Steuern Wie sicher Schwarzgelder in der Schweiz sind

Deutsche Fahnder machen wieder Jagd auf Steuersünder. Doch Insider bestätigen, dass die anonymen Geldanlageformen in der Schweiz auch heute noch kaum auffindbar sind. Können sich Hinterzieher wirklich sicher fühlen?
54 Kommentare
Steuer-CDs aus der Schweiz stehen in den Finanzbehörden hoch im Kurs. Quelle: dpa

Steuer-CDs aus der Schweiz stehen in den Finanzbehörden hoch im Kurs.

(Foto: dpa)

Steuersünder schlafen wieder schlecht. Am Montag sind mehr als 50 Fahnder zu Razzien ausgeschwärmt. Diesmal nahmen sie Kunden der Schweizer UBS ins Visier. Die Press hatte vorher einen Tipp erhalten. Die Bild-Zeitung berichtete in großen Lettern, dass gleich sechs Fahnder das Privathaus des Düsseldorfer Modehändlers Albert Eickhoff aufsuchten: „Im Bademantel öffnet der ältere Herr die Tür“.

Schon seit längeren erhöhen die Behörden den Druck auf Steuersünder mit Depot in der Schweiz. Das Finanzministerium in Düsseldorf hat in den vergangenen beiden Jahren insgesamt sechs Daten-CDs aus der Schweiz erworben. Steuer-Verfahren und Selbstanzeigen spülten dem Fiskus seitdem mehr als drei Milliarden Euro in die Kassen. Die Behörden haben angeblich Daten von 7.000 Anlegern darunter Kunden von UBS, Julius Bär und Credit Suisse. Doch wie hoch ist die Gefahr als Steuerhinterzieher in der Schweiz tatsächlich aufzufliegen? Und sind andere vermeintliche Steuerparadies wirklich sicherer?

Deutsche Steuermuffel sind längst dabei, ihr Geld von der Schweiz in die Ferne schwinden zu lassen, wie zum Beispiel nach Singapur. Doch auch in Fernost besteht die Gefahr aufzufliegen. Denn Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will laut Medienberichten Steuersünder auch in Singapur verfolgen. Er plant mit Singapurs Regierung ein neues Auskunftsabkommen. Kein Wunder: Laut Experten soll es sich um hohe Milliardenbeträge handeln, die da von der Schweiz in den asiatischen Staat fließen.

Solche Transaktionen könnten ein Fehler sein. Denn unter Umständen ist das Geld in der Schweiz viel sicherer als nervöse Steuersünder meinen. Eidgenössische Vermögensverwalter erklären zumindest hinter vorgehaltener Hand, dass Nummernkonten, Stiftungen und Trusts auch jetzt kaum ins Visier der deutschen Steuerfahnder geraten.

Auf den CDs würden im Falle eines Falles nur Nummern oder Stiftungsnamen auftauchen, die dann nicht weiter zugeordnet werden können. Die Namen der dahinter steckenden Anleger, könnten eigentlich kaum enttarnt werden, es sei denn, Bankmitarbeiter wenden hohe kriminelle Energie auf und stellen ein entsprechendes Datenmaterial zusammen, das sie dann an deutsche Fahnder verkaufen.

Nummernkonto in der Werbung
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

54 Kommentare zu "Steuern: Wie sicher Schwarzgelder in der Schweiz sind"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Say the truth liegt meines Erachtens bei einigen Argumentationen gar nicht so verkehrt und daneben.

    Die relativ heftigen Reaktionen bezüglich ihm und seinen Begründungen, deuten meines Erachtens auch darauf hin.

    Schönen Abend

  • Für mich ist es erstaunlich wie unterschiedlich Steuerhinterzieher und Steuerveruntreuer beurteilt werden.

