreichen. Die Erklärungen für das Jahr 2018 nehmen die Finanzämter noch bis Ende 2022 entgegen. Und keine Sorge: Wer freiwillig abgibt und nachzahlen soll, kann die Erklärung zurückziehen.

Kann ich eine Verlängerung der Abgabefrist für die Steuererklärung 2018 beantragen?

In der Vergangenheit galt die Bitte um eine Fristverlängerung als reine Formsache. Steuerzahler mussten dafür häufig nur beim Finanzamt anrufen oder einen Brief schreiben. Zwei oder sogar vier Monate Schonfrist waren dann oftmals drin – zumal sich die Steuererklärungen rund um den offiziellen Abgabetermin sowieso in den Finanzämtern stapelten.

In diesem Jahr gibt es aber Hinweise, dass die Beamten weniger kulant sind. Steuerexperten berichten, dass der Aufschub zwar nicht grundsätzlich abgeschafft worden sei, aber angesichts der ohnehin verlängerten Frist, verhalten sich einige Finanzämter wohl restriktiver. Um noch einen Aufschub zu bekommen, müssen Steuerzahler triftige Gründe liefern. Dazu können fehlende Unterlagen, eine längere Krankheit oder ein Pflegefall in der Familie zählen.

Wer es jetzt dennoch mit einem Antrag auf Fristverlängerung versuchen will, sollte rasch beim Finanzamt anrufen. Auf diesem Weg bekommen Steuerzahler am schnellsten Klarheit. Eine Alternative ist die Kontaktaufnahme per Brief, doch das kostet Zeit. Auch wer per E-Mail anfragt, bekommt die Antwort meist per Post.

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In welchen Fällen ist die Abgabe der Steuererklärung Pflicht?

Längst nicht alle Bürger sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen in der Regel keine Steuererklärung anfertigen.
Das ändert sich, wenn:

  • Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt wurden.
  • der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war.
  • keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen im Jahr 2018 beispielsweise durch eine Rente über 9.000 Euro liegt.
  • Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Elterngeld über 410 Euro pro Jahr bezogen wurden.
  • auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde.
  • der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.
  • der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurden.
  • der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Abfindungen) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.
  • der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.
  • zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortag festgestellt wurde – beispielsweise Verluste aus Vermietung und Verpachtung.

Welche Strafen drohen, wenn ich die Abgabefrist für die Steuererklärung 2018 verpasst habe?

Wer seine Steuererklärung nicht fristgerecht abgibt, kann sich nicht nur einen verbalen Rüffel, sondern auch einen Verspätungszuschlag einhandeln. Dabei haben die Finanzbeamten ab diesem Jahr weniger Ermessensspielraum. Wenn die Steuererklärung 14 Monate nach Ablauf des Steuerjahres – für 2018 also bis 2. März 2020 – nicht abgegeben wurde, erhebt das Finanzamt automatisch einen Verspätungszuschlag. Hier haben die Finanzbeamten nur dann einen Ermessensspielraum, wenn die Bürger keine Steuern nachzahlen müssen, sondern eine Erstattung vom Fiskus bekommen.

Geht die Steuererklärung für das Jahr 2018 nach dem 31. Juli 2019, aber vor dem 2. März 2020 beim Finanzamt ein, können die Beamten in allen Fällen selbst entscheiden, ob sie überhaupt einen Verspätungszuschlag verlangen – also auch dann, wenn eine Steuernachzahlung fällig wird. Bei der Höhe wiederum haben sie keine Entscheidungsfreiheit mehr. Gemäß Paragraf 152 der Abgabenordnung werden für jeden angefangenen Monat 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer abzüglich bereits geleisteter Vorauszahlungen fällig – mindestens jedoch 25 Euro. Insgesamt darf der Verspätungszuschlag aber höchstens 25.000 Euro betragen.

Wann verlangt der Fiskus Nachzahlungszinsen?

Unabhängig von den Verspätungszuschlägen kann der Fiskus Nachzahlungszinsen verlangen. Mit den Zuschlägen wird die verspätete Abgabe gerügt, mit den Zinsen soll ausgeglichen werden, dass der Fiskus verspätet über das Steuergeld verfügen konnte. Nachzahlungszinsen werden ab dem 16. Monat nach Ende eines Steuerjahres fällig. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Steuerzahler seine Steuererklärung spät abgegeben hat oder das Finanzamt den Steuerbescheid verspätet erstellt hat. Pro Monat werden bislang 0,5 Prozent Zinsen erhoben, also sechs Prozent pro Jahr.

