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Steuern Mit diesen Last-Minute-Tipps sparen Steuerzahler Geld bis zum Jahresende

Wer seine Ausgaben bis Silvester geschickt plant, kann bei der Steuererklärung mit einer hohen Erstattung rechnen. Was Steuerzahler nun tun sollten.
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Wer Verluste an der Börse verbucht hat, muss sich diese bis zum 15. Dezember von der Bank bescheinigen lassen. Quelle: picture alliance/Ikon Images via AP
Steuerberatung

Wer Verluste an der Börse verbucht hat, muss sich diese bis zum 15. Dezember von der Bank bescheinigen lassen.

(Foto: picture alliance/Ikon Images via AP)

FrankfurtOb es an den Aktienmärkten noch eine Kursrally oder doch einen Crash geben wird, ist ungewiss. Berechenbar ist indes, welche steuerlichen Folgen Investitionen haben können – vor allem abseits der Wertpapierbörsen.

Handwerkerkosten

Vor Weihnachten noch schnell die eigenen vier Wände aufhübschen? Das kann gleich doppelt Freude machen, denn Kosten für Handwerker senken die Steuerlast.

Pro Jahr können 20 Prozent der Aufwendungen steuerlich abgesetzt werden – maximal 1200 Euro. Wer den Betrag 2018 noch nicht ausgeschöpft hat, kann bis Jahresende zum Beispiel Reparaturen erledigen lassen. Berücksichtigt werden nur Arbeitsstunden, kein Material. „Bei sehr hohen Kosten kann es auch sinnvoll sein, in diesem Jahr eine Abschlagszahlung zu leisten und den Rest im kommenden Jahr zu begleichen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler (BdSt).

Außergewöhnliche Belastungen

Auch an Gesundheitskosten wie Zahnersatz, Brillen oder Medikamenten beteiligt sich der Fiskus. Das gilt allerdings nur, wenn die Aufwendungen nicht von der Krankenkasse übernommen werden und wenn sie den „zumutbaren Eigenanteil“ überschreiten. Dieser richtet sich nach der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder.

Seit einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: VI R75 14) liegt die Schwelle etwas niedriger. Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40.000 Euro sind es beispielsweise 1046 Euro im Jahr. Ist dieser Betrag bereits überschritten, kann es sich lohnen, weitere Ausgaben vorzuziehen.

Lesen Sie hier: Die größten Steuervorteile für Unternehmer sowie sinnvolle Steuertipps für Ehepartner.

Werbungskosten

Ein ähnliches Prinzip gilt bei beruflich veranlassten Ausgaben. In der Steuererklärung wird pro Jahr automatisch ein Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1000 Euro berücksichtigt. Erst, wenn die Gesamtausgaben für Fahrtkosten, Fachbücher, Büromaterial oder ähnliches höher sind, wirkt jeder weitere Euro steuersenkend.

Wer dieses Jahr schon hohe Ausgaben hatte, kann Anschaffungen vorziehen und somit seine Steuern für 2018 weiter senken. Neu seit diesem Jahr: Bei „geringwertigen Wirtschaftsgütern“, zu denen etwa ein Computer zählt, können Ausgaben bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro – 952 Euro brutto – komplett steuerlich abgesetzt werden. Teurere Güter müssen weiterhin über mehrere Jahre verteilt abgeschrieben werden.

Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL), erinnert zudem an eine Regel zur doppelten Haushaltsführung: „Wer nicht verheiratet ist, muss belegen, dass er mindestens zehn Prozent der regelmäßig anfallenden Kosten für den gemeinsamen Haushalt bezahlt hat.“ Ist das bislang noch nicht geschehen, empfiehlt sich vor Jahresende eine Überweisung mit aussagekräftigem Verwendungszweck.