    Mag sein, dass der Steuerhinterzieher moralisch (rechtlich ja sowieso) verwerflich handelt, weil er von seinem erwirtschafteten Einkommen nicht den nach den Gesetzen vorgeschriebenen Anteil an Steuern an den Staat abführt. Nur was ist mit den Steuerveruntreuern? Begehen diese nicht ein größeres Übel, weil sie die (fremden) Steuern verschwenden, die sie selbst nicht erwirtschaftet haben? Und wer belangt endlich diese Steuerveruntreuer?
    Im Gegenteil: kann man nicht sogar Verständnis für die Steuerhinterzieher aufbringen, wenn man sieht, dass der Staat mit Geld nicht umgehen kann. Wer (außer natürlich den Gutmenschen) gibt jemandem schon freiwillig Geld, wovon man (die Bürger) außer Schulden mit entsprechenden Zinsbelastungen nichts haben?
    Und im Übrigen gibt es wohl kaum jemanden, der keine Steuern hinterzieht oder rundet jeder z.B. die Kilometeranzahl für Fahrten Wohnung/Arbeitsstätte ab?





  • Wenn es sich nur um den Zehnten handeln würde, wäre ja kein Problem....
    Allerdings vergessen sie, das die Steuerlasten höher als 50% sind, eben weil Gewerbesteuern und Körperschaftssteuern hinzukommen. Letztlich wird mit der Einkommensteuer ja nur das besteuert, was an den Unternehmer ausgezahlt wird und das wird durch die genannten Steuern schon gemindert.

    sie haben aber nicht nur Unrecht, in der Tat zahlen manche zu wenig Steuern. Dem ist aber mit der Strafverfolgung nicht sinnvoll beizukommen und trifft durchaus nicht zielsicher die Richtigen.
    Hinterziehung ist ein Symptom die Krankheit liegt in den Entartungen des Steuersystems die letztlich Substanzbesteuerung verursachen. Im Gegensatz zu den Steuerflüchtlingen sind nur die meisten Bürger ohnmächtig sich dem zu entziehen.
    Es wird aber deshalb nicht gerechter, wenn man alle zu diesem Unrecht verurteilt. sondern letztlich werden wir alle nur noch ärmer, weil dieses Geld dann ebenfalls in den Schmarotzerkreislauf fließt und damit seinen wirtschaftlichen Verfielfältigungsfaktor zusätzlich senkt.

    H.

  • Das klingt alles so schön plausibel, ist aber letztlich viel zu kurz gesprungen.
    Wenn sie die Herstellungskosten des I-Phone betrachten so stellt das trotz(nach unseren Standards)der geringen Löhne einen unglaublichen sozialen Aufstieg für die Arbeiter dar. Der Unterschied zur übrigen Bevölkerung ist heute schon eine explosive Gefahr in China. Und die Differenz im Preis ist schließlich nicht Gewinn, sondern zum größten Teil für die hohen Kosten nach der Endfertigung geschuldet.
    Und die "Schnullerbacken" unserer Politiker sind einer der Gründe dafür, das sich das trotz Transport lohnt.

    Das was sie sich unter gerecht vorstellen funktioniert leider nur in einer idealen Diktatur. Da es die nicht gibt, müssen wir mit einer Demokratie und Marktwirtschaft leben, die ihre Fehlleistungen nur minimieren kann, solange deren Prinzipien nicht verletzt werden. Allerdings bringen uns solche Ansichten wie ihre von diesem Minimum immer weiter weg, eben weil sie sich am Absoluten orientieren ohne es in relativer Beziehung zu setzen.

    H.

  • Letztlich ist ein sinnloser Streit, weil der Staat ein Vollzugsdefizit hat, wenn es ums Ausland geht.
    Der Staat lebt davon das nicht nur die Wahlmehrheit letztlich die Regeln akzeptiert. Es ist davon auszugehen, das eine bedeutende Minderheit die Steuergesetze als Raub empfindet. Schon alleine dadurch ist der Staat delegitimiert, weil seine Argumente allein auf der Gesetzeshoheit beruhen und nicht auf sachlichen Argumenten.
    Wer mehr Steuergerechtigkeit wünscht, muss sich dem anpassen. Ansonsten werden die Kräfte, die letztlich das Gemeinwesen sprengen immer stärker bis zur Auflösung.
    Diese Anpassung kann auch durch schärfere Strafverfolgung geschehen, wenn letztlich dadurch Meinungsumschwung und Akzeptanz erreicht werden. Es scheint aber eher das Gegenteil der Fall zu sein, was dazu führt, das die Strafverfolgung das Problem nicht lösen sondern verschärfen wird. D.h. der Staat verliert weiter an Vertrauen und delegitimiert sich immer mehr
    Gut zu beobachten an abnehmenden Wahlbeteiligungen und der Tatsache, dass Regierungen nur noch von den größten Minderheiten gestellt werden, wenn man Wahlbeteiligung und Ergebnis in Relation zur Bevölkerungsmehrheit setzt.
    Auf gut deutsch: Regierungen in Deutschland repräsentieren nicht mehr die Bevölkerung, im schlimmsten Falle sogar nur noch etwas mehr als 25%.
    Das reicht um parlamentarische Mehrheiten zu gewinnen.

