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Steuertipp Firmenwagen So versteuern Selbständige ihr privat genutztes Dienstfahrzeug richtig

Wer den Dienstwagen privat nutzt, muss für diesen Vorteil Steuern zahlen. Gerade, wer nicht festangestellt ist, sollte einige Besonderheiten beachten.
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Wer den Dienstwagen nicht pauschal versteuern will, muss ein Fahrtenbuch führen. Quelle: dpa
Genaue Abrechnung

Wer den Dienstwagen nicht pauschal versteuern will, muss ein Fahrtenbuch führen.

(Foto: dpa)

München Grundsätzlich gilt für Selbstständige und Arbeitnehmer gleichermaßen: Wer einen Firmenwagen auch für private Fahrten nutzt, muss diesen geldwerten Vorteil versteuern. Die privat und geschäftlich gefahrenen Kilometer ermittelt er mit einem Fahrtenbuch.

Alternativ kann er die sogenannte 1-Prozent-Regel nutzen. In diesem Fall wird bei Arbeitnehmern pro Monat ein Prozent des Brutto-Listenpreises dem Gehalt hinzugerechnet – bei Selbständigen erhöht die Summe den Gewinn. Hinzu kommen für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte noch einmal 0,03 Prozent des Brutto-Listenpreises je Kilometer.

So praktisch und bequem die 1-Prozent-Regelung für die meisten Fahrer eines Firmenwagens ist, in einzelnen Fällen erweist sie sich jedoch als Nachteil. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Selbstständiger deutlich weniger Tage an seiner Arbeitsstätte verbringt, als die Pauschalregelung in ihrer Berechnung unterstellt. Diese geht von durchschnittlich 15 Tagen im Monat aus.

In einem aktuellen Fall vor dem Bundesfinanzhof (BFH) war eine selbständige Steuerberaterin, die als freie Mitarbeiterin für einen Kollegen tätig war, nur an 85 Tagen im gesamten Jahr ins Büro gefahren. Dennoch hatte sie sich entschieden, den privaten Anteil ihres Firmenwagens über die 1-Prozent-Regel zu ermitteln.

Allerdings wollte sie die gefahrene Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte tageweise berechnen. So kam sie zu einer Hinzurechnung von 1.096,50 Euro. Das Finanzamt ermittelte die nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben dagegen nach der Pauschalmethode und rechnete dem Gewinn 3.220,20 Euro hinzu.

Unterschied zwischen Selbstständigen und Arbeitnehmern

Bei Arbeitnehmern, die ihren Firmenwagen an deutlich weniger Tagen als den in der Pauschale angenommenen 15 für Fahrten zum Arbeitsplatz nutzen, ist die taggenaue Abrechnung seit langem vom BFH bestätigt worden.

Dieser Entscheidung aus dem Jahr 2008 ist die Finanzverwaltung in einer noch weitergehenden Regelung aus dem Jahr 2011 gefolgt. Demnach dürfen Arbeitnehmer die Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit 0,002 Prozent des Brutto-Listenpreises je gefahrenem Kilometer und Tag ermitteln.

Für Gewinnermittler wie Selbständige lehnte der BFH diese Regelung in seiner aktuellen Entscheidung jedoch ab. Dabei bezog er sich auf den genauen Wortlaut des Gesetzes. Demnach sind die nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben unabhängig von der Anzahl der getätigten Fahrten mit dem Faktor 0,03 Prozent des Listenpreises je Kalendermonat und Entfernungskilometer zu ermitteln.

Die Vorgaben aus der pauschalierenden Bewertung gelten nur dann nicht, wenn der Selbstständige seine Fahrzeugkosten durch Belege und ein Fahrtenbuch nachweist. Da Gewinnermittler generell Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten zu beachten haben, betrachtet der BFH diese Regelung für sie als zumutbar und verhältnismäßig.

Praxis-Tipp:

Wer nur an wenigen Tagen im Monat von seiner Wohnung zur Betriebsstätte fährt, sollte ein Fahrtenbuch führen. Denn nur so ist es möglich, den nicht abzugsfähigen Teil der Betriebsausgaben der Situation entsprechend in einem angemessenen Rahmen zu berücksichtigen.

Damit das Fahrtenbuch steuerlich berücksichtigt werden kann, muss es ordnungsgemäß und lückenlos geführt werden. Hier lauern in der Praxis durchaus einige Fallstricke. Schließlich muss der Gewinnermittler alle Fahrten penibel auflisten und dem betrieblichen oder privaten Bereich zuordnen.

Betriebliche Fahrten sind zudem detailliert festzuhalten mit Datum, Kilometerstand zu Beginn und Ende der Fahrt, Startort und -ziel, Reiseroute und Reisezweck sowie bei Kundenbesuchen dem Namen des Geschäftspartners. Wer Angaben vergisst oder wessen Kilometerstand sich nicht mit dem tatsächlichen deckt, kann sein Fahrtenbuch nicht mehr für steuerliche Zwecke nutzen.

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