Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Steuertipp Erben Das zählt beim fiktiven Zugewinnausgleich für die Erbschaftsteuer

Wenn ein Ehegatte stirbt, muss für das Erbe vielfach der Zugewinn berechnet werden. Ein Gerichtsurteil regelt nun, welche Rolle Pflichtteilsansprüche spielen.
Kommentieren
Bei einem Todesfall müssen die Angehörigen einige Behördengänge erledigen. Quelle: dpa
Formular Erbschaftssteuer

Bei einem Todesfall müssen die Angehörigen einige Behördengänge erledigen.

(Foto: dpa)

MünchenWenn ein geliebter Mensch verstirbt, müssen die Angehörigen nicht nur mit der Trauer umgehen. Auf sie kommen auch zahlreiche Behördengänge und oftmals Kosten zu. Außerdem meldet sich das Finanzamt und verlangt Auskunft zum Vermögen, um die Erbschaftssteuer zu berechnen. Bei Ehepaaren geht es darum, die Finanzlage des verstorbenen Partners zu ermitteln.

Haben die Ehepartner nichts anderes in einem Ehevertrag vereinbart, leben sie nach in Deutschland geltendem Recht in einer Zugewinngemeinschaft. Dabei bleiben die Vermögen der Eheleute auch während der Ehe getrennt. Stirbt einer der beiden Partner, wird – genau wie im Fall einer Scheidung – der sogenannte Zugewinn errechnet. Dies ist der Teil an Vermögen, der während der Ehe dem jeweiligen Ehegatten zugeflossen ist. Dazu zählen Geldvermögen, Aktien, Immobilien aber auch Gegenstände wie Autos, Möbel oder Kunstwerke.

Wie hoch das Erbe schließlich ausfällt, ergibt sich aus einem möglicherweise vorliegenden Testament sowie aus der Zahl und Art der Miterben. Erben Kinder neben dem Ehegatten, steht diesem per Gesetz ein Viertel des Vermögens zu. Bei Verwandten zweiter Ordnung wie zum Beispiel Eltern ist es die Hälfte. Hinzu kommt entweder pauschal ein weiteres Viertel des Vermögens als Zugewinnausgleich oder der Pflichtteil zuzüglich des nach den tatsächlichen Vermögensverhältnissen berechneten Zugewinns.

Welche Beträge bei der Erbschaftssteuer berücksichtigt werden

Zur Berechnung der Erbschaftssteuer wird zusätzlich ein fiktiver Zugewinnausgleich ermittelt. Damit soll sichergestellt werden, dass dem Ehepartner unabhängig von der pauschalen Viertel-Regelung und im Rahmen seiner Freibeträge der Betrag steuerfrei gestellt wird, der ihm tatsächlich als Ausgleichszahlung zustünde.

Nicht immer eindeutig ist allerdings, welche Werte in den fiktiven Zugewinnausgleich hineingerechnet werden müssen. So hatte das Finanzgericht (FG) München nun in einem Fall zu entscheiden, bei dem ein Pflichtteilsanspruch nicht geltend gemacht worden war. In der Vergangenheit hatte die Verstorbene bei zwei Erbfällen einen Pflichtteilsanspruch gehabt. Obwohl keiner der beiden erfüllt wurde, berücksichtigte sie das Finanzamt bei der Ermittlung des Anfangsvermögens der Ehefrau. Der fiktive Zugewinnausgleich für die Erbschaftssteuer wurde dadurch zu niedrig angesetzt, was zu einer höheren Belastung für den Ehegatten führte.

Der Ehemann klagte daraufhin gegen die Finanzbehörde und bekam recht. In seiner Entscheidung verwies das Gericht auf den gesetzlichen Wortlaut. Demnach ist Voraussetzung für die Berücksichtigung von Vermögen im Anfangsvermögen, dass dies tatsächlich erworben wurde. Im Fall eines Pflichtteilsanspruchs trifft das aber nur dann zu, wenn er geltend gemacht wurde. Rechtskräftig ist die Entscheidung des FG München bisher jedoch nicht, da das Gericht die Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) zugelassen hat

Praxis-Tipp:

Erben Eheleute von ihrem verstorbenen Partner, sollten sie grundsätzlich prüfen, welche Werte die Finanzbehörde in welcher Form berücksichtigt. Zu beachten ist dabei, dass auch Vermögen, das ein Ehepartner während der Ehe durch Erbschaft oder Schenkung erhält, zu seinem Anfangsvermögen hinzugerechnet werden muss.

Dies erhöht demnach nicht den erwirtschafteten Zugewinn im Verlauf der Ehe. Entscheidend ist allerdings, dass es dem Verstorbenen tatsächlich zugeflossen ist. Rechnet das Finanzamt Werte hinzu, auf die der Ehegatte lediglich einen Anspruch hatte, sollte der Erbe mit Verweis auf das Urteil des FG München Einspruch gegen die Berechnung einlegen.

Ist dieser Steuertipp interessant für Sie? Weitere Beiträge finden Sie bei unserem Kooperationspartner Haufe.de.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Steuertipp Erben - Das zählt beim fiktiven Zugewinnausgleich für die Erbschaftsteuer

0 Kommentare zu "Steuertipp Erben: Das zählt beim fiktiven Zugewinnausgleich für die Erbschaftsteuer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.