Spenden

Wer an gemeinnützige Organisationen spendet, kann Gutes tun und zugleich seine Steuerlast senken, denn Spenden zählen als Sonderausgaben. Bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte können abgesetzt werden. Für Spenden an Organisationen, die Flüchtlingen helfen, gilt noch bis Ende 2018 eine Vereinfachung: Es ist kein formaler Zuwendungsnachweis nötig. Dem Finanzamt genügen der Kontoauszug und ein Beleg der Spendenorganisation. Bei anderen Spendenempfängern gilt diese Erleichterung nur bis 200 Euro.

(Bau-)Kindergeld

Eine Regelung, die es Eltern erlaubte, das Kindergeld noch vier Jahre rückwirkend zu beantragen, ist seit diesem Jahr passé. Jetzt berücksichtigt die Familienkasse den Anspruch nur noch maximal für ein halbes Jahr rückwirkend. Neu ist das Baukindergeld, ein staatlicher Zuschuss für den Kauf oder Bau einer Immobilie.

Wer bereits zwischen dem 1. Januar und 17. September dieses Jahres mit der Familie ins Eigenheim eingezogen ist, kann den Antrag bei der KfW noch bis zum 31. Dezember 2018 stellen. Für Einzüge ab dem 18. September gilt eine Dreimonatsfrist. Entscheidend ist das Datum der Meldebestätigung.

Staatliche Zuschüsse

Auch die Arbeitnehmer-Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen kann bis Ende 2018 noch rückwirkend für das Jahr 2014 beantragt werden. Bei der Wohnungsbauprämie funktioniert das nur noch für 2016 und 2017. Wer zur Altersvorsorge bis Jahresende einen Riester-Vertrag abschließt, kann noch die kompletten Zulagen für dieses Jahr einstreichen.

Auch bei bestehenden Riester-Verträgen lohnt sich eine Prüfung: „Wenn der Mindesteigenbetrag nicht eingezahlt wurde, werden die Zulagen gekürzt“, warnt Nöll. Die Einzahlung kann unter den Mindesteigenbeitrag fallen, wenn sich das Gehalt erhöht oder eine Kinderzulage wegfällt.

Freibeträge

Wer hohe Ausgaben hat und nicht auf eine Rückzahlung im Rahmen der Steuererklärung warten will, kann sein monatliches Nettoeinkommen mit Freibeträgen erhöhen. Gewährt werden diese unter anderem für Unterhaltszahlungen oder Kinderbetreuungskosten. Voraussetzung ist, dass die Aufwendungen mehr als 600 Euro im Jahr betragen.

Bei Werbungskosten – etwa für einen langen Arbeitsweg oder eine doppelte Haushaltsführung – müssen es mehr als 1 000 Euro sein. Wer den Antrag bis 30. November beim Finanzamt stellt, kann schon im Dezember davon profitieren. „Praktisch ist es, den Freibetrag direkt für zwei Jahre zu beantragen“, sagt Klocke. Ergeben sich zwischenzeitlich Änderungen, muss jedoch das Finanzamt informiert werden.

Steuererklärungen nachholen

Wer mit Papierkram chronisch spät dran ist, kann bis 31. Dezember 2018 noch seine Steuererklärungen für die Jahre ab 2014 beim Finanzamt nachreichen. Vier Jahre Zeit haben aber nur Arbeitnehmer, die nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind.

Kapitaleinkünfte

Wer Verluste an der Börse verbucht hat, muss sich diese bis zum 15. Dezember von der Bank bescheinigen lassen. Nur so können in der Steuererklärung Verluste aus einem Depot bei einer Bank mit Gewinnen aus dem Depot bei einer anderen verrechnet werden.

Wer dagegen Einkünfte bei mehreren Banken erzielt hat, sollte in den kommenden Wochen prüfen, ob der Sparerpauschbetrag in Höhe von insgesamt 801 Euro optimal verteilt ist. Für Aktionäre, die ihren Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft haben, kann es sich lohnen, gut gelaufene Aktien zu verkaufen. Zu berücksichtigen sind indes die Kosten, die durch den Verkauf entstehen.

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