Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Steuerthema der Woche Fiktiver Arbeitslohn wird nicht besteuert

Obwohl das vereinbarte Weihnachtsgeld nicht ausgezahlt wurde, wollte das Finanzamt den fiktiven Arbeitslohn besteuern. Der Bundesfinanzhof sieht das anders. Allerdings werden entsprechende Fälle vorerst offengehalten.
07.10.2012 - 17:40 Uhr 1 Kommentar
Muss fiktiver Lohn versteuert werden? Quelle: dpa

Muss fiktiver Lohn versteuert werden?

(Foto: dpa)

Düsseldorf Wird ein Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft, zum Beispiel einer GmbH, für seine Gesellschaft als Geschäftsführer tätig, erzielt er damit Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Diese Einkünfte unterliegen der Lohnsteuer. Das regelt Paragraf 19 Einkommensteuergesetz.

Die Besteuerung des Arbeitslohns erfolgt im Regelfall erst dann, wenn der Arbeitslohn dem Gesellschafter zufließt. Geldbeträge fließen dem Steuerpflichtigen dadurch zu, dass sie bar ausgezahlt oder einem Konto des Empfängers bei einem Kreditinstitut gutgeschrieben werden.

Bei beherrschenden Gesellschaftern von Kapitalgesellschaften gilt jedoch eine Ausnahme: Bei diesen wird angenommen, dass sie über eine von der Gesellschaft geschuldete Vergütung bereits im Zeitpunkt der Fälligkeit verfügen können.

In 2011 hat der Bundesfinanzhof (BFH) diese Grundsätze mit zwei Urteilen zu Gehaltsbestandteilen von Gesellschafter-Geschäftsführern zugunsten des Gesellschafters etwas entschärft. In den Streitfällen ist es nicht zur Auszahlung des vereinbarten Weihnachtsgeldes (VI R 4/10) beziehungsweise einer vereinbarten Tantieme (VI R 66/09) gekommen. Das Finanzamt wollte in beiden Fällen den fiktiven Arbeitslohn besteuern.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der BFH hat entschieden, dass ein Zufluss des Gehalts beim Gesellschafter-Geschäftsführer davon abhängt, ob eine Passivierung der Gehaltsverbindlichkeit auf Ebene der Gesellschaft erfolgt ist. Sofern diese Voraussetzung nicht erfolgt ist, liegt kein Zufluss von Arbeitslohn vor. Eine Lohnversteuerung kann nicht erfolgen.

    Bislang hat die Finanzverwaltung diese Rechtsprechung noch nicht übernommen und beruft sich auf die bisherige Verwaltungsmeinung. In vergleichbaren Fällen kann sich der Steuerpflichtige daher nur auf die Rechtsprechung des BFH berufen.

    Nunmehr ist jedoch die Rechtsfrage erneut beim Bundesfinanzhof anhängig (Az. VI R 24/12), weil das Finanzgericht Schleswig-Holstein ebenfalls bei nicht ausgezahltem Urlaubs- und Weihnachtsgeld an den Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH keinen Zufluss von Arbeitslohn angenommen hat (Az. 1 K 83/11).

    Nach einer aktuellen Information der Oberfinanzdirektion Rheinland sollen deshalb entsprechende Verfahren und Fälle auch durch die Verwaltung offengehalten werden.

    Startseite
    Mehr zu: Steuerthema der Woche - Fiktiver Arbeitslohn wird nicht besteuert
    1 Kommentar zu "Steuerthema der Woche: Fiktiver Arbeitslohn wird nicht besteuert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zukunft- Erst geht der Lohn zum Finanzamt, die nehen sich dann was Sie brauchen und überweisen den Rest. Wetten das es so kommt.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%