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Steuertipp Betriebsfeier Bei der Karnevalsparty mit Kollegen schaut auch der Fiskus genau hin

Feiern mit den Kollegen: Welche steuerlichen Folgen es hat, wenn einzelne Mitarbeiter fehlen, hat das Finanzgericht Köln entschieden.
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Wenn der Chef zur jecken Party lädt, gelten steuerliche Freibeträge. Quelle: obs
Karnevalsfeier

Wenn der Chef zur jecken Party lädt, gelten steuerliche Freibeträge.

(Foto: obs)

MünchenOb Karnevals-Party, Sommerfest oder auch ohne besonderen Anlass zwischendurch – Feiern im Kollegenkreis dienen einem guten Betriebsklima. Bei gemeinsamen Erlebnissen, im lockeren Gespräch und bei einem guten Essen lernen die Beschäftigten sich abseits vom Arbeitsalltag kennen.

Das fördert nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch auf Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen wirken sich solche Aktivitäten positiv aus.

So hatte es sich wohl auch ein Arbeitgeber vorgestellt, der Ende 2016 seine Weihnachtsfeier organisierte. Geplant war einem gemeinsamer Kochkurs mit 27 Mitarbeitern. Inklusive waren dabei nach dem Konzept des Veranstalters Speisen und Getränke in unbegrenzter Höhe. Zwei der angemeldeten Teilnehmer sagten allerdings kurzfristig ab.

Finanzamt berücksichtigt nur die Anwesenden

Trotz der beiden Absagen berechnete der Veranstalter die für den Kochkurs vereinbarten Gesamtkosten in Höhe von 3.052 Euro. Im Rahmen der Lohnversteuerung legte der Arbeitgeber diesen Betrag daher auf die Zahl der Angemeldeten um – also auf 27. So ermittelte er einen lohnsteuerpflichtigen Vorteil von 113 Euro für jeden der gemeldeten Mitarbeiter.

Hiervon zog er den Freibetrag von 110 Euro ab, den jeder Arbeitnehmer laut Einkommensteuergesetz zweimal im Jahr bei einer Teilnahme an einer Betriebsfeier in Anspruch nehmen kann. Für jeden Teilnehmer der Weihnachtsfeier ergab sich daraus ein zu versteuernder Vorteil von drei Euro.

Anders beurteilte jedoch das zuständige Finanzamt die Berechnungsgrundlage. Gestützt auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF-Schreiben vom 14.10.2015) verteilte es die Kosten des gemeinsamen Kochkurses auf die 25 tatsächlich Anwesenden. Demnach kam es zu einem lohnsteuerpflichtigen Vorteil von 122 Euro für jeden Teilnehmer. Nach Abzug des Freibetrags müssten sie also 12 Euro versteuern.

Erfolg beim Finanzgericht Köln

Mit seiner Klage gegen diese Entscheidung des Finanzamtes hatte der Arbeitgeber vor dem Finanzgericht Köln Erfolg. In seinem Urteil entschied das Gericht, dass sich Aufwendungen für angemeldete, aber nicht erschienene Arbeitnehmer nicht auf die Höhe des steuerpflichtigen Vorteils der Teilnehmer auswirken dürften.

Dies begründete es mit der im Gesetz festgelegten Grundlage. Voraussetzung für einen geldwerten Vorteil ist demnach, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers steigt.

Bei zu viel bestelltem Essen schien eine Bereicherung des Einzelnen dem Finanzgericht Köln jedoch nur schwer vorstellbar. Ganz besonders galt dies, da ein unbegrenzter Verzehr von Speisen und Getränken bereits im Konzept des Veranstalters vorgesehen war. Nach dieser Einschätzung profitierten die Teilnehmer der Weihnachtsfeier mit gemeinsamem Kochkurs nicht von der Absage ihrer Kollegen. Als zu versteuernder Vorteil würde sich daher für sie der Betrag von drei Euro ergeben.

Mit seinem Urteil stellt das Finanzgericht Köln sich klar gegen die bundesweit geltende Anweisung des Bundesfinanzministeriums an die Finanzämter. Rechtskräftig ist die Entscheidung bisher jedoch nicht, da das Gericht die Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen hat. Geführt wird sie dort unter dem Aktenzeichen VI R 31/18.

Praxis-Tipp:

Arbeitgeber, bei denen das zuständige Finanzamt den lohnsteuerpflichtigen Vorteil einer Betriebsfeier anhand der tatsächlichen Teilnehmerzahl berechnet hat, sollten fristgerecht Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Damit halten sie ihren Fall offen, bis der Bundesfinanzhof über die Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Köln entschieden hat.

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