Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Steuersoftware Smartsteuer setzt auf Steuererklärungen per Handy – und kauft die App „Steuerbot“

Steuererklärungen per Smartphone-App sind im Kommen. Warum in dem jungen Markt aktuell so viel Bewegung ist.
Kommentieren
Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt. Quelle: Imago/Westend61
Steuererklärung per Smartphone

Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt.

(Foto: Imago/Westend61)

FrankfurtDie Steuererklärung ist für viele Bürger ein rotes Tuch – Belege sortieren, Formulare ausfüllen und dann diese bürokratische Sprache. Software-Anbieter haben dieses Problem schon lange erkannt: Erst gab es Steuererklärungsprogramme auf CD und zum Download, dann folgten internetbasierte Angebote und nun rücken Steuererklärungs-Apps für das Smartphone in den Fokus.

Jetzt hat der Online-Anbieter Smartsteuer eine von ihnen übernommen: den Steuerbot. „In vielen Branchen hat das Smartphone heute schon den Laptop überholt, wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch bei der Steuererklärung durchsetzt“, sagte Smartsteuer-Geschäftsführer Björn Waide dem Handelsblatt. Smartsteuer gehört selbst seit fünf Jahren zur Haufe-Gruppe.

Die Smartphone-App Steuerbot ist bisher nur für einfache Steuerfälle geeignet. „Wenn es komplexer wird, empfehlen wir unser Online-Angebot“, sagt Waide. „Doch für viele Steuerzahler reicht der Steuerbot völlig aus.“

Er richte sich insbesondere an jüngere Nutzer – Studenten, Berufsanfänger und Minijobber. Die nötigen Informationen werden dabei von einem Chatbot, also einem digitalen Assistenten, abgefragt. Dank ihm müssen sich die Nutzer nicht mehr durch komplizierte Formulare quälen, sondern nur noch einfach formulierte Fragen beantworten. Im Hintergrund werden die Antworten dann in die passenden Felder in den Formularen eingetragen.

Bisher war das Angebot von Steuerbot kostenlos und soll es laut Waide auch nach der Übernahme durch Smartsteuer, das sich selbst als Marktführer für browserbasierte Steuererklärungen bezeichnet, bleiben. Auch die Marke und das Team von Steuerbot sollen erhalten bleiben.

Bei der Smartphone-App „Steuerbot“ kommuniziert der Nutzer mit einem digitalen Assistenten. Quelle: Screenshot
Steuerbot-Screenshot

Bei der Smartphone-App „Steuerbot“ kommuniziert der Nutzer mit einem digitalen Assistenten.

(Foto: Screenshot)

„Steuerbot soll seinen Start-up-Charakter behalten, aber wir stehen natürlich in engem Austausch“, sagte Waide, der selbst Mitglied der Geschäftsführung von Steuerbot wird. „Uns geht es nicht nur um die Technologie, sondern auch um die qualifizierten Mitarbeiter.“ Die junge Firma war 2017 von drei Studienfreunden gegründet worden, darunter Jochen Schöllig und Marc Neumann, die weiterhin im Unternehmen bleiben sollen.

Anbieter von Steuererklärungssoftware versprechen sich noch ein großes Potenzial: Von rund 24 Millionen Steuerpflichtigen, die ihre Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit und eventuell Kapitaleinkünfte erzielten, haben 2013 nur etwa 13 Millionen eine Steuererklärung abgegeben, das zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Als Steuerpflichtige werden dabei sowohl Einzelpersonen als auch gemeinsam veranlagte Paare gezählt. Längst nicht alle Bürger sind zur Abgabe verpflichtet. Wer ledig ist, nur von einem Arbeitgeber Lohn bezieht und keine weiteren Einkünfte von mehr als 410 Euro hat – etwa aus einer Nebentätigkeit, einer Vermietung oder in Form von Lohnersatzleistungen wie Elterngeld –, muss sich gegenüber dem Finanzamt nicht erklären.

Meist lohnt sich die Arbeit aber trotzdem. Zuletzt zahlte der Fiskus im Schnitt 935 Euro zurück. Und: Wer freiwillig abgibt und nachzahlen soll, kann seine Steuererklärung einfach zurückziehen.

Ein ähnliches Konzept wie der Steuerbot verfolgt das Start-up Taxfix. Dieses hat im vergangenen Monat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 13 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Prominenter Geldgeber war dabei der Investor Peter Thiel mit seinem Fonds Valar Ventures. Der Paypal-Gründer hatte zuletzt auch in die Smartphone-Bank N26 und Transferwise, eine App für grenzüberschreitende Zahlungen, investiert.

Weniger erfolgreich ist dagegen die Steuererklärungs-App Taxbutler. Der dahinterstehende Softwareanbieter Pareton beantragte Ende Juni die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, da er keine neuen Investoren fand. Noch hat Pareton-Geschäftsführer Matthias Raisch die Hoffnung aber nicht aufgegeben und stellt die App weiter zur Verfügung.

„Das vorläufige Insolvenzverfahren läuft noch und der Insolvenzverwalter ist auf der Suche nach einem Käufer“, erklärte Raisch auf Anfrage des Handelsblatts. Taxbutler war im vergangenen Jahr bekannt geworden, weil der CDU-Politiker und heutige Gesundheitsminister Jens Spahn 15.000 Euro in das Unternehmen investiert hatte. Nach heftiger Kritik verkaufte er seine Anteile.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Steuersoftware - Smartsteuer setzt auf Steuererklärungen per Handy – und kauft die App „Steuerbot“

0 Kommentare zu "Steuersoftware: Smartsteuer setzt auf Steuererklärungen per Handy – und kauft die App „Steuerbot“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.