Ob die Höhe rechtmäßig ist, könnte noch in diesem Jahr das Bundesverfassungsgericht entscheiden (Az: 1 BvR 2237/14, 1 BvR 2422/17). In der Zwischenzeit müssen Finanzämter für die Zahlung dieser Zinsen einen Aufschub gewähren, sofern Steuerzahler Einspruch gegen die Zinszahlung einlegen und zugleich die sogenannte Aussetzung der Vollziehung beantragen.

Die Zinsen wirken bislang allerdings auch umgekehrt: Für Steuererstattungen erhalten Steuerzahler ebenfalls jährlich sechs Prozent Zinsen vom Staat. In den vergangenen Jahren hat der Staat durch Nachzahlungen jedoch erheblich höhere Einnahmen erzielt als er Ausgaben durch Rückerstattungen hatte.

Kann ich die Steuererklärung 2018 online einreichen?

Die Digitalisierung macht auch vor dem Finanzamt nicht Halt. Schon seit Jahren können Steuerzahler ihre Daten elektronisch ans Finanzamt übermitteln. Wer Gewinneinkünfte hat – zum Beispiel Gewerbetreibende oder Freiberufler, muss seine Steuererklärung sogar elektronisch abgeben. Reine Arbeitnehmer, Privatleute mit Vermietungseinkünften oder Rentner dürfen noch Papierformulare verwenden.

Bei Steuererklärungs-Software gibt es verschiedene Varianten. Der Klassiker ist ein Computer-Programm auf CD oder zum Download. Andere Angebote sind browserbasiert, die Nutzer müssen also keine Software installieren, sondern geben ihre Daten online ein.

Solche Angebote funktionieren daher in der Regel auch auf dem Tablet und dem Smartphone. Eine besonders einfache Bedienung versprechen Apps für das Smartphone. Sie richten sich insbesondere an jüngere Leute und sind vor allem für einfache Fälle geeignet.

Die Finanzverwaltung bietet zudem die kostenlose Steuersoftware „Mein Elster“ an. Nachteil dabei: Nutzer erhalten keine Steuerspartipps. Vor der Übermittlung ans Finanzamt werden die Daten lediglich auf Plausibilität geprüft. Dabei werden Nutzer auf Widersprüche und Lücken aufmerksam gemacht.

Was benötige ich für den digitalen Datenaustausch mit dem Finanzamt?

Egal, welche Steuer-Software sie verwenden, damit sie Daten an das Finanzamt übermitteln können, brauchen Nutzer in der Regel ein Sicherheitszertifikat. Dafür müssen sie sich einmalig und kostenlos bei Mein Elster (www.elster.de) registrieren. Das Zertifikat erhalten sie dann auf einem USB-Sicherheitsstick oder als sogenannte Zertifikatsdatei. Diese können sie herunterladen, sobald sie per E-Mail und per Post Aktivierungsdaten bekommen haben. Der Postversand kann je nach Auslastung der Behörden ein bis zwei Wochen dauern.

Wann lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

Viele Ausgaben, die im Laufe des Jahres anfallen, können die Steuerlast senken – man muss das Finanzamt nur darüber informieren. Wer seine Steuererklärung in Angriff nimmt, sollte zuerst sämtliche Unterlagen zu den Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres zusammensuchen.

Auf der Einnahmenseite gehören dazu die Lohnsteuerbescheinigung, die Arbeitnehmer in der Regel Anfang des Jahres mit ihrer Gehaltsabrechnung erhalten, Jahressteuerbescheinigungen von Banken sowie Belege zu Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder sonstigen Einkünfte. Für die Ausgabenseite sollten Bescheinigungen von Versicherungen, Kaufbelege und Rechnungen von Ärzten, Dienstleistern oder Handwerkern zusammengetragen werden.