    H.

  • @proKapitalismus
    Ich hoffe es ist eine großartige Farce, ansonsten hilft vielleicht ein Arztbesuch.
    Hoffentlich ist das HB soweit gediehen, daß wir demnächst einen Leitfaden bekommen, wie man problemlos Steuern am
    Fiskus vorbei unterbringen kann.

  • "Deutsche Steuermuffel"

    Mich wundert es, wie verniedlichend das Handelsblatt mit Steuerbetrügern umgeht? Auch "Steuerhinterzieher" ist dabei sehr beschönigend.

    Benennt es doch beim richtigen Namen: nicht "Steuermuffel", sondern "Steuerkriminelle" und "Steuerverbrecher" treffen den Sachverhalt am besten.

    Nur weil ein potentieller Leser unter diesen Verbrechern sitzt, muss man nicht unbedingt Rücksicht auf ihr Wohlbefinden nehmen. Man kann denen auch einen Spiegel vorhalten.

    @diverse Kommentatoren: es spielt keine Rolle, ob das Gelb bereits versteuert ist. Zinseinkünfte sind steuerpflichtig, für die Oma mit ihrem Spargroschen (nach dem Freibetrag) genau so, wie für Unternehmer, reiche Erben und Einkommenbezieher. Nur, dass letztere sich anmaßen den Staat (und die übrigen Bürger) betrügen zu wollen.

    Ganz perfide wird das, wenn diese Menschen dann über Hartz IV-ler herziehen, oder sich darin versteigen, dass eine Kassiererin wegen einem Pfandbon zurecht ihren Job verliert, weil 'das Vertrauensverhältnis' gestört sei. Spätestens da benötige ich einen großen Eimer, um mich darin übergeben zu können.

    Mein Weltbild wurde dadurch gerettet, dass es auch reiche Menschen gibt, diie ihr Geld für gute Zwecke ausgeben, und Stiftungen nicht als Mittel der Steuerhinterziehungoder alls Steuersparmodell begreifen.

    Leider sind das nur sehr wenige.

  • Versicherungsmaklerbureau

    Treffer,es gibt hier im Forum des HB leider zu viele,
    die meinen 1 und 1=Donnerstag.

    "Schweizer Banken waren am Desaster der letzten Jahre auch eher nicht beteiligt."

    Na na, das könnte man aber an Hand der UBS etwas
    anders sehen. Ich rede nicht vom aktuellen Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung, den gibt es offiziell
    noch gar nicht.Nein.
    Wieviel hat die SNB "gesponsert"? Sicher,erstmal Kredit.
    Und das die neue Führung nicht mal eben so aus
    Langeweile 10000 Investmentbanker feuert,ist auch klar.
    Das man dort nicht auf Dauer von einer mageren Rendite
    von im Durchschnitt 0,8 % bekömmlich wirtschaften kann,
    die logische Folge.Das noch vor Basel III.

    Den klassisch-konservativen eidgenössischen Bankiers
    würde ich auch mein Geld anvertrauen,ohne Zweifel.
    Den deutschen Privatbanken misstraue ich nach den
    Erfahrungen,die ich so in meinem Leben gemacht habe,
    außerordentlich.
    Dort würde ich niemals mehr mein sauer verdientes,ordentlich und zähneknischend gezahltes versteuertes überschüssiges Einkommen anlegen.
    Eher verbrenne ich es!
    Aber ich bin ja auch schon Rentner,
    da wird man gelassener.
    Von hier aus ist es aber näher nach LUX.Kann man an
    einem Tag locker schaffen, einschließlich gutem Essen.
    In der Eifel ist ja nicht so viel Verkehr.
    Und dort ist es auch schön.
    Erst recht,wenn man da Freunde hat.
    Privat,versteht sich!!


