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Steuertipp – doppelte Haushaltsführung So hilft der Fiskus beim Einrichten der Zweitwohnung

Für die Miete einer Zweitwohnung gibt es einen Steuervorteil. Nach einem Urteil herrscht nun auch Klarheit in Bezug auf Möbel und Hausrat.
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Ob der Fiskus auch Designer-Möbel anerkennt, ist fraglich. Die Kosten sollen in normalem Umfang bleiben. Quelle: dpa
Ein Sofa auf der Möbelmesse

Ob der Fiskus auch Designer-Möbel anerkennt, ist fraglich. Die Kosten sollen in normalem Umfang bleiben.

(Foto: dpa)

München Vom Küchenschrank bis zur Wohnzimmercouch, vom Esstisch bis zum Bett, dazu dann noch die Aufwendungen für den Hausrat – wer schon einmal eine Wohnung eingerichtet hat, weiß: Schnell entstehen dabei Kosten in Höhe von einigen tausend Euro.

Besonders schmerzhaft treffen solche Ausgaben diejenigen, die beruflich bedingt eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt einrichten müssen. Für sie ist es umso erfreulicher, dass sie die zusätzlichen Aufwendungen komplett steuerlich geltend machen können.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat dazu ein Urteil zugunsten eines Mannes entschieden, der an seinem Arbeitsort ab Juni 2014 eine Zwei-Zimmer-Wohnung gemietet hatte (Az: VI R 18/17). Als Kosten für diese Unterkunft machte er im Rahmen der doppelten Haushaltsführung 9.747 Euro geltend.

In diesem Betrag enthalten waren Aufwendungen für die Einrichtung und den Hausrat. Nach Einschätzung des zuständigen Finanzamtes waren als Unterkunftskosten jedoch nur 1.000 Euro pro Monat abzugsfähig. Entsprechend kürzte es die Summe und ließ 1.747 Euro unberücksichtigt. Gegen diese Entscheidung klagte der Mann vor dem Finanzgericht Düsseldorf.

Was zu den Unterkunftskosten zählt

Tatsächlich gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Auffassungen dazu, was bei einer doppelten Haushaltsführung zu den Unterkunftskosten zählt. Nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums umfasst der monatliche Höchstbetrag von 1000 Euro neben der Miete und den Nebenkosten auch die Aufwendungen für Einrichtung und Hausrat.

Bei einer möblierten Wohnung werden die gesamten Kosten bis zu diesem Betrag abgedeckt. Nach anderer Meinung zählt zu den Unterkunftskosten nur die Kaltmiete – oder bei einer Eigentumswohnung die Abschreibung auf die Anschaffungskosten. Die Nebenkosten würden demnach genau wie Einrichtungskosten und Hausrat zu den nicht gedeckelten Mehraufwendungen zählen.

In seiner aktuellen Entscheidung schließt sich der BFH nun einer dritten Meinung an. Damit stellt er klar, dass zu den Unterkunftskosten die Miete einschließlich der Betriebskosten oder alternativ bei einer Eigentumswohnung die Abschreibung auf die Anschaffungskosten zählen.

Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsartikel sind nach Einschätzung des Gerichts nicht mit der Nutzung der Wohnung gleichzusetzen. Daher fallen sie nicht unter den Höchstbetrag von 1000 Euro pro Monat, sondern sind vollständig absetzbar – allerdings nur in einem normalen Umfang.

Handelt es sich bei der Zweitwohnung um eine möblierte oder teilmöblierte Wohnung, steigt deren Nutzungswert durch die mitvermieteten Möbel. Entsprechend ist die Miete hier aufzuteilen in den Anteil der begrenzt abziehbaren Unterkunftskosten und die Kosten für die Möbelüberlassung. Dies gilt auch dann, wenn der Mietvertrag keine konkrete Aufteilung dieser Aufwendungen vorsieht. Hier ist dann vom Nutzer ein realistischer Wert zu ermitteln.

Praxistipp:

Vollständig abzugsfähig sind die Kosten für alle notwendigen Gegenstände der Einrichtung und des Hausrats. Neben den Möbeln für die Küche, den Wohn- und Schlafbereich sowie das Bad zählen dazu zum Beispiel auch Töpfe oder Haushaltsgeräte. Der Wert der einzelnen Stücke bestimmt dann darüber, wie sie steuerlich anzusetzen sind. Einrichtungsgegenstände, deren Kaufpreis unter 800 Euro netto liegt, werden im Jahr der Anschaffung komplett steuerlich geltend gemacht. Solche, die mehr als 800 Euro netto gekostet haben, müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

In der sogenannten Afa-Tabelle können Steuerpflichtige ablesen, über welchen Zeitraum sie ihre Einrichtung abschreiben müssen. Bei Möbeln liegt die Dauer der Abschreibung zum Beispiel bei zehn Jahren. Das bedeutet: Pro Jahr kann jeweils ein Zehntel des Kaufpreises in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

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Mehr zum Thema: Lesen Sie alles weitere zum Thema Steuererklärung in unserem 37-seitigen Ratgeber-Dossier – mit Tipps für Arbeitnehmer, für Familien, Studenten, Immobilienbesitzer, Anleger und Rentner.

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