Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Steuerhinterziehung Kaum noch Selbstanzeigen von Steuersündern registriert

Selbstanzeigen von Steuersündern spielen nahezu keine Rolle mehr. Grund dafür sind vor allem schärfere Gesetze und die stärkere Vernetzung der europäischen Steuerbehörden.
21.07.2020 - 12:01 Uhr Kommentieren
Solche Schreiben erhalten die Finanzämter inzwischen deutlich weniger. Quelle: dpa
Steuer-Selbstanzeige

Solche Schreiben erhalten die Finanzämter inzwischen deutlich weniger.

(Foto: dpa)

Berlin Die Finanzbehörden in Deutschland haben kaum noch mit Selbstanzeigen zu Schwarzgeldkonten im Ausland zu tun. In vielen Bundesländern zeigten sich in den vergangenen Jahren deutlich weniger Steuersünder selbst an – so wenige, dass sie in einigen Ländern überhaupt nicht mehr statistisch erfasst werden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den 16 Finanzministerien.

Demnach meldeten sich in Bayern im vergangenen Jahr nur noch 48 Steuerbetrüger mit Kapitalanlagen in der Schweiz – ein Jahr zuvor waren es noch fast dreimal so viele. In Rheinland-Pfalz, Sachsen und Berlin etwa zeigten sich nur noch halb so viele Kriminelle wegen ihrer Auslandskonten an als im Vorjahr.

Einen Grund für die Entwicklung sehen die Finanzministerien in deutlich schärferen Gesetzen. Seit Januar 2015 kommen deutlich weniger Steuerhinterzieher mit einer Selbstanzeige ohne Strafe davon. Steuerbetrug ist seitdem nur noch bis zu einer Summe von 25.000 Euro straffrei, anstatt wie zuvor bis 50.000 Euro. Zugleich tauschen die europäischen Staaten deutlich mehr Finanzdaten automatisch aus.

Vor Inkrafttreten der neuen Regeln hatten Zehntausende Steuerbetrüger ihr Schwarzgeld im Ausland noch schnell offengelegt. Viele der Selbstanzeigen standen zudem im Zusammenhang mit Daten-CDs aus der Schweiz, die deutsche Steuerbehörden gekauft hatten. 2014 erreichte die Zahl der Selbstanzeigen mit mindestens 38.300 einen Rekordwert.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dass sie seitdem immer weiter zurückgeht, überrasche nicht, sagte eine Sprecherin des sächsischen Finanzministeriums. „Die internationale Gemeinschaft rückt im Kampf gegen Steuerbetrug immer enger zusammen. Für Unredliche steigt damit das Risiko, entdeckt zu werden.“

    Kaum noch Einnahmen durch Nachzahlungen

    In Sachsen zeigten sich im vergangenen Jahr nur drei Bürger wegen Kapitalanlagen in der Schweiz selbst an. Zwei Jahre zuvor waren es noch mehr als fünfmal so viele. Der Rückgang zeigte sich auch in der Kasse: Die Nachzahlungen gingen von gut 1,9 Millionen Euro in der Spitze auf nur noch knapp 60.400 Euro im Jahr 2019 zurück. Allerdings werden immer noch offene Selbstanzeigen der Vorjahre abgearbeitet.

    Der große Boom der Selbstanzeigen sei vorbei, sagte auch der Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Die gesetzliche Verschärfung zeige Wirkung und mache deutlich: „Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die es hart zu bestrafen gilt.“

    Allein die Hansestadt hat durch die Selbstanzeigen der vergangenen zehn Jahre zusätzliche Steuern von rund 269 Millionen Euro eingenommen. In Berlin waren es sogar rund 366 Millionen – weitere Steuersünder müssen in diesem Jahr noch zahlen.

    Mehrere Länder führen wegen der stark rückläufigen Zahlen bereits keine Statistik mehr über Selbstanzeigen zu Auslandskonten, darunter Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

    Etwas konstant ist dagegen die Zahl der Selbstanzeigen zu hinterzogenen Steuern im Inland. Hier registrierte etwa Rheinland-Pfalz allein im ersten Halbjahr 331 Fälle – fast 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Schleswig-Holstein meldete für 2019 insgesamt 574 Selbstanzeigen, Niedersachsen 524 und Baden-Württemberg 148. Die Zahl stagniere auf niedrigem Niveau, erklärte das Finanzministerium in Hannover.

    Mehr: So wird die Erbschaftsteuer bei der Mietwohnung berechnet

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Steuerhinterziehung - Kaum noch Selbstanzeigen von Steuersündern registriert
    0 Kommentare zu "Steuerhinterziehung: Kaum noch Selbstanzeigen von Steuersündern registriert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%