  • Damit kein falscher Eindruck entsteht.

    Es spricht überhaupt nichts dagegen, den klassisch-konservativen eidgenössischen Bankiers Geld zur seriösen Mehrung zu überlassen.

    Schweizer Banken waren am Desaster der letzten Jahre auch eher nicht beteiligt.

    Und egal ob es sich um eine Geldanlage im Kleinwalsertal, in Liechtenstein, Livigno oder direkt in der Schweiz handelt, eine detaillierte Steuerübersicht bekommt man dort schon immer.

    Und die ist zumeist verständlicher und übersichtlicher als das deutsche Exemplar.

    Eine bewusst anstiftende Beratung zur Steuerverkürzung nach 370 AO und die daraus resultierende Steuerverkürzung selber sind hier zu beanstanden.

    Jemand, der schlichtweg ein paar steuerlich zu deklarierende Mio. €uro vergisst unterscheidet sich kaum von demjenigen, der sich mittels dubioser Umsatzsteuerverkürzungsmodellen, Unterschlagungen und sonstigen Betrügereien persönliche Vorteile verschafft.

  • @tobi59
    "der von Ihnen genannte Steuerbetrüger hat auch sein Geld in Deutschland versteuert als er es erarbeitet hat, anschließend wird es ins Ausland gebracht, mit welchem Recht kommt jetzt der Staat und möchte noch Steuern davon haben?"

    Also,noch mal von vorne und zum mitschreiben
    So viel Zeit muss sein.
    Hätte der besagte Bürger sein Geld hier versteuert,wäre er
    kein Steuerbetrüger.Er kann dann mit seinem Geld machen was
    er will.
    Er kann es verbrennen,versaufen,in Urlaub fahren,
    sich ein Häuschen bauen etc.und er kann es anlegen,z.B für
    seine Altersvorsorge,wo immer er will.
    Da hat keiner,aber wirklich keiner etwas dagegen.
    Der Staat schon gar nicht.
    Dem Staat ist das schnurzegal,verstanden?

    Macht das der besagte Bürger jedoch nicht,d.h.er entzieht
    sich der Steuer,in der Regel ja vorsätzlich,insbesondere
    dann,wenn er das hinterzogene Geld/Vermögen ins Ausland
    schafft,z.B. in die Schweiz,begeht er eine Straftat,ja?

    Ganz überspitzt und drastisch formuliert,nur damit Sie es verstehen können,macht der Steuerhinterzieher nichts anderes
    als ein Totschläger oder ein Mörder.
    Er bricht das Gesetz,die Regeln,die in diesem Land da sind.
    Kann man ihm das nachweisen,und nur dann,zahlt er die hinterzogenen Steuern nach, mit Zinsen und Strafgebühren.
    Handelt es sich bei der hinterzogenen Steuer um einen sehr
    hohen Betrag, geht er dafür, nach der entsprechenden
    Gerichtsverhandlung,ins Gefängnis.
    Und genau da gehört er dann auch hin.
    In der Regel ist es jedoch so,weil ein Verfahren sehr
    lange dauern kann,dass sich die Behörden und der Steuer-
    Straftäter einigen,auf eine Geldstrafe,ein Bußgeld.
    Der Steuerstraftäter kauft sich als Person also frei.
    Er ist vorbestraft,kann aber über sein restliches Vermögen,
    dass er ja noch besitzt,auch im Ausland,einen sehr schönen
    weiteren Verlauf seines Lebens geniessen.
    Haben Sie es jetzt verstanden?
    Das Freikaufen muss aufhören,und zwar so schnell es geht!!
    Es sind und es bleiben Kriminelle.Nicht anderes.


















Alle Kommentare lesen
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%