Die größten Chancen auf eine Steuererstattung bieten Ausgaben, die sich folgenden Kategorien zuordnen lassen:

  • Werbungskosten (wie zum Beispiel Fachbücher und Fahrtkosten zur Arbeit)
  • Sonderausgaben (wie zum Beispiel Beiträge zur so genannten Basiskranken- und Pflegeversicherung sowie Spenden)
  • Außergewöhnliche Belastungen (wie zum Beispiel Krankheitskosten und Unterhaltszahlungen)
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen (wie zum Beispiel der Lohn für die Haushaltshilfe oder den Malermeister)

Auch für Studierende kann sich die Abgabe einer Steuererklärung lohnen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie sich steuerrechtlich in der Zweitausbildung befinden. Dann können sie Kosten rund um ihre Ausbildung als Werbungskosten geltend machen. Haben Studierende noch kein steuerpflichtiges Einkommen, können die Werbungskosten Jahr für Jahr angesammelt werden. Im Idealfall summiert sich ein so hoher Betrag an sogenannten vorweggenommenen Werbungskosten, dass in den ersten Berufsjahren gar keine Steuern zu zahlen sind.

Wer sich dagegen in der ersten Ausbildung befindet, kann seine Ausgaben rund um das Studium in der Steuererklärung nur als Sonderausgaben verbuchen. Diese können nicht ins folgende Jahr vorgetragen werden. Der Bundesfinanzhof hat dies schon 2014 als Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz gewertet. 2019 könnte dazu eine lang ersehnte Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts fallen.

Was ist neu bei der Steuererklärung 2018?

Neben den neuen Abgabefristen gibt es in diesem Jahr weitere Neuerungen für die Steuererklärung. Zum Beispiel bei Arbeitsmitteln: Wer Ausgaben rund um den Job oder die Ausbildung hatte, kann diese in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Dazu können beispielsweise Fachbücher, Büromaterial oder auch manche sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter zählen.

Letztere sind laut Gesetz „selbstständig nutzbare, bewegliche und abnutzbare Gegenstände“ – zum Beispiel ein Schreibtisch, Computer, Drucker, Telefon oder Datenträger. Die Kosten können nun bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro – 952 Euro brutto – in einem Jahr komplett steuerlich abgesetzt werden und müssen nicht über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden.

Neu ist auch eine Änderung in den Steuerformularen: Ab sofort gibt es separate Felder für in- und ausländische Spenden. Daneben gilt für 2018 ein höherer Grundfreibetrag, der dem steuerfreie Existenzminium entspricht. Gestiegen ist auch das Kindergeld. Mehr dazu finden Sie hier...

Was sollten Kapitalanleger für die Steuererklärung 2018 wissen?

Auf Zinsen und Aktiengewinne behalten deutsche Banken automatisch 25 Prozent Abgeltungsteuer ein. Komplizierter ist es bei Auslandsanlagen und speziellen Produkten. Ein Nachjustieren über die Steuererklärung kann sich häufig lohnen.

Eine Vereinfachung gibt es seit 2018 für Kapitalanleger, die in ausländische thesaurierende Fonds investiert haben. Solche Fonds legen Erträge – etwa aus Zinsen und Dividenden – gleich wieder an und schütten diese nicht an die Anleger aus. Trotzdem mussten Anleger solcher Fonds in ihrer Steuererklärung bisher sogenannte ausschüttungsgleiche Erträge angeben.

Für 2018 entfällt dieser Aufwand zum ersten Mal. Zu verdanken haben Anleger das der Investmentsteuerreform. Ab dem Steuerjahr 2018 werden inländische und ausländische Fonds gleichbehandelt. Depotführende Banken berechnen nun für alle Fonds eine sogenannte Vorabpauschale. Dennoch gilt: Wer Anteile an ausländischen thesaurierenden Fonds hat, sollte alle Unterlagen vom Kauf bis zum Verkauf aufheben.

Wie geht es nach Abgabe der Steuererklärung weiter?

Nach einigen Wochen Bearbeitungszeit bekommen Steuerzahler vom Finanzamt per Post einen Steuerbescheid. Wer sich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein helfen lässt, kann den Bescheid einfach zur Prüfung an den Profi weiterleiten.

Wer selbst Abweichungen zum eigenen Nachteil feststellt, sollte zunächst in die Erläuterungen schauen: Dort erklärt das Finanzamt, warum es Kosten nicht anerkannt hat. Manchmal fordert es dazu auf, Belege nachzureichen oder einzelne Positionen genauer zu erklären. Wenn Steuerzahler Rechenfehler oder andere Kleinigkeiten entdecken, können sie einen formlosen Antrag auf schlichte Änderung stellen.

Wer größere Fehler entdeckt oder mit der Einschätzung des Finanzamts nicht einverstanden ist, kann innerhalb eines Monats gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen.

Welche Steuerklassen gibt es?

Aktuell gibt es in Deutschland sechs Steuerklassen. Sie richten sich nach dem Familienstand. Ledige Personen ohne Kinder müssen ihr Gehalt nach Steuerklasse I versteuern. Steuerklasse II gilt beispielsweise für Alleinerziehende. Ehepaare, bei denen beide Partner berufstätig sind, kombinieren im Rahmen des Ehegattensplittings häufig die Steuerklassen III und V.

Die Steuerklasse entscheidet darüber, wie viel Einkommensteuer der Arbeitgeber monatlich an den Fiskus abführt. Damit wirkt sie sich unmittelbar auf das monatliche Nettoeinkommen aus. Wichtig: Auch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld werden auf Grundlage des zuletzt bezogenen Nettolohns berechnet. Wer eine Arbeitslosigkeit befürchtet oder Nachwuchs plant, sollte gegebenenfalls über einen Steuerklassenwechsel nachdenken.

Steuerklassen und Familienstand

SteuerklasseFür wen?
I

a) Alleinstehende

(Ledige, Geschiedene, Verwitwete)

b) Verheiratete / eingetragene Lebenspartner

(sofern diese dauerhaft vom Ehepartner getrennt leben)

IIAlleinerziehende (ab dem ersten Kind)
III

a) Verwitwete

(im Todesjahr und dem Folgejahr)

b) Verheiratete / eingetragene Lebenspartner

(sofern Partner Steuerklasse V gewählt hat, oder Partner nicht arbeitet bzw. weniger verdient)

IV

Verheiratete / eingetragene Lebenspartner

(wenn der Partner auch Steuerklasse IV wählt)

V

Verheiratete / eingetragene Lebenspartner

(wenn der Partner Steuerklasse III wählt)

VILedige und Verheiratete / eingetragene Lebenspartner
(ab dem zweiten Job und wenn mehrere Lohnsteuerkarten vorgelegt werden müssen)

Welche Anlagen brauche ich für die Steuererklärung 2018?

Wer eine Steuer-Software verwendet, muss sich über die Auswahl der richtigen Formulare keine Gedanken machen. Die Nutzer werden häufig über eine Art roten Faden durch die Programme geführt. Im Hintergrund fügt die Software ihre Angaben in die passenden Felder der Steuererklärungsformulare ein. Alle, die Papierformulare bevorzugen, finden hier eine Übersicht:

Anlagen zur Einkommensteuererklärung (Auswahl)

FormularErklärung
ESt 1 A MantelbogenDieses Formular müssen alle Bürger ausfüllen.
Anlage NAnlage für Arbeitnehmer (N = nichtselbständige Arbeit)
Anlage VORAnlage für Angaben zu Vorsorgeaufwendungen und Altersvorsorgebeiträgen
Anlage AVFür einen Sonderausgabenabzug für Beiträge in Riester-Verträge (AV = Altersvorsorge)
Anlage KAPAnlage für Kapitalanleger
Anlage VAnlage für Vermieter
Anlage KindAnlage für Eltern
Anlage RAnlage für Rentner
Anlage SOBei Erzielung sonstiger Einkünfte wie Spekulationsgewinnen beim Immobilienkauf
Anlage GAnlage für Gewerbetreibende (auch für Betreiber von Photovoltaikanlagen)
Anlage SAnlage für Freiberufler und andere Selbständige nach § 18 EStG
Anlage VLAnlage für Vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmer-Sparzulage
Anlage UnterhaltAnlage für Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen


Mehr zum Thema: Lesen Sie alles weitere zum Thema Steuererklärung in unserem 37-seitigen Ratgeber-Dossier – mit Tipps für Arbeitnehmer, für Familien, Studenten, Immobilienbesitzer, Anleger und Rentner. Die Inhalte des Dossiers im Einzelnen:

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